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Abteilungsleiter Alex Neiser im Interview

Krise beim Tabellenletzten 1860 Rosenheim: So soll es weiter gehen

Nicht der Trainer, sondern ein engagierter Abteilungsleiter am Spielfeldrand: Alexander Neiser vom TSV 1860 Rosenheim.
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Nicht der Trainer, sondern ein engagierter Abteilungsleiter am Spielfeldrand: Alexander Neiser vom TSV 1860 Rosenheim.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    VonHans-Jürgen Ziegler
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14 Niederlagen in 17 Spielen, abgeschlagen Tabellenletzter in der Fußball-Regionalliga Süd, in den letzten fünf Spielen nur ein Tor erzielt. Alexander Neiser, Abteilungsleiter des TSV 1860 Rosenheim stellt sich den Fragen der OVB-Sportredaktion.

Rosenheim – Der TSV 1860 Rosenheim spielt bereits in seiner siebten Saison in der Regionalliga Bayern, die Fans im Jahnstadion sahen viele tolle Spieler und Spiele.

Zehn Punkte Rückstand auf den ersten Relegationsplatz

Doch diese Zeiten in der Regionalliga scheinen nach dieser Saison für die Rosenheimer Sechziger höchstwahrscheinlich beendet, denn mit nur sieben Punkten aus 17 Spielen und dem katastrophalen Torverhältnis von 13:57 liegen die Rosenheimer fast chancenlos und abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz – mit zehn Punkten Rückstand auf den ersten Relegationsplatz. Was Abteilungsleiter Alexander Neiser zur aktuellen Situation sagt und wie es bei 1860 Rosenheim weitergehen soll, erklärte der 37-jährige Bad Endorfer im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Lesen Sie auch: 1860 Rosenheim die Schießbude der Liga – ein Kommentar von Thomas Neumeier

Herr Neiser, der Blick auf die Tabelle der Regionalliga Bayern ist grausam. Wie geht es mit 1860 Rosenheim in den nächsten Wochen und Monaten weiter?

Alexander Neiser: Natürlich ist es nicht schön, Tabellenletzter in einer Liga zu sein, aber eines steht fest: Wir werden definitiv nicht aufgeben und alles versuchen, um die Klasse zu halten. Jedes Jahr in der Regionalliga ist für Rosenheim ein absolutes Highlight.

Sie wissen aber auch, dass die Aufgabe, die Klasse zu halten, mit jeder Niederlage schwerer wird!

Neiser: Und deshalb müssen wir jetzt anfangen zu punkten, und zwar gegen Mannschaften, gegen die wir das auch können. Wir wollen jetzt bis zum 4. Dezember so viele Punkte wie möglich sammeln, um dann eine Bestandsaufnahme zu machen.

Ist das ein Ultimatum für den Trainer beziehungsweise für die Sportliche Leitung?

Neiser: Sicher nicht, Florian Heller ist und bleibt unser Trainer. Nicht umsonst haben wir vor der Saison mit ihm einen Dreijahresvertrag abgeschlossen, weil er unserer Meinung nach der richtige Coach für unseren eingeschlagenen Weg ist. Und hinter diesem Weg steht der komplette Staff: Von der Abteilungsleitung über den Sportlichen Leiter Hans Kroneck bis hin zum Trainerteam und der Mannschaft.

Es ist intern also alles im Grünen Bereich?

Neiser: Richtig. Wir sind uns alle einig. Da gibt es keine Querelen oder irgendwelche Machenschaften. Trotz der sportlichen Misere herrschte eine gute Stimmung innerhalb der Abteilung.

Ungewöhnlich bei 14 Niederlage in 17 Spielen und zwei historischen 0:8-Niederlagen.

Neiser: Wir sind ja nicht blauäugig in diese Saison gegangen. Wir wussten, dass es mit unserer jungen Mannschaft extrem schwer wird. Aber Aufgeben gibt es für uns nicht. Und wenn wir in die Bayernliga absteigen sollten, ist das für uns auch kein Beinbruch. Wir haben langfristige Verträge mit den Spielern und werden auch eine Klasse tiefer eine gute Mannschaft auf das Spielfeld schicken.

Mit jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs oder doch wieder mit Akteuren vom Kooperationspartner Unterhaching?

Neiser: Am Konzept, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen und die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner SpVgg Unterhaching weiter zu forcieren, werden wir nichts ändern. Auch nicht wenn wir absteigen sollten. Das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber wir bieten jungen Spielern zwischen Salzburg und München eine optimale Ausbildungsstätte um sich fußballerisch weiterzuentwickeln. Ob bei uns in den verschiedenen Bayernliga-Mannschaften der U15, U17 oder U19 oder bei entsprechender Qualifikation eine Klasse höher in der U17- oder U19-Bundesliga bei der SpVgg Unterhaching. Und natürlich sollen unsere jungen Talente auch in unsere Seniorenmannschaft herangeführt werden. Wir wollen die Kooperation mit Unterhaching, die bis 2022 läuft, auch gerne verlängern.

Haben Sie da auch die Unterstützung vom Hauptverein?

Neiser: Unser Hauptverein an der Spitze mit Herbert Borrmann steht voll hinter uns und unterstützt uns in jeglicher Hinsicht.

Dann könnten sich die Sechziger doch noch verstärken, um das Ziel Klassenerhalt zu schaffen!

Neiser: Kurzfristig etwas zu tun ist definitiv nicht möglich und das wollen wir auch nicht. Natürlich würden wir nicht Nein sagen, wenn sich ein Topspieler anbieten würde, der finanzierbar ist. Aber den sehe ich nicht. Unser Ziel in Rosenheim muss es sein, nachhaltig junge Spieler und Spieler aus der Region zu fördern. Diesen Weg werden wir ligaunabhängig weitergehen.

Diese Talente bräuchten aber auch Führungsspieler im Team, die es jungen Spielern leichter machen. Diese Leitwölfe haben den Verein aber in den letzten Jahren alle verlassen, wie zum Beispiel Mathias Heiß.

Neiser: Natürlich wollten wir so gute Achsenspieler wie möglich im Kader haben. Da gehören aber immer zwei Parteien dazu – der Verein und der Spieler. Dann geht es auch darum: Welche Spieler möchten wir behalten, welche Spieler wollen auch bleiben und welche Spieler können wir uns leisten. Wir haben natürlich mit den Spielern gesprochen, aber was bringt es uns, einem Spieler zuzusagen, wir dann gleichzeitig jeden Monat das Problem haben, das wirtschaftlich zu schaffen. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass zum Beispiel ein Spieler wie Mathias Heiß nicht bezahlbar war, aber es hat eben in verschiedenen Punkten nicht zusammengepasst.

Wer die Rosenheimer Mannschaft in letzten Spielen gegen Illertissen und Buchbach beobachtete, sah den Willen noch etwas reißen zu wollen. Aber reicht der Wille allein?

Neiser: Wenn wir einigermaßen unsere Stammformationen auf das Feld bringen, können wir gegen die hinteren Mannschaften durchaus mithalten. Uns fehlt in vielen Situationen auch das nötige Glück.

Und ein Spieler der Tore schießen kann, wie die letzten Ergebnisse mit einem einzigen Treffer in fünf Spielen zeigen.

Neiser: Das stimmt, aber auch hier fehlt nur das eine Erfolgserlebnis. Wir haben sehr gute Offensivspieler und wenn es einmal wieder klappt, dann läuft es. Da bin ich zu 100 Prozent überzeugt. Wir glauben an unsere Mannschaft und wir werden unseren Weg weitergehen, weil wir wissen, dass es der richtige Weg ist. Und nur das zählt für uns.

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