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Bad Aiblinger fachsimpeln vor Halbfinale der Fußball-EM der Frauen

Frauen in Fußball-Männerteams? Warum Theresa Eder und Stephan Brunner das für Schmarrn halten

Theresa Eder (links) ist eine feste Säule in der Bayernliga-Mannschaft des TuS Bad Aibling.
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Theresa Eder (links) ist eine feste Säule in der Bayernliga-Mannschaft des TuS Bad Aibling.
  • VonMarinus Obermaier
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Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft trifft am Mittwoch, den 27. Juli, um 21 Uhr im EM-Halbfinale auf Frankreich. Theresa Eder und Stephan Brunner vom TuS Bad Aibling verraten passend dazu nun die Unterschiede zwischen Männern und Frauen und warum Frauen gegen Männer kaum eine Chance haben.

Bad Aibling – Noch lebt der Traum vom EM-Titel. Wenn die deutsche Fußball-Frauen-Nationalmannschaft am Mittwoch um 21 Uhr bei der Europameisterschaft auf die Damen aus Frankreich trifft, spielen Alexandra Popp und Co. aber nicht nur um den Einzug in das Finale, sondern auch um die Anerkennung der Gesellschaft. Noch immer herrscht eine Vormachtstellung des Männerfußballs gegenüber den Frauen. Das sieht auch Stephan Brunner, der Trainer der Bayernliga-Damenmannschaft des TuS Bad AIbling, so: „Das sollte sich langsam ändern.“

Der Cheftrainer der Aiblingerinnen ist Fan des Frauenfußballs, und somit auch der deutschen Mannschaft: „Ich schaue alle Spiele der Frauen-Nationalmannschaft und wenn ich Zeit habe, auch die der anderen Nationen.“ Auch Bad Aiblings Spielerin Theresa Eder ist bekennender Fan von Klara Bühl und Co.: „Ich schaue mir alle Spiele der Deutschen an. Es bietet sich ja auch ganz gut an, dadurch, dass gerade sowieso nicht viel anderes läuft.“

„Das Niveau hat sich gesteigert“

Beide sind sich einig, dass die Qualität im Frauenfußball immer mehr zunimmt. „Das Niveau ist ziemlich hoch, es fällt da niemand extrem ab“, findet Eder und fügt hinzu: „Man nähert sich den Männern an, aber ist trotzdem noch weit weg. Es wird aber viel dynamischer und athletischer.“ Brunner geht da sogar noch einen Schritt weiter: „Man sieht, dass sich das Niveau wahnsinnig gesteigert hat. Spielerisch und taktisch nähert man sich den Männern an, teilweise finde ich es sogar besser als Männerfußball. Das Ganze ist sehr strukturiert, der große Unterschied liegt nur in der Athletik.“

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Und aufgrund dieses großen Unterschieds in der Athletik finden beide auch Vergleiche zwischen Männer- und Frauenfußball unsinnig: „Ich finde es schwierig, das zu vergleichen. Der körperliche Aspekt ist nie ganz ausgleichbar“, erklärt Eder.

Stephan Brunner freut sich über die Entwicklung des Frauenfußballs.

„Ich weiß nicht, warum diese Regel eingeführt wurde“

Deshalb herrscht bei dem Trainer-Spieler-Duo auch Unmut über die Entscheidung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), dass Frauen nun auch in Männermannschaften spielen dürfen: „Ich weiß nicht, warum diese Regel eingeführt wurde. In der Jugend ist das noch in Ordnung, ich sehe da aber noch nicht ganz den Sinn dahinter. Selbst in den unteren Ligen ist es schwierig für eine Frau, gegen die Männer mitzuhalten. Es ist in erster Linie wieder das Körperliche als Faktor, spielerisch wäre es möglich“, ist sich Eder sicher. Auch Brunner teilt diese Meinung. „Es ist eine interessante Geschichte, aber meiner Meinung nach nicht umsetzbar. Wir haben auch eine Spielerin, der ich es zutrauen würde, dass sie bis zur Kreisliga mithalten könnte, aber höher geht es aufgrund der Athletik nicht.“

„Das ist ja keine utopische Forderung“

Der größte Unterschied zwischen den Männern und Frauen liegt aber immer noch in der Bezahlung. Ein Punkt, über den viel diskutiert wird, sind die unterschiedlich hohen Prämien. Während Nationen wie die USA und Spanien den Nationalspielern und Spielerinnen gleich hohe Boni zahlen, entlohnt der Deutsche Fußball-Bund die Männer mit höheren Prämien als die Frauen: „Da hängt Deutschland noch hinterher. Im Männerfußball wird so viel Geld verdient, die haben so hohe Prämien gar nicht nötig. Die Frauen hätten durch die Bonuszahlungen wenigstens einen kleinen Ausgleich“, ist Brunner der Meinung, dass sich etwas ändern muss.

Auch Eder hat eine klare Meinung: „Wenn die anderen Länder das machen, wieso sollte das bei uns nicht gehen? Man könnte das ja bisschen anpassen. Die Spielerinnen wissen ja, dass sie nicht so viel verdienen können wie die Männer, aber es sollte zumindest möglich sein, dass man davon leben kann. Das ist ja keine utopische Forderung.“

Frauenfußball ist auf dem richtigen Weg

Dennoch sieht Brunner den Frauenfußball auf einem guten Weg: „Man sieht, dass sich immer mehr Mädchen dem Fußball zuwenden und immer mehr Teams aus dem Boden schießen. Wir beim TuS Bad Aibling haben ja keine Jugendmannschaft, aber es gibt immer mehr Mädchen, die auch bei den Buben spielen.“ Auch Theresa Eder freut sich über die positive Entwicklung: „Man sollte nie aufhören, sich weiterzuentwickeln. Bei uns in der Mannschaft kommen auch immer wieder neue Mädchen dazu, das freut einen natürlich.“

Ein positives Zeichen, das auch weitere Mädchen zum Fußballspielen animieren würde, wäre der EM-TItel der deutschen Frauen. Brunner ist sich sicher, dass die deutsche Mannschaft das Potenzial dazu hat: „Ich habe mindestens mit dem Halbfinale gerechnet. Frankreich wird ein schwerer Gegner, aber sie haben es auf jeden Fall drauf, Europameister zu werden.“

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