VOLLEYBALL

Fünfsatz-Krimi: Am Ende bleibt Mühldorf ein Punkt

In unglaublich starker Verfassung am Wochenende: Alexander Brandstetter schlug gewaltig auf, stellte variantenreich und überraschte die Gothaer immer wieder mit Zuspielertricks.
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In unglaublich starker Verfassung am Wochenende: Alexander Brandstetter schlug gewaltig auf, stellte variantenreich und überraschte die Gothaer immer wieder mit Zuspielertricks.

Die Zweitliga-Volleyballer vom TSV Mühldorf hatten wahrgemacht, was sie versprochen hatten: Wiedergutmachung! Am Ende blieb aber dennoch nur ein Punkt aus dem Gastspiel in Gotha.

Mühldorf – Sie hatten Wiedergutmachung angekündigt. Und das, was die Volleyballer des TSV Mühldorf im Zweitliga-Spiel gegen Gotha abgeliefert hatten, war tatsächlich Wiedergutmachung. Engagiert gingen die Innstädter gegen die Blue Volleys zu Werke, sorgten für eine nervenzerreißende Partie am Sonntagnachmittag. Leider musste sich die Truppe um Trainer Michi Mayer mit nur einem Punkt zufriedengeben. Mit 3:2 hatten die Hausherren in Thüringen das Spiel noch zu ihren Gunsten gedreht.

Mühldorfs Trainer mit dem Punkt zufrieden

„Beide Teams haben stark gespielt, waren auf Augenhöhe unterwegs. Schade, dass wir nicht gewonnen haben. Aber auch mit dem einen Punktgewinn bin ich sehr zufrieden“, attestierte Mühldorfs Trainer dem VC Gotha eine überragende Partie. Ausschlaggebend sei gewesen, wann bei den beiden Mannschaften, die auch schon am Samstag ran mussten, die Müdigkeit eingesetzt habe.

Das war bei Gotha früher der Fall. Kein Wunder: Die Thüringer hatten sich tags zuvor bereits einen zweistündigen Krimi geleistet, nach einem kräfteraubenden Spiel den FT 1844 Freiburg mit 3:2 besiegt. Die Mühldorfer hatten einen guten Tag erwischt, schlugen anders als am Vortag gegen Hammelburg bedeutend besser auf, ließen aber keinesfalls Härte in ihrem Service vermissen. Mit 11:10 führten die Innstädter bereits, als Gothas Elias Landsmann zum Aufschlag kam. Acht Aufschläge hämmerte der 1,95 Meter große Außenangreifer in das Feld der Mühldorfer, die nicht in der Lage waren, eine präzise Annahme nach vorne zu bringen. „Wir schafften es acht Mal nicht, einen Sideout zu erzwingen. Ich hatte keine Idee, wen ich wechseln sollte, weil jeder Unfug gemacht hat“, meinte Trainer Michi Mayer später. Bei einer 20:12-Führung der Gothaer war für die Mühldorfer nichts mehr zu holen, den Vorsprung ließ sich das Team von Gothas Trainer Jonas Kronseder nicht mehr nehmen (25:18).

Brachiale Aufschläge Brandstetters

Mühldorf ließ sich vom Satzverlust nicht aus der Ruhe bringen, dominierte zu Beginn von Satz zwei, in welchem Zuspieler Alex Brandstetter mit brachialen Aufschlägen die Annahme der Gothaer herausforderte und ein ums andere Mal auch direkte Punkte mit seinen Zuspielertricks erzielte. 10:5 lag Mühldorf vorne, als die Gothaer mit Robert Werner am Aufschlag aufholte (10:9), Mühldorf aber mit konsequent harten Aufschlägen Punkt für Punkt davonzog. Abermals überragend im Angriff: Tobias Besenböck als Diagonalspieler, der sich damit auch Bestnoten von Trainer Mayer holte. „Seine effektiven Angriffe zogen den Block, das schuf Gestaltungsspielräume für das Zuspiel.“ Einem nahezu fehlerfreien Satz folgte ein souveränes 25:19 gegen eine Gothaer Mannschaft, die nun mit Ermüdungserscheinungen vom Spiel des Vortages zu kämpfen hatten.

Keine Zeit zum Verschnaufen

Im dritten Durchgang schenkten sich beide Teams nichts. Gotha hatte schon vorher reagiert und brachte Hannes Maisch und Erik Niederlücke für Zuspieler Anselm Rein und Elias Landsmann. „Eigentlich wollten wir einigen Spielern eine Pause gönnen nach dem Kraftakt am Samstag. Doch ziemlich schnell stand wieder die Stammformation auf dem Feld“, zeigte sich Gothas Co-Trainer Florian Fischer beeindruckt von der Vehemenz des Mühldorfer Aufschlag- und Angriffsspiels. „Der Aufschlag ist der absolute Wahnsinn, Respekt vor der jungen Truppe!“, so Fischer.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit klugen Angriffen. Dann wieder Zuspieler Alex Brandstetter am Aufschlag, der die Mühldorfer auf 10:6 davonziehen ließ. Brandstetter setzte außerdem seine Angreifer am Netz variabel ein, so dass der Gothaer Bock lange Wege zurücklegen musste. Gotha verkürzte auf 12:15, doch am Ende konservierte Mühldorf den 5-Punkte-Vorsprung bis zum Schluss (25:20).

Ausgeruhter Zuspieler bediente stark

Der vierte Satz war es dann, als sich Mühldorf den Angriffen der Gothaer nicht mehr erwehren konnte. Bis 6:6 hielt man noch gut mit. Danach bediente ein ausgeruhter Zuspieler Anselm Rein, der vorher einen Satz lang Pause hatte, nach bewährter Manier seine Gothaer Angreifer. Die Mühldorfer verteidigten verbissen, einen ständigen Rückstand von vier Punkten konnten sie aber nicht mehr aufholen (21:25).

Im fünften Satz erspielten sich die Gastgeber gleich zu Beginn einige Vorteile, die sie auf 6:3 davonziehen ließen. 5:9 und 6:12 – der Abstand schwoll an und Gotha ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen (15:9).

Mühldorf hat nun eine Woche Zeit um sich der nächsten Herausforderung zu stellen. Zu Hause geht es am Samstag um 19 Uhr gegen die L. E. Volleys aus Leipzig. Die haben 27 Punkte auf dem Konto und sind der direkte Verfolger der Mühldorfer, die mit 29 Zählern Platz sieben in der 2. Bundesliga behaupten. enk

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