Fußball in den Landesverbänden: Unterschiedliche Vorgehensweisen, aber ein gleiches Problem

Nur in Bayern, so wie hier beim TSV 1860 Rosenheim im Spiel gegen Bayreuth, wird die Saison 2019/2020 noch gespielt. In allen anderen 21 Landesverbänden in Deutschland wurde die Saison abgebrochen.
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Nur in Bayern, so wie hier beim TSV 1860 Rosenheim im Spiel gegen Bayreuth, wird die Saison 2019/2020 noch gespielt. In allen anderen 21 Landesverbänden in Deutschland wurde die Saison abgebrochen.

Fußball und Corona-Pandemie sind zwei Dinge, die sich nicht gut vertragen. Vor allem die Amateure sind davon stark betroffen. Während in Deutschland die Profis in den ersten drei Ligen noch spielen, ruht der Ball bei dem Kickern ab der vierten Spielklasse seit Anfang November bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr.

Von Dirk Meier

Rosenheim/Mühldorf– Viele Fußball-Landesverbände haben ihren Spielbetrieb erst einmal bis Ende November gestoppt, in den Amateurklassen in Bayern, Hessen, Südbaden und Schleswig-Holstein wird 2020 überhaupt nicht mehr angepfiffen.

Der einzige von 22 Landesverbänden, der die Saison 2019/20 noch spielt

Der Bayerische Fußball-Verband ist der einzige von 22 regionalen Fußball-Landesverbänden in Deutschland, der die Saison 2019/20 nicht abgebrochen hat. Überall sonst in Deutschland wurde die Spielzeit vorzeitig beendet und die Saison 2020/21 gestartet. Fast in jedem Verband durften die Meister nach der Quotientenregel aufsteigen, Absteiger gab es nicht. Dadurch sind die Spielklassen größer geworden. Aber es gibt auch andere Modelle, wie zum Beispiel in der Regionalliga Nord, in der Vereine aus dem vier Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen spielen. Die Liga ist in diesem Jahr auf 22 Vereine angewachsen. Die Verbände haben sich auf eine Teilung der Liga in Nord- und Südgruppe mit je elf Vereinen geeinigt, die in Hin- und Rückspiel spielen. Schleswig-Holstein und Hamburg im Norden, Niedersachsen und Bremen im Süden, bilden jeweils eine eigene Spielklasse. Am Ende werden dann per Play-offs Meister und Absteiger ermittelt. Aber auch dort ruht der Ball nach bisher zehn ausgetragenen Spieltagen wieder. Immerhin gibt es nur 20 Spieltage in der Vorrunde, die geteilte Liga ist damit flexibler abzuwickeln.

Einen Sonderfall bildet die Regionalliga West

Gespielt wird nach wie vor im Profibereich bis zur 3. Liga, Zuschauer sind dort allerdings inzwischen nicht mehr zugelassen. Einen Sonderfall bildet die Regionalliga West, die als einzige der fünf Regionalligen immer noch spielt. Denn der Verband hat diese Spielklasse als Profiliga eingestuft und daher dürfen die Viertligisten in Nordrhein-Westfalen weiterkicken. 21 Klubs spielen dort, dabei sind vier Zweitvertretungen der Bundesliga-Klubs Borussia Dortmund, 1. FC Köln, FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach sowie die U21 von Zweitligist Fortuna Düsseldorf. Zudem spielen dort die ehemaligen Bundesliga-Vereine Rot-Weiß Essen, Preußen Münster, Fortuna Köln, Alemannia Aachen, Rot-Weiß Oberhausen und der Wuppertaler SV mit, die alle unter Profibedingungen trainieren.

Die sieben Bezirke handeln unterschiedlich

In Bayern ruht der Ball seit drei Wochenenden. Aber die sieben Bezirke handeln unterschiedlich. So hat der Bezirk Niederbayern nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte September zunächst den neu geschaffenen Ligapokal gestartet. Dort wurden drei Spieltage ausgetragen und erst danach begannen die Punktspiele. Weil aber corona-bedingt viele Spiele im Oktober abgesagt werden mussten, gibt es Klubs, die im Jahr 2020 nur ein Punktspiel bestritten haben – unter anderem auch die Plattlinger Kickers, Spitzenreiter in der A-Klasse Plattling. „Wichtiger wäre es gewesen die Punktspiele zu priorisieren. Denn jetzt haben wir zwei Fässer aufgemacht und wissen nicht, ob wir sie zubringen werden. Wir hätten mit den Punktspielen beginnen müssen“, sagt Kickers-Abteilungsleiter Andreas Hofstetter.

In der Oberpfalz wurde im September mit den Punktspielen begonnen. Bis zu fünf Ligaspiele konnten die Klubs absolvieren. Als es dann Ende Oktober mit dem Ligapokal beginnen sollte, da wurde die Saison erneut unterbrochen. Fraglich ist, ob dieser neue Wettbewerb überhaupt noch ausgetragen werden kann. „Für uns wäre es wichtig, das zu wissen. Wenn ja, dann wären das nach der Winterpause unsere Testspiele. Wenn nicht, dann müssten wir Testspiele vereinbaren“, sagt Uwe Wölke, der Sportliche Leiter beim 1. FC Bad Kötzting.

Auch in Tschechien wurde der Spielbetrieb eingestellt

Auch im Nachbarland Tschechien wurde der Spielbetrieb aufgrund der extrem hohen Corona-Fallzahlen eingestellt – und zwar bereits Mitte Oktober. Da pausierten sogar die Profis zwei Wochen lang, die aber inzwischen wieder spielen. Zuschauer sind zu den Spielen aber auch nicht zugelassen. In Österreich wurde der Spielbetrieb bei den Amateuren, die hatten ja schon im August wieder begonnen, Ende Oktober unterbrochen. Die Profiligen dürfen trotz des kompletten Lockdowns weiterspielen.

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