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Regionalligist gibt der Jugend eine Chance

1860 Rosenheim mit eigenem Re-Start – Hans Kroneck: „Wir setzen auf unseren Nachwuchs“

Auf der Suche: Hans Kroneck, Sportlicher Leiter des TSV 1860 Rosenheim braucht noch ein paar Spieler.
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Auf der Suche: Hans Kroneck, Sportlicher Leiter des TSV 1860 Rosenheim braucht noch ein paar Spieler.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    VonHans-Jürgen Ziegler
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Der Fußball-Regionalligist 1860 Rosenheim nutzte die lange Corona-Pause um sich neu auszurichten. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen sagt Hans Kroneck, Sportlicher Leiter des TSV 1860 Rosenheim, was man ändern wird und welche Leistungsträger nicht mehr für die Sechziger spielen werden.

Rosenheim – Der Saisonabbruch in den bayerischen Fußball-Ligen ist seit Dienstag beschlossene Sache und jetzt heißt es für die Vereine: Neuanfang nach der langen Corona-Pause. Für viele Mannschaften von der C-Klasse bis hinauf zur Regionalliga bietet sich jetzt die Chance, einiges zu verändern. Und genau das macht der Regionalligist 1860 Rosenheim, dessen Sportlicher Leiter Hans Kroneck im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen ganz deutlich sagt: „Wir machen nach Corona unseren eigenen Re-Start und setzen verstärkt auf unseren Nachwuchs.“

Herr Kroneck, die Meinungsumfrage des BFV hat ergeben, dass es bei einem Saisonabbruch Aufsteiger und Absteiger geben wird. Wie hätten Sie entschieden?

Hans-Kroneck: Es ist für mich schwer zu beurteilen, weil ich die Folgen, was Ligenstärke und -einteilung betrifft, nicht kenne. Ich denke, dass bei der Entscheidung wie gespielt wird auch noch ein weiterer Lockdown berücksichtigt wird. Man weiß ja nicht, ob im Herbst noch einmal etwas kommt. Die Herausforderung wird sein, alles so zu planen, dass die Ligen auf alle Fälle in einem Jahr fertig gespielt werden können.

Da könnte es aber Probleme mit vielen englischen Wochen geben?

Kroneck: Das stimmt und deshalb werden wir alle im Amateurbereich Kompromisse eingehen müssen. Ob ganz oben oder ganz unten. Eine Liga mit mehr als 20 Mannschaften wäre im normalen Modus nicht machbar, vor allen Dingen nicht in der Landes-, Bayern- oder Regionalliga mit vielen weiten Auswärtsfahrten.

Jetzt zum aktuellen Tagesgeschäft. Ihr Kooperationspartner Unterhaching ist aus der 3. Liga abgestiegen und spielt in der selben Liga wie 1860. Was bedeutet das für die Kooperation?

Kroneck: Der Abstieg von unserem Kooperationspartner ändert an der Zusammenarbeit mit Unterhaching nichts. Die Regionalliga macht es dafür noch attraktiver. Es könnte ja auch noch der FC Bayern München 2 dazukommen. Natürlich werden die zwei Spiele gegen Unterhaching etwas Besonderes, aber trotzdem ist es eine Begegnung wie jede andere. Da stehen 22 junge Männer auf dem Platz und wollen ein Fußballspiel gewinnen.

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In den letzten zwei Jahren sind immer Talente aus Unterhaching zu den Sechzigern gekommen. Wie sieht es da vor der neuen Saison aus?

Kroneck: Ob wir wieder Spieler aus Unterhaching bekommen, hat nichts allein mit dem Abstieg von Unterhaching zu tun. Durch Corona hat es Veränderungen im Fußball gegeben was zum Beispiel den Transfermarkt betrifft. Wir selbst haben in Rosenheim in den letzten Jahren im Jugendbereich sehr erfolgreich gearbeitet und durch die lange, coronabedingte Pause hatten wir genügend Zeit um Vieles zu durchleuchten und einige Dinge klarer zu sehen.

Zum Beispiel?

Kroneck: Zum Beispiel für was der TSV 1860 Rosenheim eigentlich steht. Was sind die Ziele der Sechziger, was ist in der Vergangenheit schlecht, was ist gut gelaufen? Wo wollen wir hin und wie soll der Weg dorthin aussehen? Da komme ich wieder auf die Kooperation. Sinn der Zusammenarbeit ist es ja auch, dass wir von der einen Seite Spieler bekommen bei denen Unterhaching eine Fantasie hat, dass diese Spieler drittligatauglich werden aber aufgrund des jungen Alters noch ein halbes oder ein Jahr brauchen. Unser Auftrag in Rosenheim wäre gewesen, diese Spieler so zu fördern, dass sie den höherklassigen Anspruch erfüllen können und den Sprung nach Unterhaching schaffen. Doch dann ist eben Corona gekommen und hat uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Wir haben einige hochtalentierte Spieler aus Unterhaching bekommen, die waren zwar mit uns im Trainingslager, gespielt haben sie aber kaum für uns. Wie zum Beispiel Niclas Anspach, Christoph Ehlich oder Stephan Mensah.

Weg: Mathias Heiß, seit 2016 beim TSV 1860, verlässt die Rosenheimer.

Solche Spieler werden die Sechziger in diesem Sommer aber nicht bekommen.

Kroneck: Im Gegenteil: Dominik Bacher, Lucas Markert und Louis Zimmerschied, die im letzten Sommer gekommen sind, verlassen uns wieder. Bacher wechselt zurück nach Unterhaching, das seine Talente zumindest für die kommende Saison selbst für einen Neuaufbau braucht. Und genau da liegt die Chance für unseren eigenen Nachwuchs. Wir haben in unserer U19 viele große Talente und deshalb bedienen wir uns aus der eigenen Jugend. Wir wollen diese Spiele fördern in die wir großes Vertrauen haben. Mit wir meine ich das Trainerteam um Florian Heller, die Abteilungsleitung und meine Person.

Das heißt, dass die Fußballfans viele jungen Spieler aus der Region zu sehen bekommen.

Kroneck: Richtig. Natürlich haben wir auch einige gestandene Führungsspieler im Kader und wir werden uns auch noch mit zwei externen Spielern verstärken. Mit der Kaderplanung sind wir zu 80 Prozent durch und für die restlichen Personalien, was die verschiedenen Positionen betrifft, sind wir gerade am suchen, beziehungsweise führen schon Gespräche. Wir haben auch noch Zeit, weil der Transfermarkt erst am 31. August schließt. Da können dann noch ganz interessante Spieler dabei sein – wie zum Beispiel damals ein Pius Krätschmer.

Wenn 1860 Rosenheim auf seine eigenen Talente setzt, bleiben umgekehrt für den anderen Kooperationspartner SB Rosenheim keine Spieler übrig.

Kroneck: Das ist natürlich richtig und das ist jetzt nun mal in dieser Saison und auch coronabedingt so der Fall. Aber nächstes Jahr sieht das schon wieder ganz anders aus. Da bekommen wir aus der U19 wieder neun sehr talentierte Spieler raus, die wir natürlich nicht alle übernehmen können.

Wer sind die Führungsspieler, die die „jungen Wilden“ führen sollen?

Kroneck: Da haben wir zum Beispiel Christoph Wallner, Danijel Majdancevic, Linor Shabani und Christoph Fenninger und noch den einen oder anderen Neuzugang.

Matthias Heiß und Moritz Moser verlassen 1860 Rosenheim

Und was ist mit Matthias Heiß oder Moritz Moser?

Kroneck: Die werden beiden den Verein verlassen. Matze Heiß hat von uns ein Vertragsangebot erhalten, das er aber nicht annehmen wollte. Auch Torhüter Niklas Pfister verlässt uns und der Wechsel von Alexis Fambo nach Heimstetten ist ja schon bekannt.

Gibt es sonst noch Spieler, die fraglich sind?

Kroneck: Wir haben aktuell drei Personalien, die noch mit einem Fragezeichen versehen sind. Das sind die Offensivspieler Achitpol Keereerom und Korbinian Linner, sowie Torhüter Alin Goia mit dem das abschießende Gespräch noch nicht stattgefunden hat.

Für welche Positionen werden denn noch Spieler gesucht?

Kroneck: Wir werden auf alle Fälle noch einen oder zwei Torhüter holen, dann brauchen wir definitiv noch einen Innenverteidiger und noch einen oder zwei Stürmer, weil wir im 4-4-2-System spielen wollen. Der Kader soll eine Stärke von 20 Feldspieler plus drei Torhüter haben. Wir wollen auch keinen größeren Kader, denn sollte es längerfristige Ausfälle geben, werden wir uns aus der eigenen Jugend bedienen.

Das bedeutet, dass in Zukunft der eigene Nachwuchs die Chance bekommt in der Regionalliga zu spielen.

Kroneck: Wir in Rosenheim sehen die Zeit nach Corona und unabhängig von der Kooperation mit Unterhaching als Restart. Der Spruch von unserem neuen Trainer Florian Heller trifft es genau, wenn er sagt: „Wir können nur jedem Spieler die Tür öffnen, aber durchgehen muss er selbst.“ Und diese Tür zur 1. Mannschaft war eben in den letzten Jahren nicht so geöffnet, wie es ab der neuen Saison sein wird.

Fraglich: Torhüter Alin Goia.

Der Kader von 1860 Rosenheim für die neue Saison (Stand 20. Mai)

Tor: Alin Goia (?), Thomas Wimmer (eigene Jugend)

Abwehr: Markus Sattelberger, Christoph Wallner, Julian Höllen, Luca Jesse, Simon Kolb.

Mittelfeld: Danijel Majdancevic, Linor Shabani, Sam Zander, Adel Merdan, Maximilian Kuchler, Nico Schiedermeier, Vegard Salihu.

Sturm: Christoph Fenninger, Korbinian Linner (?), Laurin Demolli, Achitpol Keereerom (?), David Kamuf.

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