Fünf WM-Punkte in Argentinien

Markus Reiterberger (Nummer 28), der im ersten Lauf Elfter wurde, ließ in Argentinien einige Konkurrenten hinter sich. BMW Motorrad Motorsport
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Markus Reiterberger (Nummer 28), der im ersten Lauf Elfter wurde, ließ in Argentinien einige Konkurrenten hinter sich. BMW Motorrad Motorsport

San Juan – Zumindest teilweise gelohnt hat sich für Motorradrennfahrer Markus Reiterberger die weite Reise nach San Juan (Argentinien): Im ersten Lauf dort holte der Pilot des Teams BMW Motorrad World SBK immerhin fünf WM-Punkte.

Im zweiten Rennen der Superbike-Weltmeisterschaft ging er als 16. knapp leer aus.

Auf dem Circuito San Juan Villicum hatten am ersten Trainingstag schlechte Streckenbedingungen geherrscht, doch nach Protesten der Fahrer wurde die Strecke nochmals gereinigt. So war die Strecke nun besser, doch die hohen Temperaturen verlangten den Piloten alles ab. Manche verzichteten sogar auf einen Start, Reiterberger machte – von der 17. Startposition aus – durch einen guten Start zunächst einige Positionen gut, doch dann musste er kurz die Ideallinie verlassen, und verlor wieder einige Plätze. Durch konstante Rundenzeiten kam er immerhin noch auf den elften Rang. „Die Punkte sind gut für die Meisterschaft, aber insgesamt sind wir leider viel zu weit weg. Wir werden sehen, wie es morgen laufen wird“, kommentierte der 25-Jährige diesen Lauf.

Am nächsten Tag hatte das Team für das zweite Rennen erneut ein paar Sachen umgestellt „und ich hatte einen richtig guten Start. In der zweiten Runde wurde ich durch ein waghalsiges Überholmanöver von Loris Baz wieder ins Aus befördert. Leider habe ich auch dabei keine Punkte mit nach Hause nehmen können“, bedauerte Reiterberger. Zwar habe er in den letzten Runden versucht, noch an Sandro Cortese ranzukommen, „aber keiner der Fahrer hatte mehr Gummi auf den Reifen und es war ziemlich rutschig. Es ist schade, dass ich mein Team hier in Argentinien für ihre ganze Arbeit nicht belohnen konnte. Ich hoffe, dass wir in Katar noch einen guten Abschluss finden.“ So landete der 25-Jährige um 0,169 Sekunden hinter seinem Landsmann auf dem 16. Rang. Cortese (Berkheim/Yamaha) hatte im ersten Durchgang nicht das Ziel erreicht, sein Teamkollege Tom Sykes (Großbritannien) hatte im ersten Durchgang Rang sieben erreicht und war im zweiten Lauf ausgeschieden. Die Siege waren an Alvaro Bautista (Spanien/Ducati) und Jonathan Rea (Großbritannien/Kawasaki) gegangen.

Rea (jetzt 601) Punkte hatte sich bereits in Magny-Cours (Frankreich) mit Rang zwei und einem Sieg vorzeitig den Titel vor Bautista (460) gesichert. In Frankreich hatte Sykes Rang drei und acht verbucht, Reiterberger war mit Rang 16 und 15 aus Magny-Cours zurückgekehrt.

Beim WM-Finale in Doha (24. bis 26. Oktober) wird es in der Gesamtwertung einen harten Dreikampf um WM-Bronze zwischen Alex Lowes (Großbritannien/305 Punkte), Michael van der Mark (Niederlande/beide Yamaha/304) sowie Toprak Razgatlioglu (Türkei/Kawasaki/299) geben. Tom Sykes (219) ist derzeit Achter, Cortese (126) nimmt den elften Platz ein und Reiterberger (73) belegt Platz 15.

In der Klasse World SSP (600 ccm) kämpft der Schweizer Randy Krummen acher (202 Punkte) gegen seinen ungeliebten Yamaha-Teamkollegen Federico Caricasulo (Italien/194) und Jules Cluzel (Frankreich/Yamaha/180) um den Titel – wobei die Chancen des Franzosen trotz seines Sieges in Argentinien nur noch theoretischer Natur sind. Achter in Argentinien wurde der Oberösterreicher Thomas Gradinger (Yamaha), der in der Gesamtwertung WM-Siebter ist.

In Argentinien nicht am Start war die Klasse Supersport 300, bei der in Magny-Cours Titelverteidigerin Ana Carrasco (Spanien) den Sieg vor dem nun bereits als neuem Weltmeister feststehenden Manuel Gonzalez (Spanien) holte.

Carrasco (106 Punkte) ist nun gleichauf mit Scott Deroue (Niederlande) WM-Zweite, Gonzalez (148) ist im Trio der Kawasaki-Piloten uneinholbar vorn.

Zumindest weiter nach vorn möchte Reiterberger nun in Doha fahren. Denn ein gelungener Saisonabschluss könnte eine gute Eigenwerbung und gute Motivation für die kommende Saison bedeuten. who

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