Fußball-Regionalliga Bayern

20 gute Minuten reichen nicht ‒ 1860 Rosenheim geht in Heimstetten mit 2:5 unter

Da sah es noch gut aus für den TSV 1860 Rosenheim: Achitpol Keereerom (rechts) erzielt die 1:0-Führung gegen Heimstetten
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Da sah es noch gut aus für den TSV 1860 Rosenheim: Achitpol Keereerom (rechts) erzielt die 1:0-Führung für die Sechziger.

2:5 haben die Regionalliga-Fußballer des TSV 1860 Rosenheim das Spiel im Abstiegskampf in Heimstetten verloren. Trotzdem war Trainer Thomas Kasparetti nicht unzufrieden mit seinem Team. „In den ersten 20 Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagt er. Aber 20 gute Minuten reichen eben nicht.

Von Matthias Horner

Heimstetten – Das schlimmste war für Thomas Kasparetti, dass „wir jetzt zwei Wochen Pause haben und uns damit und mit uns selbst beschäftigen müssen“. Mit 2:5 war seine Mannschaft, Regionalligist TSV 1860 Rosenheim, soeben im Abstiegsduell beim SV Heimstetten untergegangen. Der Trainer der „Sechzger“ war zwar gar nicht mal so unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, wie man meinen könnte. „In den ersten 20 Minuten“, so der 37-Jährige, „haben wir eigentlich ein richtig gutes Spiel gemacht“.

Das Rosenheimer Trainergespann Thomas Kasparetti (rechts) und Florian Heller steht nach der 2:5-Niederlage in Heimstetten vor schweren Wochen.

1:0-Führung durch den erst 19-jährigen Achitpol Keereerom

Die zu diesem frühen Zeitpunkt durchaus folgerichtige Führung durch den erst 19-jährigen Achitpol Keereerom (16.) „hat uns dann aber leider keine Sicherheit gegeben“, wie Kasparetti bedauerte. Und damit perfekt umschrieb, wie tief die Verunsicherung in seinem Team nach der Negativserie sitzt. Der letzte Ligasieg liegt mittlerweile fast ein Jahr zurück (1:0 gegen Illertissen am 23. November 2019), er wolle „jetzt keine Ausreden suchen“, betonte der 1860-Coach, „wir können uns schon ganz gut einschätzen“. Sagt es doch einiges aus, wenn selbst das erste Ligator seit dem Restart keine Sicherheit zu verleihen vermag.

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Dritte Niederlage in Serie seit dem Wiederbeginn

Von Beginn an, und dieser Saisonstart war ja bereits im Sommer 2019, sei man beim TSV 1860 auf den Kampf um den Ligaverbleib eingestellt gewesen, unterstreicht Kasparetti. Derzeit aber scheint die Hoffnung vor allem darauf zu fußen, dass es am Ende der Spielzeit nur einen Direkt-Absteiger gibt und sich der VfR Garching nachhaltig um diesen Platz bewirbt. Doch auch die Rosenheimer verloren nun die dritte Ligapartie seit dem Wiederbeginn in Serie. Bei seiner jungen Mannschaft müsse er zwar eine „gewisse Fehlerkultur zulassen“, wie Kasparetti erklärt, nicht gefallen jedoch konnte ihm, dass seine Elf am Samstag in einem derart wichtigen Abstiegsduell zum Teil „zu passiv verteidigt“ hatte. So hielt die Führung gerade einmal zwölf Minuten – und wurde dann binnen vier Minuten in einen Rückstand verwandelt. Zunächst durfte Heimstettens Torjäger Lukas Riglewski nahezu unbedrängt aus 16 Metern sehenswert abschließen (28.), nur wenig später brachte Mohamad Awata den SVH erstmals in Front (32.).

Drittes Gegentor direkt nach der Halbzeit

Spielentscheidend jedoch war aus Kasparettis Sicht, dass „das dritte Tor zu früh fällt“. Direkt nach dem Wiederanpfiff erhöhte Sebastiano Nappo zwar tatsächlich auf 3:1 (47.), Christoph Fenninger aber brachte die Gäste beinahe postwendend wieder heran (51.). Den Gnadenstoß stellte eher das 4:2 durch abermals Nappo nur zwei Minuten später dar (53.), Riglewski schließlich stellte mit seinem bereits 16. Saisontreffer per Strafstoß den Endstand her (63.). Einen Aufreger gab es zwar noch, als Heimstettens Valentin Micheli wegen groben Foulspiels vom Platz gestellt wurde (70.), für ein Comeback aber fehlte es der Kasparetti-Elf augenscheinlich am Glauben.

Keine Chance für Sechziger-Keeper Jacob Mayer beim 1:1-Ausgleich durch Heimstettens Riglewski.

Ein steiniger Weg liegt vor 1860 Rosenheim

Trotz dieser „Klatsche“, wie auch Kasparetti einräumte, war der Rosenheimer Trainer aber vor allem froh darüber, mit seiner Mannschaft überhaupt in Heimstetten antreten zu können. Eine erneute Saison-Unterbrechung schwebt derzeit wie ein Damoklesschwert über dem gesamten Amateurfußball. Er sei „grundsätzlich erst mal Sportler“, betont der 37-Jährige, und wolle sich daher „nicht anmaßen, mir bei diesem Thema ein Urteil zu erlauben“. Als Sportler jedoch ist Kasparetti der Schmerz anzumerken, den er während der Spielpause empfunden hat. Von einer „toten Zeit“ spricht er, während der ihm „die Leidenschaft Fußball gefehlt“ habe. Nun gilt es, diese Leidenschaft auch seiner Mannschaft zu vermitteln. Denn mit Vorstellungen wie am Samstag wird es einzig darum gehen, den Zweikampf mit Garching um den einen direkten Abstiegsplatz für sich zu entscheiden. Und dann auch noch die Relegation unbeschadet zu überstehen. Ein steiniger Weg, der da vor den Rosenheimern liegt. Erst am 7. November steht mit dem Gastspiel in Aschaffenburg die nächste Etappe an.

Die Spielstatistik

TSV 1860 Rosenheim: Mayer – Sattelberger, Heiß, Wallner, Moser (75. Knauff) – Shabani, Höllen (75. Markert) – Linner (69. Demoli), Keereerom – Fenninger.

Tore: 0:1 Keereerom (16.), 1:1 Riglewski (28.), 2:1 Awata (32.), 3:1 Nappo (47.), 3:2 Fenninger (51.), 4:2 Nappo (53.), 5:2 Riglewski (65., FE).

Schiedsrichter: Riedel (Horgau)

Zuschauer: 200

Rote Karte: Micheli (Heimstetten, 70., grobes Foulspiel)

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