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UMFRAGE

Fußballer einig: Ein Versuch ist es wert! – Meinungen zum Zugspitz-Pilotprojekt

  • VonLeon Simeth
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Eine Vorrunde in kleineren Gruppen bis zum Winter, danach eine Aufteilung in Auf- und Abstiegsrunde, eventuell noch Play-offs hinterher – der Fußball-Kreis Zugspitze hat seinen Vereinen ein neues Spielsystem für seine Ligen zur Abstimmung vorgelegt (wir berichteten).

Rosenheim/Mühldorf– Die Sportredaktion hat sich bei Spielern, Trainer und Funktionären im Kreis Inn/Salzach umgehört, was sie von dem Vorschlag des Zugspitz-Pilotprojekts halten.

Niki Wiedmann, Trainer TSV 1880 Wasserburg/Bayernliga: Ich finde es ehrlich gesagt einen weniger guten Vorschlag. Das Ligasystem hat sich zweifelsohne immer bewährt und ist das fairste von allen. Und wir sollten erst einmal hoffen, dass wir wieder spielen können, bevor wir über ein neues Ligasystem nachdenken. Sollte der Grundgedanke dabei sein, die Liga corona-konformer zu machen und die Strecken zu reduzieren, dann gehe ich mit. Aber ansonsten sehe ich keinen Grund für so eine Veränderung. Ich bin also definitiv gegen die Einführung dieses Spielmodus und finde, wir sollten im altbewährten System weiterspielen.

„Derbys sind das, was den Amateurfußball ausmacht“

Marijo Sokic, Trainer TuS Großkarolinenfeld/Kreisklasse: Generell ist es mal was Neues und grundsätzlich auch ganz cool. Aber ganz ohne den bisherigen Ligabetrieb würde ich es nicht wollen. Ich finde, vor allem in den unteren Ligen sind die vielen Derbys das, was den Fußball ausmacht. Und wenn, wie bei uns in der Kreisklasse, nur in Sechsergruppen gespielt wird, hat man schon einmal weniger Gegner – und dann kommt es drauf an, wer sich qualifiziert und wer nicht. Ich bin jetzt auch nicht komplett abgeneigt, aber ich würde das bisherige Ligasystem bevorzugen. Die Hauptsache ist, dass wir bald wieder spielen dürfen, und dann ist mir auch egal, in welchem Modus.

Franz Pritzl, Trainer TSV Bad Endorf/Bezirksliga:Das ist grundsätzlich eine gute Idee, es ist nur fraglich, ob sie auf Bezirksebene und höher machbar ist. Auf Kreisebene würde ich das gut finden, es wäre einfach mal etwas Neues. Ein Problem sehe ich mit einem Start in den Sommerferien – da sind dann in den unteren Klassen viele Spieler im Urlaub und die Mannschaften können gleich mal schnell abgeschlagen in der Abstiegsrunde landen. Und man muss schauen, dass man eventuelle Spielausfälle und Nachholspiele rechtzeitig vor den letzten Spieltagen wieder austragen kann.

„Der Modus ist mir eigentlich egal“

Hans Geiger, Abteilungsleiter TSV Siegsdorf/Kreisliga: Der Modus ist mir eigentlich egal. Wichtig ist mir, dass wir nicht länger als in den November spielen und nicht im Februar wieder starten müssen. Das ist bei uns aufgrund der Witterungsverhältnisse schlichtweg nicht möglich. Ich bin froh, dass sich Personen Gedanken machen, wie man etwas verbessern kann.

Tom Stutz, Trainer TuS Traunreut/Kreisliga: Der neue Modus hat seinen Reiz und ich stehe dem aufgeschlossen gegenüber. Ich bin aber gespannt, wie das Ganze genau abläuft, allen voran mit der genauen Gruppeneinteilung. Hier kann es zu Ungerechtigkeiten kommen. Man sollte dem Pilotprojekt eine Chance geben, Rückschlüsse daraus ziehen und wenn es keine Option für die Zukunft ist, kehrt man zum alten System zurück.

Matthias Rahm, Abteilungsleiter SV Westerndorf/Kreisliga:Ich bin eigentlich der Meinung, dass sich unser bisheriges System bewährt und man das durchaus beibehalten kann. Aber wenn es im Kreis Zugspitze ausprobiert wird und dort super klappt, dann sollte man es auch bei uns mal versuchen.

„Der Vorteil liegt auf der Hand“

Florian Dirscherl, Trainer ASV Au/Kreisliga:Ich wäre schon so einer, der das mal ausprobieren würde. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es gibt ständig spannende Spiele. In der Aufstiegsrunde gibt es vom Niveau her nur Top-Spiele, was auch für die Zuschauer sehr interessant sein dürfte. Und es gibt keine Mannschaften mehr, die ab der Saisonmitte nur noch um die goldene Ananas spielen, denn auch die Mittelfeldteams sind dann in der Abstiegsrunde noch einmal gefordert. Ich finde auch, dass man nach der langen Corona-Pause grundsätzlich mal alles probieren kann.

Harald Melnik, Trainer SV Ostermünchen/Kreisliga: Ich habe eigentlich immer ein offenes Ohr für Neuerungen. Mir hat beispielsweise der kurzfristig festgelegte Turniermodus bei der Champions League im vergangenen Jahr ganz gut gefallen. Deshalb sage ich zu diesem Vorschlag auch: Warum nicht? Wenn es dann doch nicht passt, dann kann man immer wieder zu unserem bisherigen System zurückkehren. Ein Versuch ist es aber wert, weil ich glaube, dass die Spannung allgemein größer wird.

„Dieses Jahr wäre auf jeden Fall zu früh“

Daniel Kobl, Spieler SV Bruckmühl/Bezirksliga: Ich finde es generell ein spannendes Konzept und bin nicht abgeneigt, aber dieses Jahr wäre es auf jeden Fall zu früh. Ich stimme da vollkommen dem zu, was Spielleiter Hans Mayer gesagt hat. Ich glaube, nach der langen Corona-Pause ist jeder erst einmal froh, im gewohnten System einfach mal wieder Fußball zu spielen. Ich sehe den Spannungsaspekt beim Play-off-Modus und kann mir vorstellen, es zu testen. Man sieht es ja an den Relegationsspielen, da geht es immer richtig zu. In dem Modus muss man immer abliefern und es ist gefühlt jedes Spiel ein Endspiel. Ich glaube aber insgesamt, dass man sich die normale Liga dann nach einer Zeit zurückwünscht.

Robert Salzberg, Vorsitzender FC Mühldorf/Kreisklasse:Grundsätzlich kann ich dem Ganzen durchaus etwas abgewinnen. Oft ist es ja so, dass man bereits in der Winterpause im Tabellenmittelfeld steht und es um nichts mehr geht. Bei diesem Modell allerdings geht es für alle Mannschaften bis zum Schluss um was. Deshalb wäre ich für das Modell durchaus offen.

Walter Andrasch, Abteilungsleiter TSV Altenmarkt/Kreisliga: Wir hätten nichts gegen einen neuen Spielmodus, man sollten immer auch was Neues probieren und nicht immer nur das Alte bewahren. Wir würden uns das auf alle Fälle mal anschauen. Ob die Zuschauer die Spiele in der Abstiegsrunde interessant finden, weiß ich nicht, weil dann die Top-Teams fehlen.

„Man sollte abwarten, bis man wieder trainieren oder vor allem spielen kann“

Robin Ungerath, Spieler TSV 1880 Wasserburg/Bayernliga: Interessant klingt dieses Konzept schon, obwohl ich ein Fan vom normalen Ligasystem bin. Wenn es nach mir geht, sollte man es einfach einmal ausprobieren. Im Nachhinein weiß man dann, ob es Sinn macht oder nicht. Ich bin aber der Meinung, dass man erst einmal abwarten sollte, bis man wieder normal trainieren oder vor allem spielen kann. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, zurzeit darüber nachzudenken. Ich kann mir diesen Modus auf jeden Fall vorstellen, aber ich glaube, dass er sich langfristig nicht durchsetzen kann.

Andreas March, Trainer SG Tüßling-Teising/Kreisliga: Ich bin mit unserer Kreisliga sehr zufrieden, weil wir sehr viele Derbys haben. Diese könnten gegebenenfalls in der zweiten Saisonhälfte mit dem neuen System wegfallen. Zudem würden die Überraschungen wegfallen, dass beispielsweise der Tabellenletzte den Ersten schlägt. Dennoch verspricht das andere Modell mehr Spannung und könnte deshalb lukrativer sein.

„Man kann ja immer noch zum alten System zurückkehren“

Udo Sigrüner, Trainer des FC Töging II/Kreisliga: Ich finde den neuen Modus gut. Er verspricht Spannung, weil es direkt von Anfang an um etwas geht. Das ist mit Sicherheit auch für die Spieler interessant. Die Verantwortlichen machen sich ihre Gedanken, um mal etwas anderes zu machen. Und wenn es nicht funktioniert, kann man ja immer noch zum alten System zurückkehren.

Xaver Utzinger, Abteilungsleiter SV Ruhpolding/Kreisklasse: Gegen Neuerungen sollte man sich nicht sträuben und der neue Modus hört sich erst einmal nicht verkehrt an. Ich muss aber zugeben, dass ich unser Liga-System schon sehr schätze. Wenn man den neuen Modus einführt, dann muss das Hand und Fuß haben. Etwas auszuprobieren, nur weil es neu ist, muss meiner Meinung nicht sein.

Daniel Winklmaier, Trainer TSV Peterskirchen/Kreisliga:Ich bin sehr gespalten, was diese Neuerung angeht. Auf der einen Seite wären das aufgrund des neuen Ablaufs neue Erfahrungen. Außerdem würde es mehr Spannung geben, weil es gleich von Anfang an um wichtige Punkte geht. Auf der anderen Seite könnte das neue System auch ungerechter sein. Wenn du im ersten Saisonteil Pech hast. Und durch den Modus könnte man viermal auf den gleichen Gegner treffen, da könnte es sein, dass Derbys irgendwann ausgelaugt sind. Deshalb finde ich eigentlich eine komplette Saison gerechter.

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