„Um das Gelbe Trikot mitfahren“

Grün alleine reicht nicht mehr:Peter Sagan als Sieger der Tour-de-France-Sprintwertung nach dem Finale in Paris im Grünen Trikot.
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Grün alleine reicht nicht mehr:Peter Sagan als Sieger der Tour-de-France-Sprintwertung nach dem Finale in Paris im Grünen Trikot.

Rosenheim – „Einmal im Gelben Trikot bei der Tour de France nach Paris fahren“, so formuliert Ralph Denk, Teammanager des Radsport-Profiteams Bora-hansgrohe, seinen großen Traum in einem Interview mit der Sportredaktion der OVB-Heimatzeitungen.

Das Profiteam aus Raubling ist bereits in die Saison gestartet, von der sich Ralph Denk einiges erwartet.

Die Radsportsaison ist gerade gestartet. Wie sehen die nächsten Wochen beim Team Bora-hansgrohe aus?

Die Saison hat Anfang der Woche für uns in Australien begonnen. Das ist traditionell das erste Rennen. Nächste Woche haben wir eine Mannschaft in Argentinien im Einsatz und dann folgt noch ein Höhentrainingslager in Kolumbien mit fünf Fahrern. Das erste Mal, wo es wirklich um etwas geht, ist Mitte März beim Radsport-Klassiker Mailand-San Remo.

Und da ist einer ganz besonders heiß...

Richtig. Peter Sagan hat das Rennen noch nie gewonnen. Er war letztes Jahr Zweiter und auch schon mal Vierter. Der Sieg ist natürlich ein großes Ziel für ihn und auch für unser Team. Mailand-San Remo ist eines der fünf Radsport-Monumente und mit 300 Kilometern das längste Rennen.

Das ist also das erste große Ziel. Aber wer so viel Arbeit und Geld investiert, will natürlich weltweit auch die Nummer eins im Radsport werden. Ist das so?

Wir wollen schon die Nummer eins werden, aber dazu braucht man natürlich auch Fleiß und ein bisschen Glück. Das ist jetzt unser viertes Jahr im Oberhaus des Radsports. Wir waren einmal Sechster, Dritter und Zweiter – was kann da sonst noch kommen?

Bora-hansgrohe hat Tour-de-France-Etappen gewonnen, mit Ex-Weltmeister Peter Sagan steht ein Aushängeschild des Radsports im Team, sie haben viele deutsche Fahrer, die auch deutsche Titel sammeln. Was kommt da noch?

Ziel ist, dass wir um das Gelbe Trikot bei der Tour de France mitfahren. Das ist das Größte in unserer Sportart. Wir haben Etappen gewonnen, Emanuel Buchmann war im letzten Jahr in der Gesamtwertung auf Platz vier, aber das ist halt noch kein Podium. Und das streben wir natürlich mittelfristig an. Mein persönliches Ziel ist es, dass ein Fahrer von uns im Gelben Trikot nach Paris fährt.

In einem Radsportteam gibt es Siegfahrer, die im Mittelpunkt stehen, aber es gibt auch Fahrer, die im Teamgefüge enorm wichtig sind. Wer ist das bei Bora-hansgrohe?

Wenn wir das intern diskutieren, vergleiche ich das gerne auch mit dem Fußball. Da gibt es die Stürmer, die die Tore schießen, aber die Abwehr und der Torwart sind genauso wichtig. Um eine Mannschaft zu führen, braucht man auch routinierte Profis – und da ist unter anderem Marcus Burghardt vom Samerberg ein ganz wichtiger Fahrer im Team.

Und dann gibt es ja noch den Nachwuchs. Marco Brenner vom Team Auto Eder Bayern ist jetzt dreifacher deutscher Meister geworden. Hat er das Potenzial einmal ins Profiteam übernommen zu werden?

Wir haben im Team Auto Eder Bayern in den letzten Jahren rund 80 junge Sportler betreut und Marco Brenner sticht hier sicher he raus. Er ist einer der Besten und er ist ein Talent. Aber es ist jetzt noch zu früh, um zu beurteilen, ob er einmal bei der Tour de France Akzente setzen kann. Da muss man ihn schon noch etwas Zeit geben.

Beschreiben Sie Ihre Hauptaufgaben als Teammanager.

Ich bin zusammen mit meiner Sponsoring-Abteilung primär für den Etat verantwortlich. Das durchschnittliche Budget im Radsport in unserer Kategorie ist 18,5 Millionen Euro. Und da braucht man gute Sponsoren. Das ist einer meiner Schwerpunkte. Ich leite auch die ganzen Abteilungen, wie zum Beispiel Sport Performance, Marketing, PR und die Technik. Und das ist ein Ganzjahresjob, sodass ich, was das Sportliche betrifft, nicht zu tief involviert bin. Da sind Enrico Poitschke und Dan Lorang die Aushängeschilder, zwei wichtige Stützen für mich und Leute des Vertrauens.

Sie kommen aus der Region und engagieren sich auch für den RSV Götting-Bruckmühl. Da steht am 24. Juli die Bruckmühler Radsportnacht an. Was ist neu?

Für mich ist nicht nur der Profi-Sport wichtig, sondern auch die Basis, und das ist mein Heimatverein RSV Götting-Bruckmühl. Deshalb engagiere ich mich auch hier und bin im Sportausschuss. Neu ist, dass die Radsportnacht noch größer werden soll. Dazu gibt es auch einen neuen Titelsponsor mit der Firma Salus aus Bruckmühl. Und man wird natürlich auch wieder Profis vom Team Bora-hansgrohe sehen. Interview: Hans-Jürgen Ziegler

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