Dem Favoriten unterlegen

Eine enttäuschte Ding Yapingmusste Berlins Nina Mittelham zum Sieg gratulieren.
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Eine enttäuschte Ding Yapingmusste Berlins Nina Mittelham zum Sieg gratulieren.

Pforzheim – „Wir wollten natürlich die Trophäe erneut gewinnen“, verriet Michael Fuchs, Trainer der Tischtennis-Damen des SV-DJK Kolbermoor, nach dem Final-Four-Turnier um die deutsche Pokalmeisterschaft in Pforzheim.

Exakt ein Jahr nach dem erstmaligen Triumph in der Bundeshauptstadt musste sich der Tabellendritte aus der 1. Bundesliga in einer Neuauflage diesmal dem TTC Berlin eastside mit 0:3 geschlagen geben. Für Berlin ist es der sechste Coup in den vergangenen sieben Jahren.

Trotz der verpassten Titelverteidigung hielt sich die Enttäuschung bei Fuchs in Grenzen. „Das Team hat gut gespielt. Ich bin mit den Leistungen zufrieden.“ Wie schon bei der 2:6-Niederlage in der Meisterschaft exakt fünf Wochen zuvor auch gewannen die Berlinerinnen die umkämpften Partien. „Gegen den TTC waren wir im Vorfeld in keinem Einzel der Favorit. Trotzdem waren in den drei Partien Chancen vorhanden.“

Mitentscheidend für den Verlauf des Endspiels sei nach Beobachtungen des Coaches der Ausgang des ersten Spiels zwischen Kristin Lang und Fu Yu gewesen. Nachdem Lang in der Bundesliga einen souveränen Erfolg feierte, behielt diesmal die international für Portugal spielende Fu mit 11:7 im fünften Durchgang die Oberhand. „Wenn ich den dritten Satz nach Hause bringe, gewinne ich die Partie“, gab Lang anschließend zu Protokoll. Mit 17:19 hatte die deutsche Nationalspielerin das Nachsehen, „nachdem ich zuvor schon 7:3 geführt hatte, dann aber zwei Bälle unkonzentriert war und in der Verlängerung gleich drei gute Möglichkeiten hab liegen lassen“. Lang konnte trotz der Niederlage nach der Medaillenvergabe schon wieder lachen, „denn schließlich habe ich gegen eine der besten Spielerinnen Europas verloren, die sicherlich deutlich mehr trainiert als ich“.

Die beiden nachfolgenden Partien entschied der amtierende deutsche Meister für sich. Shan Xiaona behauptete sich mit 3:1 gegen Lily Zhang und Nina Mittelham gab gegen Ding Yaping nicht mal einen Satz ab. Nach zwei Stunden und zehn Minuten hatte der TTC Berlin eastside damit erfolgreich Revanche für die Vorjahresniederlage genommen. „Jetzt steht der Pokal wieder dort, wo er hingehört“, sagte Manager Andreas Hain.

Auf dem Weg in das Finale musste Kolbermoor bereits in der Vorschlussrunde mit dem TSV 1909 Langstadt einen dicken Brocken aus dem Weg räumen. Die überraschende Aufstellung, Ding Yaping mit ihren mittlerweile 52 Jahren auf die Spitzenposition zu stellen, zahlte sich aus. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, gab TSV-Teammanager Manfred Kämmerer zu. Die Abwehrspezialistin setzte sich nicht nur gleich im ersten Spiel gegen Dina Meshref durch, sondern entschied auch den Vergleich mit Petrissa Solja, in fünf Sätzen für sich. Lily Zhang feierte einen 3:0-Pflichtsieg gegen Janina Kämmerer. Die 1:3-Niederlage von Kristin Lang gegen Solja hatte somit nur noch statistische Bedeutung.

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