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U-18-Titelkämpfe in den USA

„Ein geiles Erlebnis“ trotz Aus in der Gruppenphase – Vier ehemalige Starbulls bei Eishockey-WM dabei

Die deutsche Mannschaft, die bei der U18-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten antrat.
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Die deutsche Mannschaft, die bei der U18-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten antrat.
  • vonLeon Simeth
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Aus sportlicher Sicht bleibt am Ende nur das Ausscheiden ohne einen einzigen Punkt. Für die Spieler ist die U18-Weltmeisterschaft in den USA trotzdem ein tolles Erlebnis gewesen. Ein aktiver Starbulls-Spieler und einer, der in der Jugend das grün-weiße Trikot getragen hat, erzählen ihre Erfahrungen.

Frisco, Texas – Zitternd sitzt man in seinem Hotelzimmer und wartet auf eine WhatsApp-Nachricht. Diese entscheidet darüber, wer am nächsten Morgen in die Vereinigten Staaten zur Weltmeisterschaft fliegt. So ist es auch den Nachwuchsspielern vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ergangen, die einst in Rosenheim übers Eis flitzten. Sportlich war die U18-WM aus deutscher Sicht eine Enttäuschung, aber für die Spieler war sie ein tolles Erlebnis.

„So eine Chance bekommt nicht jeder“

Michael Gottwald, spielt im Oberligateam der Starbulls.

Per WhatsApp wurden die Spieler am Tag vor der Abreise zur U18-WM in die Hotel-Lobby bestellt, wo sie erfuhren, ob sie dabei sind oder nicht. „Das war echt krass. Da bin ich sauber aufgeregt gewesen“, erzählt Michael Gottwald. Der 18-Jährige durchlief alle Rosenheimer Junioren-Mannschaften und zählt seit der letzten Saison zum Oberliga-Kader der Starbulls.

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Obwohl die deutsche U18 alle Gruppenspiele verlor und damit in der Gruppenphase ausschied, war es für die Spieler ein tolles Erlebnis. „So eine Chance bekommt nicht jeder. Das war schon cool“, bilanziert Gottwald im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion. „Die WM war das Beste, was mir in dem ganzen Jahr passieren hätte können“, freut sich auch Sandro Mayr.

Der 17-jährige Mayr spielte bis zur U20 in Rosenheim, bevor es ihn im Sommer 2020 zu den Kölner Junghaien zog. Nach der Leihe zum EC Bad Nauheim wird er in der kommenden Saison wieder in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) für Köln spielen.

In den USA war erst einmal Quarantäne angesagt

Angekommen in Frisco musste die DEB-Mannschaft erst einmal für zwei Tage in Quarantäne. Dort wohnten alle Nachwuchs-Mannschaften im gleichen Hotel. Das Team vom DEB war im 14. Stock. „Wir haben einen geilen Ausblick über die ganze Stadt gehabt. Da war es um so schlimmer, dass wir nicht aus dem Hotel durften“, erzählt Mayr. Per Online-Trainingseinheiten hielten sich die Spieler fit. Nach zwei Tagen mit jeweils zwei Einheiten auf dem Eis, stand ein Testspiel gegen die Mannschaft aus Lettland an.

„Wir haben 1:5 verloren. Wir waren alle sehr unzufrieden mit unserer Leistung“, so Mayr. „Ich habe nicht unbedingt gut gespielt. Deswegen war ich im ersten Gruppenspiel gegen die Tschechei wahrscheinlich nicht im Kader“, sagt Gottwald.

Dieses erste Gruppenspiel entschieden die Tschechen mit 3:1 für sich. „Das war im Verhältnis noch der schwächste Gruppengegner. Wir haben auch nicht wirklich gut gespielt, aber es ist in die richtige Richtung gegangen“, blickt Mayr zurück. Mit dem Gastgeber aus den USA hatte die deutsche Mannschaft das nächste Brett vor der Brust. „Sie waren der klare Favorit. Im Laufe des Spiels haben wir aber gemerkt, dass da was geht. Wir hätten definitiv gewinnen können. Das wäre ein echtes Ausrufezeichen gewesen“, ärgert sich Gottwald über die 3:5-Niederlage.

„Die Russen waren bärenstark“

Auch im Spiel gegen die Russen gelang der DEB-U18 kein Sieg. Am Ende hieß es 1:6. „Nach den ersten beiden Niederlagen war die Stimmung nicht so gut. Die Russen waren bärenstark. Vor allem der Matvei Michkov, Jahrgang 2004, der gegen uns vier Tore gemacht hat, war brutal“, findet Mayr.

Sandro Mayr gehört aktuell zum Kader des EC Bad Nauheim.

Im letzten Spiel musste das DEB-Team eine 0:10-Klatsche gegen Finnland hinnehmen. „Das war natürlich sehr ernüchternd, sich so aus dem Turnier zu verabschieden“, bedauert Mayr. „Wir waren nach dem ersten Drittel schon 0:5 hinten. In diesem Spiel hat bei uns gar nichts geklappt und die meisten Spieler waren ohnehin schon bedient. Und dann läuft so ein Spiel dann so dahin. Klar waren die Finnen besser, aber es war einfach unglücklich für uns“, bilanziert Gottwald.

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Beim Aufenthalt in den Staaten mussten die Spieler viele Vorschriften beachten. Außer dem Eisstadion und dem Hotelzimmer durften die Jungs sonst nirgendwo hin. „Das war alles natürlich sehr schade. Außer pro Tag eine Stunde auf den Parkplatz, um frische Luft zu schnappen und ins Eisstadion durften wir nichts machen.

Die restliche Zeit waren wir im Hotelzimmer quasi eingesperrt. Aber ich glaube, wir haben trotzdem das Beste draus gemacht. Das einzige Problem war das Essen im Hotel“, lacht Gottwald. „Ich habe es da eh noch ganz gut erwischt. Weil ich mich vegan ernähre, habe ich immer ein Extra-Essen bekommen.“

Das Ziel steht: So viele Spiele wie möglich

Das Turnier hat dem Starbulls-Spieler auch viel gebracht: „Ich habe mich verbessert. In den Spielen gegen die USA, Russland und Finnland habe ich es eigentlich nicht schlecht gemacht. Das hört sich jetzt wegen den Ergebnissen sau blöd an, aber die waren auch einfach besser. Schlittschuhläuferisch muss ich mich auf jeden Fall noch verbessern. Die Gegner waren in der Hinsicht alle brutal“, ist der Starbulls-Verteidiger mit seiner Leistung recht zufrieden.

Auch Sandro Mayr findet, dass er keine schlechte Weltmeisterschaft gespielt hat: „Ich persönlich habe mich mit jedem Spiel gesteigert. Als eher offensiverer Verteidiger habe ich versucht, viel mit nach vorne zu machen und habe mein Bestes gegeben. Ich persönlich muss mich in allen Punkten einfach ein Stück verbessern, um den nächsten Schritt zu machen. Ich werde im nächsten Jahr in Köln in der DNL spielen und viel Eiszeit haben. Wie es dann weitergeht, wird sich dann zeigen.“

Für Michael Gottwald geht es in der nahen Zukunft darum, sich bei den Starbulls eine wichtige Rolle zu erarbeiten: „Ich will in Rosenheim so viele Spiele wie möglich zu machen. Je nachdem wie es läuft, wäre es natürlich toll, in Zukunft auch höher zu spielen.“

Die Ergebnisse des DEB bei der U18-WM

Tschechien – Deutschland 3:1 (0:0; 2:0; 1:1); Tor: Yannick Proske.

Deutschland – USA 3:5 (1:2; 1:1; 1:2); Tore: Roman Zap, Bennet Roßmy, Sebastian Cimmermann.

Deutschland – Russland 1:6 (0:1; 0:3; 1:2); Tor: Connor Korte.

Finnland – Deutschland 10:0 (5:0; 3:0; 2:0).

Der Kader:

Tor: Luca Ganz (18 Jahre, Jungadler Mannheim), Niikita Quapp (18, Krefeld Pinguine), Simon Wolf (16, RB Akademie); Abwehr: Rayan Bettahar (17, Jungadler Mannheim), Sten Fischer (18, RB Akademie), Michael Gottwald (18, Starbulls Rosenheim), Adrian Klein (17, Straubing Tigers), Malte Krenzlin (17, Jungadler Mannheim), Sandro Mayr (17, EC Bad Nauheim), Maxim Rausch (18, EHC Freiburg), Marinus Winkelmann (18, RB Akademie); Angriff: Sebastian Cimmermann (18, RB Akademie), Philip Feist (17, RB Akademie), Yuma Grimm (18, Eisbären Juniors Berlin), Luca Hauf (17, Krefelder EV), Nikolaus Heigl (18, RB Akademie), Thomas Heigl (18, RB Akademie), Connor Korte (18, HC Davos), Julian Lutz (17, RB Akademie), Kevin Niedenz (18, Kölner EC), Yannik Proske (17, Iserlohn Roosters), Bennet Roßmy (17, Lausitzer Füchse), Pascal Steck (17, Kölner EC), Robin van Calster (18, Kölner EC), Roman Zap (18, Jungadler Mannheim).

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