Der Gegner von 1860: Aubstadt hat mehr Fans bei den Punktspielen als der Ort Einwohnert

Er brachte mehr Stabilität ins Sechziger-Spiel: Neuzgang Nicolaj Madsen. Ziegler

Als der TSV Aubstadt dank eines starken Saisonendspurtes den direkten Aufstieg in die Regionalliga Bayern realisierte, staunten viele Experten nicht schlecht. Ein kleines, 700 Einwohner zählendes Dörfchen im nördlichsten Norden Bayerns, misst sich nun mit Städten wie Nürnberg, Schweinfurt oder Bayreuth.

Rosenheim – Wer den Aufstieg von Fußball-Regionalligist Aubstadt schon eine Sensation, kann nun nach 13 Spielen nur noch den Kopf schütteln: 19 Punkte holten die Aubstädter bisher was , Tabellenplatz 10 bedeutet. Am heutigen Samstag reist der TSV 1860 Rosenheim zu diesem starken Aufsteiger. Anpfiff der Begegnung ist 14 Uhr.

„Der TSV Aubstadt wird eine ganz schwer zu bespielende Mannschaft für uns“, analysiert Thomas Kasparetti, Rosenheims Trainer, den kommenden Gegner und erklärt dies mit deren taktischer Ausrichtung: „Sie konzentrieren sich unwahrscheinlich gut auf die eigenen Ballgewinnen, sie warten exakt auf diesen einen Moment und schalten dann genau zum richtigen Moment mit einem schnellen Spiel nach vorne um.“ In der Offensivabteilung der Unterfranken lauern dafür auch genau die richtigen Spieler – groß gewachsene, robuste und schnelle Akteure, wie zum Beispiel Timo Pitter, Martin Thormann und Michael Dellinger. Und nicht zu vergessen: Ingo Feser. Der 23-jährige Standardspezialist hat in dieser Saison bereits neun Treffer erzielt.

Kompakte Defensivleistung und schnelles Umschaltspiel nach vorne – ein Spielsystem, dass in der Regionalliga mittlerweile „en vogue“ ist. Die meisten Mannschaft vertrauen derzeit darauf, den Gegner für dessen Fehler zu bestrafen. Da hat es auch den TSV 1860 Rosenheim des Öfteren erwischt. Aktuell – und mit der Rückkehr von Matthias Heiß sowie der Verpflichtung von Nicolaj Madsen – haben sich die Innstädter in dieser Kategorie deutlich verbessert. Für Coach Kasparetti wird dies auch gegen die Aubstädter von elementarer Wichtigkeit sein, um „etwas Zählbares“ aus dem Grabfeld zu entführen: „Wir sind gut damit beraten, an unsere Leistung aus der letzten Stunde des Garching-Spiels anzuknüpfen. Es wird außerdem auf eine gesunde Mischung aus spielerischen und kämpferischen Komponenten ankommen.“

Prinzipiell müsste das Rosenheimer 4-2-3-1-System eine sehr gute Antwort auf die 4-1-4-1-Spielanlage der Aubstädter sein. Viel wichtiger als die Taktik, so Kasparetti, sei gegen diesen kompakten Gegner klug und intelligent zu agieren. Das Gegenpressing müsse funktionieren, die Restverteidung eingehalten und die überfallartigen Konter unterbunden werden. Personell kehrt Christoph Wallner wieder zurück ins Team, Alexis Fambo wird wegen einer Sprunggelenksverletzung noch zirka vier Wochen pausieren müssen. Es ist gut möglich, dass auch zu diesem Heimspiel des TSV Aubstadt mehr Zuschauer pilgern werden, als der Ort Einwohner hat – Volksfeststimmung inklusive. Eine Atmosphäre, die für jeden Spieler Ansporn und Motivation genug sein dürften. mpo

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