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Dreier- oder Viererkette? Trainer uneins

Heimische Trainer zum EM-Aus der DFB-Elf: Flick als Hoffnungsträger

Der Anfang vom Ende: Raheem Sterling dreht nach dem 1:0 für England jubelnd ab, vier deutsche Spieler liegen geschlagen am Boden.
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Der Anfang vom Ende: Raheem Sterling dreht nach dem 1:0 für England jubelnd ab, vier deutsche Spieler liegen geschlagen am Boden.
  • Thomas Neumeier
    VonThomas Neumeier
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  • Leon Simeth
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Mit 0:2 gegen England ist die deutsche Nationalmannschaft aus der Europameisterschaft ausgeschieden. Trainer aus der Region erklären, was sie an Stelle von Bundestrainer Joachim Löw anders gemacht hätten.

Rosenheim – Aus und vorbei – die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist auch bei der Europameisterschaft vorzeitig ausgeschieden. Das 0:2 im Achtelfinale im Wembley-Stadion war auch das letzte Spiel unter der Regie von Joachim Löw als Bundestrainer. Die Sportredaktion hat sich bei Trainern aus der Region umgehört und vier Fragen zur Beantwortung gestellt:

1. Deutschland ist im Achtelfinale raus – für Sie überraschend oder war das angesichts der letzten Monate zu erwarten?

2. Dreierkette, Mittelfeldbesetzung, Einwechslungen – was hätte Jogi Löw anders machen sollen?

3. Bastian Schweinsteiger glaubt, dass Mats Hummels und Thomas Müller aufhören. Wie soll Hansi Flick mit den beiden Spielern umgehen?

4. Glauben Sie, dass die Enttäuschungen der Nationalmannschaft und das Auftreten der DFB-Führung in den letzten Monaten auch Auswirkungen auf die Amateurvereine hat?

Leo Haas, Trainer SV Wacker Burghausen (Regionalliga):

Haas

1. Ich tue mir schwer, da etwas pauschal zu sagen. Auf dem Level muss man immer damit rechnen, dass man ausscheidet. Vor allem vor so einem Spiel wie gegen England

2. Ich finde, die Dreierkette ist das beste System. Auch Chelsea hat damit die Champions League gewonnen. Vielleicht passt das System nicht 100-prozentig zur Mannschaft. Das ist jetzt auch wieder hypothetisch, ob es anders besser gelaufen wäre. Bei so einem großen Turnier kommt es immer auf Kleinigkeiten an und diese haben das Spiel für die Engländer entschieden. Wenn Timo Werner den in der ersten Halbzeit macht, steht es am Ende vielleicht 2:0 für uns. Ich nehme auch immer das Beispiel 2014. Da waren wir auch ganz kurz vor einem Achtelfinal-Aus gegen Algerien. Und am Ende waren sie die Helden.

3. Vor allem Müller hat nicht unbedingt eine gute EM gespielt und Deutschland hat viele talentierte Spieler. Es kommt darauf an, wie die Lage in einem Jahr ist. Da kann man jetzt noch nichts Konkretes sagen.

4. Nein. Das sind zwei verschiedene Dinge.

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Niki Wiedmann, Trainer TSV 1880 Wasserburg (Bayernliga):

Wiedmann

1. Meine Tendenz war eher negativ. Die Ergebnisse in der letzten Zeit waren mit Ausnahme des Portugal-Spiels nicht vielversprechend, daher hat es sich ein wenig abgezeichnet. Trotzdem ist Deutschland schon immer eine Turniermannschaft gewesen, deswegen war die Hoffnung natürlich da.

2. Ich weiß nicht, ob es richtig war, wieder mit einer Dreierkette zu spielen. Kroos hat sich immer hinten reinfallen lassen, sodass es fast ein Viereraufbau war. Bei Gosens war, finde ich, relativ schnell ersichtlich, dass es nicht sein Spiel ist. Allgemein hätte ich einfach früher gewechselt. Nach vorne hat die Geschwindigkeit im Spiel gefehlt.

3. Meiner Meinung nach sollten immer die Spieler mit der besten Form spielen, daher würde ich Müller und Hummels auch zur WM wieder mitnehmen. Das ist aber auch schwierig zu sagen, weil da noch viel Zeit hin ist.

4. Ich glaube nicht. Es ist schade, weil diese Begeisterung wie früher, wenn bei einem Länderspiel das ganze Land mitfiebert, irgendwie nicht mehr zu spüren ist. Aber die Amateurvereine sind nach der langen Pause sehr motiviert. Da spielt das Ausscheiden der Nationalmannschaft keine Rolle.

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Franz Pritzl, Trainer TSV Bad Endorf (Bezirksliga):

Pritzl

1. Es war zu erwarten, denn die Leistungen davor haben auch nicht gepasst. Auch der Sieg gegen Portugal war mit Glück verbunden. Wenn man von vier Spielen nur eines gewinnt und zwei verliert, dann ist man auch verdient raus.

2. Wir haben zwei Top-Sechser mit Kimmich und Goretzka, die wären für mich im Zentrum gesetzt. Ich hätte auch mit Viererkette gespielt, Müller auf der Zehn wie bei Bayern spielen lassen und hätte Kevin Volland im Sturm gebracht. Insgesamt hätte man viel selbstbewusster und offensiver auftreten können. Und die Einwechslungen kamen für mich zu spät.

3. Hansi Flick wird wohl mit Viererkette spielen, dann könnte man Hummels mit seinem Stellungsspiel und Tackling auch brauchen. Und Müller war bei Bayern unter Flick gut. Aber vielleicht wäre jetzt ein kompletter Neuanfang angebracht. Flick hat nun jedenfalls die Chance dazu.

4. Das glaube ich nicht. Die Leute lechzen wieder nach dem Fußball in der Region. Vielleicht wird die Nationalmannschaft Zuschauer verlieren, aber da kommt ja jetzt Hansi Flick als großer Hoffnungsträger.

Harald Melnik, Trainer SV Ostermünchen (Kreisliga):

Melnik

1. Nach den Spielen in der Vorrunde war ich nicht überrascht. Schon gegen Portugal haben uns zwei Eigentore geholfen. Und wir hätten auch schon gegen Ungarn rausfliegen können.

2. Ich hätte von Beginn an mit Viererkette gespielt, dazu mit Kimmich und Goretzka fest auf der Sechs geplant. Ich weiß auch nicht, was Löw mit Sané vorhatte. Insgesamt hat im Kader zudem ein klassischer Mittelstürmer gefehlt.

3. Da würde ich nicht aufs Alter schauen, sondern auf die Leistung. In der Nationalmannschaft sollen schließlich die Besten spielen. Deshalb waren beide auch verdient im Kader. Und dass man im Alter stark spielen kann, beweisen ein Chiellini und ein Bonucci bei Italien. Wenn Flick umbaut und junge Spieler wie Musiala & Co. bringt, dann brauchst du vielleicht auch so Typen wie Hummels und Müller.

4. Davon abgesehen, dass dem DFB neue Strukturen gut täten, glaube ich nicht, dass es Auswirkungen auf den Amateurfußball gibt.

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