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Training in der Chiemgau-Arena

Ex-Skilangläuferin Elisabeth Schicho ist Studentin und Cheftrainerin in Norwegen: So meistert sie die Doppelbelastung

Elisabeth Schicho absolvierte mit ihren Schützlingen ein Trainingslager im Chiemgau.
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Elisabeth Schicho absolvierte mit ihren Schützlingen ein Trainingslager im Chiemgau.

Andere Menschen würden an einer solchen Doppelbelastung scheitern, doch Elisabeth Schicho ´freut sich über zwei „Volllzeitjobs“. „Das ist gegenseitig ein guter Ausgleich“, sagt die ehemalige Skilangläuferin über ihr Studium und den Trainerjob.

Chiemgau – Sie hat eine Doppelbelastung zu meistern – doch Elisabeth Schicho ist glücklich damit: Die ehemalige Skilangläuferin ist derzeit sowohl als Wirtschaftsstudentin als auch als Trainerin gefordert. Beide Tätigkeiten seien an sich ein Vollzeitjob – aber beide machen ihr eben auch Spaß, und „ich bin gut organisiert und strukturiert. Zudem ist das auch gegenseitig ein guter Ausgleich“, freut sich die Junioren-Weltmeisterin von 2014, die derzeit mit ihrem Profiteam vom Skiclub Kjelsas (ein Stadtteil von Oslo) im Chiemgau zu Gast ist.

„Das war schon toll für meine Mädels und Jungs“

„Wir haben hier alles, was wir für ein gutes Trainingslager brauchen“, lobt die 31-Jährige. Denn zum einen durften ihre zwölf Schützlinge die Strecken in der Chiemgau-Arena nutzen, zum anderen sei das Quartier im Wirtshaus in der Laubau perfekt für die Mannschaft.

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In der Chiemgau-Arena gab es unter anderem eine gemeinsame Einheit mit dem Stützpunktteam von Falk Göpfert – mit den Weltcup-Athleten Lucas Bögl und Jonas Dobler, aber auch mit der nachdrängenden Generation. „Insgesamt waren wir gut 25 Leute auf der Strecke. Das war schon toll für meine Mädels und Jungs, dass sie da verschiedene Guides auf der Strecke hatten. Sie hatten ja zum Teil unterschiedliche Streckenlängen zu bewältigen.“

Der Panoramablick begeistert

Für ihre Schützlinge im Alter von 20 bis 25 Jahren sei das Trainingslager eine feine Sache. Zum einen angesichts dieser Kontakte und des komplett anderen Umfelds, aber auch wegen der Möglichkeit, als Team zusammenzuwachsen. Angetan sind ihre Aktiven auch von der hiesigen Berglandschaft. „Unter anderem waren wir am Dürrnbachhorn, der tolle Panoramablick hat sie begeistert.“

Denn in Norwegen „gibt es fast nur Hügel“, erklärt sie. Oslo liegt direkt auf Meereshöhe, selbst der Holmenkollen bei Oslo ist nur gut 300 Meter hoch. Aufgrund der nördlichen Lage der Stadt gibt es dennoch eine sehr hohe Schneesicherheit über einen langen Zeitraum. Schicho muss von ihrer Wohnung aus nur wenige Minuten gehen, um mit einem Bus zur Loipe zu fahren, „das machen viele in Oslo so.“ Zudem gibt es in der Stadt ganzjährig die Möglichkeit zum Skirollern.

„Ich bleibe noch den ganzen Juli zum Urlaub da“

Die 31-Jährige selbst hatte sechs Jahre lang am Stützpunkt Ruhpolding trainiert. In ihrer „zweiten Heimat“ im Chiemgau standen auch Einheiten am Roßfeld, eine Doppelstock-Einheit sowie Paddeln am Chiemsee an, ebenso ein bayerischer Abend.

Auch in Schichos „erste“ Heimat am Schliersee ging es. Auch dort wurde noch trainiert, ehe ihre Schützlinge wieder nach Norwegen flogen. Zunächst allerdings ohne ihre Trainerin, denn „ich bleibe noch den ganzen Juli zum Urlaub da.“

Oslo als Studienort

Für Schicho stand 2019 nach dem Ende der sportlichen Laufbahn im Vordergrund, „eine Stadt in einem anderen Land für das Studium zu finden, bei der der Weg bis zu einer Loipe nur kurz ist.“ Dass da die Wahl auf Oslo fiel, ist so gesehen wenig überraschend.

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Schicho bekam über einen Bekannten die Telefonnummer des Skiclubs – „und die wussten schon, wer ich bin“, freut sie sich. So wurde sie beim Skiclub Kjelsas – der größte der sieben Skiclubs in der Hauptstadt – sehr bald als Assistenztrainerin verpflichtet, seit vergangenem Jahr ist sie sogar Cheftrainerin. „Vor allem die Mädels haben sich sehr gefreut, schließlich sind gut 98 Prozent der Trainer Männer“, erklärt sie – daher ist die 31-Jährige auch als Ansprechpartnerin sehr gefragt.

„Ich habe bewusst nicht Sport gewählt“

Ihr Wirtschaftsstudium – „ich habe bewusst nicht Sport gewählt“ – begann sie praktisch gleichzeitig mit ihrer Trainertätigkeit. Sie verständigte sich sehr schnell auf Norwegisch mit ihren Schützlingen. „Die Sprache zu lernen, war für mich sehr wichtig, denn das ist der Schlüssel für die Integration. Damit ist man viel näher an den Menschen dran, und es ist auch ein Zeichen des Respekts vor dem Gastgeberland.“

Dort überstanden sie und das Team auch die Zeit während der Covid-Pandemie gut. Denn: „Der Lockdown war nicht ganz so streng wie in Deutschland, und die Sportprofis haben in Norwegen ohnehin einen Ausnahmestatus. Da Skilanglauf ohnehin draußen stattfindet und eine Individualsportart ist, konnten wir weiter gut arbeiten.“ Daneben lief auf digitalem Wege ihr Studium weiter.

Zeit in Ruhpolding „war eine schöne Zeit“

Schicho hatte bereits in Deutschland den C-Schein als Trainerin gemacht, im norwegischen Skiverband hat sie mittlerweile die Trainerscheine 1, 2 und 3 absolviert. Daneben profitiert sie von ihren Erfahrungen aus ihrer aktiven Karriere, als Trainer hätten vor allem Toni Strehhuber und Bernd Raupach ihr viel beigebracht, berichtet sie.

Sowohl an ihre Zeit im Stützpunkt Ruhpolding als auch am CJD in Berchtesgaden erinnert sie sich gerne, „das war eine schöne Zeit.“ Sie habe noch immer relativ viel Kontakt mit Lucas Bögl und Jonas Dobler, „das sind Sportler, die man in Norwegen gut kennt. Die haben schon Respekt vor dem deutschen Langlauf – dazu haben auch die früheren Erfolge von Tobi Angerer und Axel Teichmann viel beigetragen“, weiß sie.

„Derzeit gefällt es mir einfach, viel herumzureisen“

Nun will Schicho dazu beitragen, dass auch weiter norwegische Sportler erfolgreich sind. Das Aushängeschild ihres Tams ist Haavard Moseby, der in der vergangenen Saison sogar Top-Ten-Plätze im Weltcup verbucht hatte.

Trotz ihrer Doppelbelastung genießt die 31-Jährige ihre Zeit in Norwegen. „Im Winter bin ich ja auch bei den Rennen im Norgescup und im Scandinavian Cup dabei, das ist fast schon wie ein Touristenausflug.“ Echte Touristenausflüge führten sie „im Urlaub schon nach Spitzbergen und auf die Lofoten.“ Daher will Schicho mindestens bis zum Abschluss ihres Studiums in zwei Jahren in Norwegen bleiben. „Denn auch wenn es später vielleicht einmal anders wird: Derzeit gefällt es mir einfach, viel herumzureisen.“who

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