Extratraining und detailierte Analyse: Mühldorf nimmt Selbstvertrauen mit nach Delitzsch

Wertvoller Neuzugang: Co-Trainer Josef „Sepp“ Wolf gilt als einer der erfolgreichsten Nachwuchstrainer Deutschland. Seit dieser Saison gibt er sein Know-How an die Mühldorfer weiter.
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Wertvoller Neuzugang: Co-Trainer Josef „Sepp“ Wolf gilt als einer der erfolgreichsten Nachwuchstrainer Deutschland. Seit dieser Saison gibt er sein Know-How an die Mühldorfer weiter.

Früher Vogel fängt den Wurm – oder vielleicht die ersten Punkte in der zweiten Bundesliga? Die Volleyballer des TSV Mühldorf müssen am Samstag jedenfalls entsprechend früh aufstehen, um zum nächsten Auswärtsspiel anzurücken.

Mühldorf – Früher Vogel fängt den Wurm – oder vielleicht die ersten Punkte in der zweiten Bundesliga? Die Volleyballer des TSV Mühldorf müssen am Samstag jedenfalls entsprechend früh aufstehen, um zum nächsten Auswärtsspiel anzurücken. Nach Sachsen geht es diesmal, 500 Kilometer im Auto, Schon um 7.30 Uhr besteigen Trainer Michi Mayer und Co. die Autos in Richtung Delitzsch, dem Gegner am Samstagabend um 20 Uhr in der Artur-Becker-Sporthalle.

Positives Fazit trotz Niederlage

Und das tun die Mühldorfer mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein. Nach der Feuertaufe in der vergangenen Woche in Karlsruhe, wo die Mühldorfer mit 1:3 verloren, zog Trainer Mayer dennoch ein durchweg positives Fazit. Die Mannschaft habe dem Druck standgehalten, hätte nie aufgegeben und dem letztjährigen Aufstiegsaspiranten durchaus Paroli bieten können. Bemerkenswert fand Mayer, wie Fabian Bartsch die Umstellung vom Außenannahmespieler zum Diagonalspieler vollzogen hatte. „Das ist ja nicht ganz einfach, weil er natürlich ganz anders blocken muss und sich auch in der Abwehr erst auf die neue Position einstellen muss.“ Sein Auftritt in Karlsruhe sei umso vielversprechender gewesen, findet Mayer. „Und das Schöne ist:: Er hat immer noch Luft nach oben!“

Mayer lobt Homogenität des Teams

Überhaupt lobt Mayer die Homogenität des Teams, beide Liberos seien jederzeit einsatzbereit und ein verlässlicher Rückhalt in der Annahme. Nur an einer Stellschraube habe man in der vergangenen Woche nachgezogen: „Die Abstimmung zwischen Zuspieler Alex Brandstetter und Zied Chalgmi musste noch besser werden.“ Dafür legten die beiden laut Mayer sogar ein Sondertraining ein.

Eine ganze Woche lang habe man den Gegner am Samstagabend studiert, Videos analysiert und Schwachpunkte herausgearbeitet. „Co-Trainer Sepp Wolf hat da eine glänzende Arbeit geleistet. Die Erkenntnisse gilt es nun umzusetzen“, sagt Mayer.

Josef Wolf ist einer der besten Trainer des Landes

Josef „Sepp“ Wolf ist neu im Trainer-Stab des TSV Mühldorf, erst in dieser Saison fest zu den Mühldorfern gestoßen. Er gilt in Fachkreisen als einer der besten Trainer des Landes, der viel Know-How und auch die entsprechenden mitbringt – seine Erfolge geben ihm recht.

Als Jugendtrainer holte er als Nachwuchstrainer über 20 Mal den Deutschen Meistertitel, und das mit so ziemlich allen Jahrgängen, die er trainiert hat. Den ASV Dachau führte er seinerzeit in die 1. Bundesliga, er trainierte in der italienischen Liga und war Head-Coach bei SV Lohhof. Nach zahlreichen Jahren im Jugendbereich, startete Wolf beim GCDW Herrsching im Profisport noch einmal richtig durch, um nun seine Erfahrung dem TSV Mühldorf zur Verfügung zu stellen.

Und dort gilt laut Credo von Mayer: „Wir konzentrieren uns auf unser Spiel, versuchen uns zu etablieren und natürlich jedes Spiel zu gewinnen!“ Das will auch der GSVE Delitzsch, der im vergangenen Jahr als Aufsteiger in die 2. Bundesliga kam, sich gut etablierte und eine ordentliche Saison gespielt hatte, bis der Lockdown wegen Corona der Saison ein Ende gesetzt hatte.

„Wollen zumindest alle Heimspiele gewinnen“

Den Klassenerhalt sicherzustellen, und das so schnell wie möglich, das hatte Kapitän Felipe Pardini Glaser in einem Interview vor Saisonbeginn als Ziel ausgelobt. „Dafür wollen wir mindestens alle Heimspiele gewinnen!“ Beim ersten Heimspiel gegen den TV/DJK Hammelburg wurden die Sachsen aber bereits eines Besseren belehrt. Hammelburg verließ nach einem spannenden Fünf-Satz-Match das Spielfeld (18:25 26:28 33:31 25:21 21:23). Eine bedauernswerte Niederlage, doch diese sei abgehakt, betont Benedikt Bauer, Teammanager des GSVE Delitzsch, „wir haben eine solide Leistung gezeigt!“. Wenn nun Mühldorf im nächsten Heimspiel des GSVE aufschlägt, erwartet man einen Gegner, „der nichts zu verlieren hat“, erklärt Bauer. Der gute Ruf der hervorragenden Jugendarbeit des TSV sei bis nach Sachsen gelangt. Bei den Herren wiederum müsse man vor allem auf den erstligaerfahrenen tunesischen Außenangreifer Zied Chalgmi aufpassen: „Der hat sehr druckvolle Aufschläge drauf.“

Wiedergutmachung sei angesagt für die Auftaktniederlage des GSVE Delitzsch. Mühldorfs Trainer Michi Mayer will das verhindern. Seine Taktik: „Delitzsch hat im Block zwei Schwachpunkte. Wenn wir diese ausnutzen, die Angriffe über diese Positionen laufen, können wir ihnen das Leben richtig schwer machen!“ Seine Jungs sind jedenfalls alle fit und hungrig, lediglich Fabian Liemer muss weiter aussetzen. Ein mehrfacher Bänderriss im rechten Sprunggelenk verdonnert den Diagonalspieler zu einer Zwangspause. enk

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