Eishockey-Oberliga

Fünfmal vorne, fünfmal gewonnen: Das 1:0 hat für die Starbulls große Bedeutung

Mehr als 70 Minuten blieben die Starbulls-Torhüter – hier Andi Mechel bei einem Schuss des Selbers Brad Snetsinger – am Wochenende unbezwungen.
+
Mehr als 70 Minuten blieben die Starbulls-Torhüter – hier Andi Mechel bei einem Schuss des Selbers Brad Snetsinger – am Wochenende unbezwungen.

Nach der zweieinhalbwöchigen Zwangspause kommt es für die Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga Süd derzeit mit Spielen im Zwei- und Drei-Tage-Rhythmus – terminlich gesehen – knüppeldick. Trotzdem läuft der Starbulls-Express nach einem kleinen Stotterer mit zwei Niederlagen und einem Punktverlust wieder mit Volldampf (wenn auch nicht in Vollbesetzung).

Rosenheim– Dabei hätten in der vergangenen Woche die Aufgaben nicht unterschiedlicher sein können. Auf die Reise zum Mitfavoriten Memmingen folgte eine weitere zum Kellerkind Landsberg, dann ging es zuhause gegen eins der bisherigen Überteams, die Selber Wölfe.

Sieg über Selb die große Überraschung

Zwei der Ergebnisse konnte man durchaus erwarten: Die Niederlage in Memmingen, die in nicht geringem Umfang auf einer Klasseleistung des Rosenheimer Ex-Goalies Lukas Steinhauer basierte, und der Sieg in Landsberg bei einem von drei Teams (Passau und Lindau sind die anderen), die sich auf diesem Level bisher meist leicht überfordert zeigen. Die wirklich große Überraschung war der Sieg am Sonntag gegen Selb, vor allem, wenn man bedenkt, dass im Rosenheimer Lineup sieben Spieler in ihrem ersten vollen Jahr bei den Senioren standen; drei davon machten überhaupt erst ihr erstes oder zweites Spiel bei den „Großen“! Im Gegensatz dazu fehlten neben Baindl und Daxlberger auch noch Stanik und der Held des vorangegangenen Spieles, Enrico Henriquez.

Henriquez der jüngste Vierfach-Torschütze der Starbulls

Der hatte beim 9:2 in Landsberg mit vier Treffern beziehungsweise sechs Scorerpunkten zwei individuelle Top-Leistungen egalisiert, die vor ihm in neun Jahren Oberliga nur wenigen Starbulls-Cracks geglückt waren. Bei den vier Toren gesellt er sich zum Trio Draxinger/Bilek/Mitchell, und sechs Punkte in einem Spiel hatten zuvor lediglich Michael Fröhlich, Chase Witala, Legende Mondi Hilger und ebenfalls Bilek geschafft. Henriquez war dabei erst 19 Jahre und fünf Monate alt, die anderen Rekordler dagegen außer Witala (22 Jahre plus acht Monate) alle schon in reiferen Karrierestadien.

Lesen Sie auch:

Revanche im Sinn: Starbulls mit Selbstvertrauen in die nächste Aufgabe gegen Memmingen

In der immer noch ungeraden Tabelle liegen John Sicinskis Mannen nun auf Rang vier, haben allerdings mit 2,13 schon mehr Punkte pro Spiel errungen als die vor ihnen liegenden Riesserseer. Selbst auf den Zweiten Selb (2,18) ist der Rückstand nur mehr hauchdünn. Man könnte also sagen, dass die Starbulls den beiden „Übermannschaften“ Regensburg (zehn Siege in elf Spielen) und Selb (vor der Niederlage am Sonntag acht Siege in Folge) näher liegen als der Gruppe der „Überforderten“, was sie ja nach dem zweistelligen Sieg in Passau auch beim fast zweistelligen in Landsberg eindrucksvoll bewiesen. Wobei in Landsberg (dem ersten Gastspiel der Starbulls seit dem 5. März 2010, damals 5:3 für die Gastgeber) das 6:2-Drittel aus Passau mit 7:2 sogar noch getoppt wurde.

Drei Shorthander in drei Spielen hintereinander

Eines der neun Tore war der zurzeit obligatorische Shorthander. In drei Spielen nacheinander haben die Starbulls zuletzt in Unterzahl getroffen (Henriquez in Landsberg, Vollmayer in Memmingen, Meier gegen Riessersee), und wäre auch gegen die Wölfe am Sonntag ein solcher Treffer gelungen, hätten die Starbulls ihre Rekordmarke aus letzter Saison eingestellt. Damals fiel vom 5. bis zum 12. Januar 2020 in vier aufeinander folgenden Partien je ein Rosenheimer Tor in Unterzahl. Gegen Weiden, Deggendorf, Lindau und Selb war neben Alex Höller und Dimitri Litesov auch zweimal Henriquez erfolgreich.

Lesen Sie auch:

20 Jahre Starbulls: Den Puck unter dem Helm und ein Abschiedsbrief von Stephen Werner

Mehr als ein ganzes Spiel ohne Gegentor

Am Sonntag zeigten die Starbulls dann auch, dass sie auch torarme Spiele gewinnen können. Was beim 1:2 in Regensburg noch nicht ganz funktionierte, gelang gegen Selb besser. Waren Jonas Stettmer und Andi Mechel vom letzten Memminger bis zum ersten Landsberger Treffer noch 45 Minuten ohne Gegentor geblieben, steigerten sie diese Spanne nach dem letzten Landsberger bis zum einzigen Selber Tor bis auf siebzigeinhalb Spielminuten! Bereits zum dritten Mal in den ersten acht Partien der Saison blieben die beiden Rosenheimer Keeper mehr als ein ganzes Spiel lang unbezwungen (zuvor gut 67 beziehungsweise knapp 73 Minuten)!

„Heimliche Helden“ waren natürlich gegen Selb die Jungs vom vierten Sturm. Nicht nur, dass sie gegen die Kanonen des Gegners ohne Gegentreffer blieben, Kilian Steinmann, schon in Landsberg auf Zuspiel von Florian Maierhofer erfolgreich, sorgte zusammen mit Yannic Bauer (erster Scorerpunkt im dritten Oberliga-Spiel) für den Führungstreffer, und das ist im bisherigen Saisonverlauf schon die halbe Miete. In fünf der acht Begegnungen schossen die Starbulls das 1:0, alle diese Spiele wurden gewonnen!

Kommentare