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Der Papa behält die Oberhand

„Fußball ist eine Herzensangelegenheit“: Neumeier-Duell in der A-Jugend-Kreisliga

Nur für 90 Minuten Konkurrenten: Richard und Thomas Neumeier nach dem direkten Aufeinandertreffen.
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Nur für 90 Minuten Konkurrenten: Richard und Thomas Neumeier nach dem direkten Aufeinandertreffen.

Eigentlich war es nur eine Partie am ersten Spieltag in der Kreisliga der A-Junioren-Fußballer. Immerhin ein Derby zwischen Schechen/Tattenhausen und Westerndorf, aber eigentlich nur der Auftakt einer neuen Saison. Für zwei bekannte Personen im Rosenheimer Fußball war es aber doch besonders – ein Familienduell!

Rosenheim/Schechen – Nur drei Minuten waren gespielt, als der SV Westerndorf mit Trainer Heiko Drube und Co-Trainer Thomas Neumeier zum ersten Mal über ein Tor jubeln konnte. Es war der frühe erste Höhepunkt auf dem Rasen. Mindestens genauso interessant war aber die Geschichte neben dem Platz, denn an der Seitenlinie coachten zum ersten Mal Vater und Sohn gegeneinander: Richard Neumeier ist als Trainer der A-Jugend im Dienste des SV Schechen tätig, Sohn Thomas Co-Trainer der A-Jugend und Jugendleiter des SV Westerndorf. Eine ungewohnte Situation, denn 25 Jahre lang haben Vater und Sohn gemeinsam beim Sportbund Rosenheim Nachwuchsarbeit betrieben. Nun standen sie das erste Mal als Konkurrenten an der Seitenlinie.

Dieses Duell war vor einigen Monaten noch unklar. Richard Neumeier hat beim SV Schechen aber noch eine Saison drangehängt: „Ich war meiner Mannschaft noch ein Jahr schuldig, aber nach dieser Saison ist Schluss.“ Diese Aussage entlockt dem Filius aber ein Schmunzeln: „Ich weiß doch, dass er gerade die Stunden für die Trainerscheinverlängerung sammelt...“

„Ehrgeizig und zielstrebig“

Seit zwei Jahren ist der inzwischen 82-Jährige beim SVS in der A-Jugend als Trainer gemeinsam mit Christian Posch tätig. Angefangen in der Gruppe, stand zuletzt die Kreisliga-Meisterschaft zu Buche. „Es war mein Ziel, die Spieler weiter zu entwickeln und sie auf den Herrenbereich vorzubereiten“, so Richard Neumeier, der in seiner langen Trainerkarriere hochklassige Mannschaften und Spieler betreute, darunter auch etliche Nationalspieler und Profi-Akteure. Fragt man seine Spieler, wie sie Richard Neumeier als Trainer charakterisieren würden, dann fallen Adjektive wie „ehrgeizig oder zielstrebig“.

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Wie er es trotz seines hohen Alters immer noch schafft, junge Leute zu erreichen, erklärt sein Spieler Michael Ludwig: „Der Siegeswillen und der Spaß am Fußball verbinden ihn mit uns. Er ist ein Trainer, mit dem man Spaß haben kann, der aber auch mal strenger wird, wenn ihm die Leistung der Mannschaft nicht passt.“ Dass er trotz seines Alters weiter alles für den Sieg gibt und erfolgreich Fußball spielen lassen will, merkt man ihm auch während des Spiels an: Energisch gibt er seinen Jungs von der Linie aus immer wieder Anweisungen.

„Natürlich schaut man sich da Vieles ab“

Ähnlich wie sein Vater wird auch Thomas Neumeier von seinen Westerndorfer Spielern beschrieben: Ehrgeizig und erfolgsorientiert. Eigenschaften, die er sicher auch übernommen hat. Vor allem taktisch habe er viel von seinem Vater gelernt, sagt er. Seine ersten Erfahrungen an der Seitenlinie hat er nämlich als Co-Trainer unter Richard Neumeier gemacht. So manches Verhalten an der Linie ähnelt dem Papa: „Ich habe lange mit ihm zusammengearbeitet, natürlich schaut man sich da Vieles ab – manches auch unbewusst.“

Gleiche Gestik wie der Papa: Thomas Neumeier bei der Nachbetrachtung nach dem Spiel.

Seit gut einem Jahr ist Thomas Neumeier nun Jugendleiter des SV Westerndorf und mit ihm ist auch ein Stück Professionalität gekommen: „Thomas ist sehr engagiert und möchte den Verein immer weiter entwickeln“, beschreibt SVW-Spieler Max Appelt. Auch ehemalige Schützlinge loben: „Er setzt sich sehr für seine Spieler ein und nimmt sich auch für Jeden Zeit. Das macht ihn sehr sympathisch“, so Ambroise Breteau, der Thomas Neumeier ein Jahr miterlebte und nun im Herrenbereich des SVW spielt. „Ich möchte den Nachwuchs an das Niveau der Herren heranbringen und so vielen Eigengewächsen wie nur möglich den Sprung in den Herrenbereich ermöglichen“, sagt Thomas Neumeier. Dazu will er auch die vielen Jugendtrainer in Westerndorf mitnehmen: „Wir wollen auch hier viele neue Sachen einbringen und Trainertalente entwickeln.“

„Darin ist er mir auch ein Vorbild“

Heiko Drube kennt sowohl Vater als auch Sohn Neumeier lange und gut. Der aktuelle Trainer der A-Jugend des SV Westerndorf hat noch selbst unter Richard Neumeier gespielt und dann unter ihm auch seine ersten Trainererfahrungen gesammelt: „Richard ist eine besondere Persönlichkeit! Ich habe ihn als Mensch erlebt, der andere mitreißen kann. Darin ist er mir auch ein Vorbild“, adelt Drube seinen ehemaligen Trainer. „Er hat im Jugendbereich viele Spieler geformt, die dann im Herrenbereich erfolgreich waren. Das ist auch mein Ziel beim SV Westerndorf.“ Und ohne Thomas Neumeier wäre Drube nie in Westerndorf gelandet: „Eigentlich hatte ich als Trainer schon abgeschlossen, doch Thomas hat mich hergeholt. Er ist einer, der die Leute mitzieht.“ Drube hat auch eine wichtige Gemeinsamkeit herausgefunden: „Richard hat mir beigebracht, dass Fußball eine Herzensangelegenheit sein muss. Und das trifft auch auf Thomas zu!“

Am Ende behält der Papa die Oberhand

Klare Ansagen: Richard Neumeier während der Pause mit den Spielern vom SV Schechen.

Und so war der Ehrgeiz beim Saisonstart in Schechen auch dementsprechend groß. „Wir reden viel über Fußball und unsere Teams, in der Woche vor dem Spiel haben wir uns beide aber wohl einige Male auf die Zunge gebissen“, gibt der Filius zu. Exemplarisch am Spielfeldrand und gleich nach der Partie: Beide waren eindeutig mehr auf die Leistung der eigenen Mannschaft fokussiert als aufs Familienduell und gingen zunächst mit dem jeweiligen eigenen Team in die Analyse, ehe man sich für den gemeinsamen Handschlag und den Ratsch nach dem Match Zeit nahm. „Es ist ein Spiel wie jedes andere auch. Dafür sind wir schon zu lange im Geschäft“, sagt Richard Neumeier, am Ende der 90 Minuten 4:2-Sieger. „Schechen war letzte Saison Meister, wir sind neu in der Liga. Dennoch wurmt eine Niederlage, zumal ich nach dem Spiel die Getränke zahlen muss“, meint Thomas Neumeier. Und ergänzt: „Wir müssen an uns arbeiten, denn im Frühjahr gibt‘s das Rückspiel.“

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