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Franz Steer beurlaubt

Hier noch Seite an Seite: Franz Steer (rechts), der gestern beurlaubt wurde, und Thomas Schädler, der für die Spiele gegen Crimmitschau übernimmt.  Ziegler
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Hier noch Seite an Seite: Franz Steer (rechts), der gestern beurlaubt wurde, und Thomas Schädler, der für die Spiele gegen Crimmitschau übernimmt. Ziegler

Es hat fast tragische Züge, doch dafür ist im Sport und schon gar nicht im Abstiegskampf in der Eishockey-DEL2 kein Platz: Zwei Tage bevor Rosenheims Trainer Franz Steer 3333 Tage, also über neun Jahre bei den Starbulls-Eishockeyspielern im Amt gewesen wäre, wurde er gestern von der Vorstandschaft mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Im Kampf gegen den Abstieg soll nun DNL-Trainer Thomas Schädler die Starbulls in der Play-down-Serie gegen Crimmitschau zum Klassenerhalt führen. Das erste Spiel findet am kommenden Freitag, 19.30 Uhr, zu Hause gegen die Westsachsen statt. Vorher hat Schädler drei Tage Zeit die Mannschaft in die Spur zu bringen. „Das sind drei Trainingseinheiten und da können und wollen wir nicht viel ändern. Martin Reichel und ich wollen versuchen, dass die Spieler wieder mit mehr Selbstvertrauen auftreten. Auf alle Fälle wird die ganze Sache nicht einfach“, erklärte gestern Diplom-Trainer Thomas Schädler gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

„Wenn ich helfen kann, helfe ich meinem Verein.“ Thomas Schädler

Er habe am Sonntag gegen Mitternacht eine SMS vom 3. Starbulls-Vorstand Stephan Gottwald bekommen, dass er am Montag ins Stadion kommen solle. „Als ich gefragt wurde, ob ich die Serie gegen Crimmitschau als verantwortlicher Coach übernehmen kann, sagte ich zu. Wenn ich meinem Verein damit helfen kann, mache ich das natürlich“, sagte Schädler, der vor ein paar Wochen schon als Co-Trainer neben Franz Steer ausgeholfen hatte, als Martin Reichel aus gesundheitlichen Gründen passen musste. „Das hat Spaß gemacht mit Franz zusammenzuarbeiten“, sagte er, nachdem Martin Reichel wieder zurückkehrte.

Was führte letztendlich zur Beurlaubung von Franz Steer, wollte die Sportredaktion von den Starbulls-Verantwortlichen wissen. Dazu Stephan Gottwald: „Ausschlaggebend waren die beiden letzten Spiele gegen Heilbronn. Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass wir die Liga halten und das letzte Rad, das wir jetzt noch drehen können ist die Trainerposition. Hier wollen wir durch eine Veränderung neue Motivation schaffen und den einen oder anderen Spieler wach rütteln. Es muss der Letzte kapieren, um was es geht.“ Noch vor dem Start der Play-down-Runde sprach man Franz Steer das Vertrauen aus. „Wir wussten, dass er erfahren genug ist solche Situationen zu meistern, aber diesen Eindruck hatten wir zuletzt eben nicht mehr. Ein anderer Trainer kann vielleicht andere Impulse geben, dass die Spieler die zehn bis 20 Prozent, die momentan abgehen, leisten können. Uns ist nicht geholfen, wenn wir ständig über Verletzte reden oder rumjammern, sondern wir brauchen jetzt Taten und Lösungen und keine Ausreden. Und da ist jetzt jeder Einzelne gefragt. Egal ob das der Ersatztorhüter der Topskorer oder der Trainer ist,“ wird Gottwald deutlich und fährt fort: „Tatsche ist, dass wir viele verletzte Spieler hatten und haben, aber wir haben auch noch über 15 Spieler in der Kabine, die spielen können und dann müssen es eben die richten.“

Die Entscheidung gegen Franz Steer fiel in der Nacht nach dem Sonntag-Spiel in Heilbronn, das mit 1:5 verloren ging. Der Erste Vorstand Hans-Peter Schwarzfischer will Franz Steer auf keinen Fall in ein schlechtes Licht rücken: „Franz Steer hat sehr viel für den Verein getan und wir hätten uns auch gewünscht, dass wir mit ihm und dem Klassenerhalt einen versöhnlichen Abschied hätten feiern können“. Es stand definitiv schon länger fest, dass sich die Wege trennen würden, doch diese Entscheidung wurde nicht öffentlich gemacht. Deshalb gab es immer wieder Spekulationen – um Steer und um einen eventuellen Nachfolger für die nächste Saison. Darauf wollten die Starbulls-Verantwortlichen gestern aber nicht eingehen. Verständlich, denn jetzt gilt die ganze Konzentration dem Kampf um den Klassenerhalt.

„Ich muss die Entscheidung so hinnehmen.“ Franz Steer

Auf Nachfrage der OVB-Sportredaktion wollte Franz Steer nur so viel sagen: „Ich muss die Entscheidung so hinnehmen und wünsche der Mannschaft und Tom Schädler viel Erfolg.“ Wenn der Eindruck am Telefon nicht täuschte, war Steer schon überrascht, dass er beurlaubt wurde. Er hatte aus Bad Nauheim schon die Videos von den Crimmitschau-Spielen angefordert, und hatte mit Tyler McNeely, der gestern das Krankenhaus nach seiner Virus-Erkrankung verlassen konnte, telefoniert.

Fest steht, dass Steer gewusst beziehungsweise das Team so eingestellt hat, dass es während der laufenden Saison dreimal gegen Crimmitschau gewonnen hat. Es hätte schon tragische Züge, wenn die Starbulls jetzt ohne Steer an den Eispiraten scheitern würden. Drei Siege wären allerdings zu wenig – für den Klassenerhalt müssen es schon deren vier sein. bz

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