Für den nächsten Dreier fehlt die Power: TSV Mühldorf holt in Kriftel immerhin einen Punkt

Der Block der Mühldorfer stand stabil. Am Ende aber fehlte die Durchsetzungkraft und die Routine, um die Partie zu gewinnen.
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Der Block der Mühldorfer stand stabil. Am Ende aber fehlte die Durchsetzungkraft und die Routine, um die Partie zu gewinnen.

Der TSV Mühldorf tut der 2. Bundesliga gut – so viel steht schon mal fest, nachdem die Mühldorfer Volleyballer ihren vierten Spieltag hinter sich gelassen haben. In einem dramatischen Spiel gegen den bis dato sieglosen TuS Kriftel fehlten am Ende drei Punkte, um den dritten Sieg in Folge zu feiern.

Mühldorf– Der TSV Mühldorf tut der 2. Bundesliga gut – so viel steht schon mal fest, nachdem die Mühldorfer Volleyballer ihren vierten Spieltag hinter sich gelassen haben. In einem dramatischen Spiel gegen den bis dato sieglosen TuS Kriftel fehlten am Ende drei Punkte, um den dritten Sieg in Folge zu bejubeln. Mit 2:3 (22:25/25:20/31:29/17:25/ 12:15) unterlagen die Mühldorfer dem Gastgeber in Südhessen, weil sie nicht an ihre Leistung aus den beiden siegreichen Spielen zuvor anknüpfen konnten. „Wir waren bei 80 Prozent“, rechnet Mühldorfs Co-Trainer Sepp Wolf. Immerhin: Durch den Gewinn von zwei Sätzen fuhren die Mühldorfer am Sonntag nicht mit leeren Händen nach Hause, zumindest einen Punkt gab es zu feiern.

Mühldorf von Anfang an auf Augenhöhe

Es waren danach nicht die knapp sechs Stunden Fahrt, die es den Mühldorfern zu Beginn der Partie in der Sporthalle der Weingartenschule etwa schwer gemacht hätte. Mühldorf war von Anfang an auf Augenhöhe (12:12), Kriftel setzte sich erst ab, als sich Mühldorf kleinere Ungenauigkeiten leistete und den Gastgeber zunächst drei Punkte Vorsprung gönnte (16:13), später sogar fünf (21:16). Zwar lieferten sich beide Teams eine Abwehrschlacht par excellence, doch Mühldorf konnte wegen zu vieler unpräziser Bälle nicht den Druck im Angriff erzeugen, der den Satzverlst noch hätte verhindern können. Kriftel hingegen, mit ihrem blockstarken 1,95-Meter-Mann Philip Büchi auf der Diagionalposition, holte sich den Satz mit 25:22.

Mühldorf setzte sich ab

Ausgeglichen ging es weiter, zunächst mit einer leichten Führung der Krifteler, doch Mühldorfs Zuspieler wählte nun immer raffiniertere Bälle aus der Trickkiste, setzte verstärkt neben den Außenannahmespielern auch die Mittelblocker ein, die schließlich eine 11:9-Führung bewerkstelligten. Kriftel reagierte mit einer Auswechslung, brachte für Büchi nun Fabian Däke ins Spiel. Mühldorf blieb davon unbeeindruckt. Mit Fabian Bartsch im Aufschlag und im brachialen Angriffsspiel auf der Diagonalposition setzten sich die Mühldorfer auf 15:10 ab. Auch weil Zied Chalghmi im Außenangriff raffiniert agierte, setzte sich Mühldorf bis zum 20:15 ab. Routiniert verwalteten die Mühldorfer die Führung durch konzentrierte Spielweise bis zum Satzgewinn (25:20).

Wie schon gegen Bliesen der verfluchte Satz drei

Dann war es wieder Satz drei, der – wie schon in der Vorwoche gegen Bliesen – zum Krimi werden sollte. Einen Drei-Punkte-Rückstand (3:6) egalisierten die Mühldorfer noch, bevor Kriftel aufdrehte und sich auf 16:10 absetzte. Mühldorf war zu diesem Zeitpunkt etwas konfus, Mayer musste reagieren und wechselte für Chalghmi den 16-jährigen Youngster Fritz Vähning ein. Und der brachte tatsächlich frischen Wind ins Spiel. Zuspieler Alex Brandstetter warf nun alles in die Waagschale, kombinierte schnell und variantenreich – und war erfolgreich. Mühldorf verkürzte auf 18:21, Fabian Bartsch, der zurecht zum wertvollsten Spieler auf Mühldorfer Seite ausgezeichnet werden sollte, griff aggressiv an und servierte entsprechend hart. Kriftel versuchte, durch Spielerwechsel der Dominanz der Mühldorfer Herr zu werden. Doch stattdessen hieß es plötzlich: Satzball für Mühldorf (24:23). Wiederum war es Bartsch, der nach längerem Hin und Her dem Satz den Deckel aufsetzte (31:29).

Satz vier ging an Kriftel

In Durchgang vier lief es dann nur noch bis zum 5:6 ausgeglichen. Kriftel griff nun mutig an, Mühldorf jedoch erschien müde, kam am Netz nicht mehr durch und Kriftel marschierte davon (9:20). Mayer hatte den Satz bereits abgehakt und wollte der Stammformation eine Pause gönnen, indem er Charles Kahn für den angeschlagenen David Fecko ins Spiel brachte, Jonas Zusann sollte für Alex Brandstetter das Zuspiel übernehmen. Mühldorf tastete sich heran (13:21), den Satzverlust konnten die TSV-ler aber nicht mehr abwenden (17:25).

Mit der Stammformation in den fünften Abschnitt

Im entscheidenden fünften Abschnitt vertraute Michi Mayer wieder auf die Stammformation um David Fecko, Flo Gschwendter, Zied Chalghmi und Tom Brandstetter sowie Fabian Bartsch und Alex Brandstetter. Das klappte bis zum 5:5 ganz gut, dann aber lief Mühldorf ständig einem Zwei-Punkte-Rückstand hinterher, gegen die Routiniers aus Südhessen zuviel. Mit 15:12 holten sich die Krifteler Spiel, Satz und Sieg.

„Immerhin hat es zu einem Punkt gereicht“

Das Fazit: „Wir haben generell zu inkonsequent gespielt und die Chance nicht genutzt. Aber immerhin hat es zu einem Punkt gereicht“, sagt Zuspieler Jonas Zusann. Michi Mayer war die Enttäuschung anzumerken, dass Mühldorf die Chance zum Sieg nicht ergriffen hat. Er hat dafür aber auch eine Erklärung: „Wir haben so gespielt, wie wir die Woche über trainiert haben.“ Wichtige Leistungsträger hätten aus diversen Gründen nicht am Training teilnehmen können, „so etwas verkraftet die junge Mannschaft in der 2. Bundesliga nicht“, meinte der Trainer. Doch er hat auch ein Lob übrig: „Ein großes Bravo an Fritz Vähning für sein hervorragendes Debüt. Er hat den dritten Satz zugunsten Mühldorfs gedreht!“

Mayer weiß natürlich auch: In der 2. Bundesliga zählt jeder Punkt gegen den Abstieg. Daran denkt in Mühldorf aber aktuell ohnehin niemand. Als gegenwärtiger Fünfter in der Liga stehen die Mühldorfer sehr gut da. Ob der Trend nächste Woche wieder nach oben geht, ist fraglich. Denn Mühldorf ist zu Gast beim SC Schwaig. Der hat schon drei Spiele gewonnen. enk

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