Franziska Preuß: Kein großer Hype um Olympia

Auf den Rollern unterwegs:Franziska Preuß ist wieder im Training. Wukits
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Auf den Rollern unterwegs:Franziska Preuß ist wieder im Training. Wukits

Von der Normalität ist das Training der heimischen Biathleten am Stützpunkt in Ruhpolding noch weit entfernt. Noch müssen auch in der Chiemgau Arena die aktuellen Hygienevorschriften eingehalten werden. Auch für Franziska Preuß läuft daher die Vorbereitung auf die kommende Saison in diesem Mai ganz anders als geplant.

Ruhpolding

Zuvor ist der Trainingseinstieg nicht viel anders als die Jahre zuvor verlaufen. „Wir haben ja immer ein bis zwei Wochen selbstständig trainiert, bevor das offizielle Training beginnt“, erzählt die 26-Jährige vom SC Haag. „Diese zwei Wochen genieße ich jedes Jahr. Ich kann das Training nach Lust und Laune gestalten und bin viel mit dem Rennrad unterwegs gewesen. Die eine oder andere Einheit habe ich im Keller in unserem eigenen Kraftraum gemacht.“

Das Daheimsein sehr genossen

Nach dem vorzeitigen Abbruch der Weltcup-Saison war wegen der Corona-Pandemie ein großer Urlaub nicht möglich. „Ich habe das sehr entspannt gesehen. Gerade die Anfangszeit der Beschränkungen habe ich ehrlicherweise sehr genossen, einfach ,nur‘ daheim zu sein. Gerade nach einem Wettkampfwinter war die Zeit echt schön und wir konnten unser Zuhause auf Vordermann bringen. Während der Saison ist man eh selten oder nur auf einen Sprung daheim.“ Andererseits „war es auch schade, dass man bestimmte Personen, die man das ganze Jahr nur selten sieht, nicht besuchen durfte“, bedauert Preuß.

Die beiden Weltcups, die vor dem Abbruch ohne Zuschauer ausgetragen wurden, waren für die Biathletin ungewohnt. Zum einen das leere Stadion und zum anderen die Ungewissheit, welche Auswirkungen das Virus auf das Leben haben würde. „Wir haben uns sehr viele Gedanken dazu gemacht. Es war schwer, sich noch auf den Sport zu fokussieren.“

Zweimal Silber bei der WM in Antholz

Bei der Weltmeisterschaft in Antholz konnte Preuß zwei Silbermedaillen in der Single-Mixedstaffel und mit der Frauenstaffel erringen. In den Einzelrennen hat es jeweils zu einer Top-Acht-Platzierung gereicht. „Im vergangenen Sommer war eine Einzelmedaille schon eine riesige Motivation im Training. Nachdem ich aber dann im Dezember noch einmal für zwei Wochen wegen Krankheit ausgefallen bin, wusste ich, dass es sehr schwer werden würde. Pünktlich zu den WM-Rennen bin ich wieder in Schuss gekommen, da war ich schon erleichtert.“ Auf die Tage von Antholz blickt die Albachingerin gerne zurück. Zwei Wochen konnten die Teilnehmer schönes Wetter genießen und im Stadion herrschte nicht nur bei den Wettkämpfen eine super Stimmung. „Nach den Einzelmedaillen von Denise (Herrmann, d. Red.) und Vanessa (Hinz, d. Red.) war natürlich bei uns Mädels eine gewisse Lockerheit dabei.“

Zufrieden zeigt sich Preuß auch mit dem sechsten Platz im Gesamtweltcup. Nach gesundheitlichen Baustellen im Vorbereitungsjahr war sie gezwungen, sich nur auf Trainingsmethoden, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht hat, zu besinnen. „Hinter denen stehe ich hundertprozentig. Ich habe mich immer der aktuellen körperlichen Situation angepasst und das bestmögliche Training daraus gemacht. Das hat mir sehr gutgetan, und es hat im Winter ja auch konstant funktioniert.“

In der Trainingsgruppe von Tobias Reiter

In dieser Saison hat sie mit Damen-Cheftrainer Kristian Mehringer abgesprochen, sich der Trainingsgruppe von Tobias Reiter, Andi Birnbacher und Niklas Kellerer anzuschließen. „In dieser Konstellation werde ich mein Stützpunkttraining machen.“ Trotz einiger Fragezeichen wegen der Corona-Krise und den anstehenden Planungen für die neue Saison, hat sich Staffel-Weltmeisterin von 2015 einige Ziele gesetzt. „An oberster Stelle steht für mich, einfach mal eine Saison lang gesund durchzukommen und an die konstanten Leistungen des vergangenen Jahres anzuknüpfen. Dazu hoffe ich, dass es auch in Pokljuka wieder eine schöne WM wird.“ Wenn alles wie geplant durchgeführt wird, steht den Biathleten ein sehr reiseaufwendiges Weltcupjahr bevor, darunter ein Test-Weltcup für die Olympischen Spiele 2022 in China. „Wie wichtig das sein wird, kann ich leider gar nicht so beurteilen. Die letzten olympischen Testrennen habe ich immer verpasst.“

Beim Traum von einer Olympiamedaille ist Franziska Preuß vorsichtig. „Es gibt von außen diesen Hype um eine olympische Medaille, klar. Ich will aber auf keinen Fall alles von dieser Medaille abhängig machen. Wenn es klappt, würde ich mich total freuen. Ich glaube aber auch fest daran, dass man auch ohne olympische Medaille ein guter Sportler sein kann.“ shu

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