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Das geht an die Substanz

Trainer Dirk Teschke sah "viele Fehler im Aufbau". Die körperliche Belastung hinterlässt Spuren.  Foto  Zink
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Trainer Dirk Teschke sah "viele Fehler im Aufbau". Die körperliche Belastung hinterlässt Spuren. Foto Zink

Das Trainerdasein ist ja manchmal richtig hart. Die Belastung ist hoch, die finanzielle Entschädigung eher gering, wenn man nicht im Profifußball arbeitet. Aber auch in der Regionalliga wird man knallhart nach Leistung beurteilt. Und wie schnell da die Meinung kippen kann, hat gerade Dieter Kurth erfahren müssen, der Bamberger Trainer. Vor fünf Wochen hat er mit dem FC Eintracht noch die Bayern geschlagen, trotzdem musste er gehen.

Dass dessen Nachfolger Hans-Jürgen Heidenreich beim 3:2 gegen den TSV 1860 Rosenheim gleich mal Pluspunkte beim Bamberger Publikum sammeln konnte, war schön für ihn, "und wir haben einen wesentlichen Teil dazu beigetragen", merkte Dirk Teschke süffisant an. Dabei hatte Rosenheims Trainer eigentlich nicht vor, seinem neuen Kollegen einen derart netten Heim-Einstand zu gönnen. Geplant war alles völlig anders.

Es gibt aber so Tage im Leben eines Trainers, da passt einfach gar nichts. "Von Anfang an ist alles schief gelaufen", stöhnte Teschke. Hinter Nürnberg steckte man im Stau, kam viel zu spät in Bamberg an, ohne richtiges Warmlaufen musste man ins verspätet angepfiffene Spiel. Und fand dann einfach nicht hinein. "Wir hatten nicht geplant, selbst das Spiel zu machen, eigentlich wollten wir Bamberg kommen lassen", so der frustrierte Coach. Warum sich seine Spieler nicht an die taktische Marschroute hielten, konnte er nur vermuten: "Die dachten wohl, weil es gegen Aschaffenburg und in der ersten Hälfte beim Pokalspiel in Durach spielerisch ganz gut ausgeschaut hat, auch hier munter aufspielen zu können." Was ja nicht unbedingt schädlich sein muss. Wenn man nicht die taktische Grundordnung verliert, wie in Bamberg geschehen.

"Obwohl wir auswärts gespielt haben, sind wir dreimal in Konter gelaufen. Das war einfach blauäugig", so Teschke. Vor dem ersten Gegentor hat man weit in der gegnerischen Hälfte den Ball verloren, auf Freistoß spekuliert, wofür sich Torjäger Nicolas Görtler prompt bedankte. Auch dem zweiten Treffer ging ein unnötiger Ballverlust voraus, "Bamberg hat blitzschnell umgeschaltet, uns fehlte die Laufbereitschaft, die körperliche und geistige Frische", kritisierte der leidgeprüfte Trainer. Und forderte in der Pause, nun kein Gegentor mehr zu kassieren, möglichst den Anschlusstreffer zu erzielen und dann noch mal alles in die Waagschale zu werfen, um vielleicht doch noch einen Punkt entführen zu können.

In Hälfte zwei waren die Sechziger zunächst auch präsenter, wieder aber gab es "viele Fehler im Aufbau", so Teschke, folglich das 0:3 und die Sache war durch. Das Ehrentor durch den eingewechselten da Costa konnte den Frust beim Trainer nicht mehr mindern. Der rätselte erst einmal, warum seine Mannschaft die taktischen Vorgaben nicht hat umsetzen können. "Verspätete Ankunft, klar spielt das auch eine Rolle. Aber nicht die entscheidende." Die hohe körperliche Belastung wollte er da schon eher als Grund anerkennen, "wir haben fast nur englische Wochen, das geht an die Substanz." Auch an die des Trainers.

Kommenden Donnerstag muss man schon wieder zum Pokal-Achtelfinale nach Rain, das berge natürlich die Gefahr, dass der Akku nicht mehr rechtzeitig aufgeladen werden kann für das Punktspiel am Sonntag gegen Hof. "Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Ligabetrieb", stellt Teschke klar, will aber auch den Pokal ernstnehmen: "Wir haben ja selbst gesehen, welche Möglichkeiten sich da ergeben können", erinnert er an den Triumph im letztjährigen Finale gegen Burghausen. Das sind dann die Highlights, die auch einen Trainer entschädigen für frustvolle Tage wie den in Bamberg.

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