SBR fährt wieder die Krallen aus

Die Riesenchance von Mario Staudigl für den SBR im ersten Durchgang. Fotos Neumeier
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Die Riesenchance von Mario Staudigl für den SBR im ersten Durchgang. Fotos Neumeier

Der Bann ist gebrochen: Mit einem 2:0-Erfolg bei der SpVgg Hankofen-Hailing hat der SB/DJK Rosenheim den ersten Sieg im Jahr 2014 in der Bayernliga Süd gefeiert.

Von "kratzen und beißen" ist immer martialisch die Rede, wenn es darum geht, die für den Abstiegskampf notwendigen Tugenden herauszustellen. Ganz sicher sind diese Worte in den vergangenen Tagen und Wochen auch an der Pürstlingstraße gefallen. Nach dem Spiel in Niederbayern lässt sich feststellen: Der SBR fährt seine Krallen wieder aus.

Es war ein hartes Stück Arbeit, das die Sportbündler da verrichten mussten, um die Punkte aus Hankofen zu entführen. "Wir wissen, dass wir in unserer Situation erst einmal nur über den Kampf da wieder rauskommen können - und das ist eine der ganz großen Tugenden beim Sportbund", sagt Trainer Günter Güttler. "Es ist in dieser Woche Vieles passiert", stellte der Rosenheimer Coach nach dem Spiel erleichtert fest. Sein Team habe mittlerweile verinnerlicht, in welcher Situation man sich befinde - und welche Maßnahmen man ergreifen müsse. Sprich: Einsatzfreude, Kampfkraft, mannschaftliche Geschlossenheit und extremer Zusammenhalt. "Gegen Affing am vergangenen Wochenende waren wir wohl noch nicht so weit", meinte Güttler, diesmal habe man noch einen Schritt gemacht. "Die Mannschaft hat die positiven Signale bestätigt und ein wichtiges Ausrufezeichen gesetzt", findet der Coach.

Zu diesem Ausrufezeichen gehörte vor allem, dass man erstmals seit acht Begegnungen wieder ohne Gegentor blieb. "Das hat mich enorm gefreut", sagte Güttler. Mit vereinten Kräften hatte man die 90 Minuten in der Defensive über die Bühne gebracht: Bei Kopfbällen von Moritz Löffler und Christian Schedlbauer sowie Schüssen von Stefan Alschinger brannte es mehrere Male im SBR-Strafraum, am Ende aber hielt der souverän agierende Youngster Dominic Zmugg den Rosenheimer Kasten sauber. "Es waren Chancen für Hankofen da, aber alles können wir halt auch nicht verhindern", resümierte Güttler.

Und in der Offensive konnte man auch nicht alles treffen - wobei die Großchancen von Mario Staudigl im ersten Durchgang und Christian Schnebinger gleich nach Wiederbeginn eigentlich glasklare Torerfolge sein hätten müssen. Staudigl donnerte die Kugel aus drei Metern in die Wolken, Schnebinger beförderte die Kugel aus sieben Metern übers leere Hankofener Gehäuse.

Hätten sie getroffen, dann wäre dem ganzen Geschehen wohl viel Hektik genommen worden. So mussten die Rosenheimer nach dem Elfmetertor von Christoph Börtschök aber lange auf die Entscheidung warten. Diese besorgte dann Matthias Poschauko in der 86. Minute mit einem wahren Klasse-Tor, als er einen abgewehrten Ball aus der Drehung genau neben den Pfosten ins lange Eck setzte. Dem folgenden Jubel und den Szenen nach dem Schlusspfiff konnten entnommen werden, welche Größenordnung an Steinen den Sportbündlern da hinabplumpsten. "Jetzt müssen wir aber nachlegen", fordert Güttler. Die Krallen bleiben also ausgefahren!

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