Euphorie und Ernüchterung

Robin Ungeratherzielte bislang elf Tore für den TSV Wasserburg. Butzhammer
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Robin Ungeratherzielte bislang elf Tore für den TSV Wasserburg. Butzhammer

Wasserburg – Die 40-Punkte-Marke überschritten, aktuell Rang drei – der TSV Wasserburg hat auch in der Fußball-Bayernliga Süd als Aufsteiger für Furore gesorgt.

Noch dazu, weil man mit einem Schnitt von mehr als 700 pro Spiel auch in der Zuschauergunst ganz vorne liegt. Die Rekordkulisse waren 1400 Fans im Heimspiel gegen die zweite Garnitur des TSV 1860 München.

Nicht nur deshalb taugt es den Löwen vom Inn, wenn in der Altstadt das Flutlicht aufleuchtet: Die Wasserburger führen mit 31 Punkten aus zwölf Spielen die Heimtabelle der Bayernliga Süd an. Dicht dahinter stehen der FC Pipinsried (elf Spiele, 29 Punkte) und der FC Deisenhofen (zehn Spiele, 27 Zähler). Die einzige Niederlage in der Altstadt gab es für die Haas-Truppe übrigens mit 0:2 gegen Pipinsried. Weitere Highlights aus Wasserburger Sicht: Mit 13 die zweitmeisten Siege errungen, mit 28 die zweitwenigsten Gegentore kassiert.

In beiden Statistiken liegen die Wasserburger Löwen hinter dem Top-Team der Liga. Regionalliga-Absteiger FC Pipinsried liegt – abgesehen von der Heimbilanz – in sämtlichen Statistiken vorne. 19 Siege aus 22 Spielen, als einziges Team ohne Niederlage, mit 74 die meisten Tore erzielt, mit 18 die wenigsten Gegentreffer eingefangen, mit 31 Zählern aus elf Begegnungen das beste Auswärtsteam und in Pablo Pigl, der bislang 21 Einschüsse aufweist, den besten Torschützen – Pipinsried beweist gerade, dass es eine bessere Mannschaft besitzt als noch zu Regionalliga-Zeiten. Auf die Schulter klopfen dürfen sich der TSV Dachau 1865 (2:2), 1860 München II (0:0) und Schwaben Augsburg (1:1), die dem Spitzenreiter Unentschieden abtrotzten.

Bei diesem Lauf und 19 Punkten Vorsprung auf die Verfolger dürfte der Meistertitel in der fünften Spielklasse bereits vergeben sein. Hingegen ist der Kampf um Rang zwei so richtig spannend: Deisenhofen und Wasserburg weisen jeweils 41 Punkte auf, der FCD hat aber ein Spiel weniger absolviert. Auf Rang vier folgt der TSV Schwabmünchen mit 39 Zählern, dahinter der TSV Kottern mit 38 und auch der FC Ingolstadt 04 II mit 36 Punkten ist noch im Rennen um die Aufstiegsspiele – vorausgesetzt, die „Erste“ der Schanzer schafft den Sprung in die 2. Bundesliga. Schwabmünchen und Kottern sind hinter Pipinsried die besten Teams in der Auswärtstabelle, in der Wasserburg noch Nachholbedarf hat: lediglich Rang 13. Die Löwen sind übrigens das Top-Team mit den meisten Niederlagen, insgesamt sieben. Sechs davon setzte es auswärts – da hätten sich die Verantwortlichen sicherlich mehr Unentschieden gewünscht. Mit nur zwei Remis hat man die wenigsten in der Liga.

Der Wasserburger Euphorie – Saisonstart mit sieben ungeschlagenen Spielen, darunter sechs Unentschieden – folgte die Ernüchterung: Zuletzt gab es fünf Auswärtsniederlagen am Stück. Und nach der Herbstrunde verabschiedete sich auch noch Trainer Leonhard Haas in Richtung Wacker Burghausen und Regionalliga Bayern. Auch beim SV Kirchanschöring, dem zweiten Inn/Salzach-Verein in der Bayernliga, ist der Trainer nicht mehr am Werk: Ex-Profi Michael Kostner und der Verein trennten sich, mittlerweile hat Sepp Weiß das Sagen. Zwischenzeitlich hatte der SVK mal sieben Spiele ohne Sieg, weshalb man mit 28 Punkten und vier Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone noch längst nicht durch ist. Vor allem die Heimbilanz mit 14 Punkten aus elf Spielen ist ausbaufähig, zudem gab es mit sieben die zweitmeisten Unentschieden.

Dass einen Punkteteilungen nicht unbedingt voranbringen, muss die SpVgg Hankofen-Hailing erfahren: Die Niederbayern haben nur eine Niederlage mehr als Wasserburg, stecken aber dick drin im Abstiegssumpf. Weil man zwar acht Unentschieden aufweist, aber nur fünf Siege errungen hat, ist die Situation beim Viertletzten prekär. Mit lediglich fünf Punkten in elf Auswärtsspielen ist man in der Fremde ein Punktelieferant.

Völlig überraschend steht der SV Pullach als Vorletzter mitten in der Abstiegszone. Nach dem Abgang von Trainer Frank Schmöller ist der SVP abgeschmiert und hat mit 57 die meisten Gegentore kassiert. Zwischenzeitlich war Pullach zwölf Spiele lang ohne Sieg und kassierte dabei acht Niederlagen am Stück. Während neben Hankofen-Hailing und Pullach auch noch Schwaben Augsburg und die zweite Mannschaft von Jahn Regensburg auf den Relegationsplätzen stehen, befindet sich der TSV Nördlingen auf dem direkten Abstiegsrang. Die Mannen aus dem Ries haben schon sieben Zähler Rückstand auf die Relegationsplätze. Mit 13 gab es die meisten Niederlagen, mit nur 24 Toren hat ausgerechnet der Heimatverein von „Bomber“ Gerd Müller die schwächste Offensive.

Fairstes Team ist bislang der FC Deisenhofen, während bei den Augsburger Vertretern die Nerven des Öfteren nicht im Zaum blieben: Schwaben Augsburg liegt mit sieben Gelb-Roten Karten in dieser Bilanz hinten, Türkspor Augsburg mit vier Roten Karten. Ebenso viele Platzverweise mittels Roter Karte gab es bislang für die Zweitvertretung aus Ingolstadt.

Torschützenliste

21 Tore:Pablo Pigl (FC Pipinsried).

16 Tore:Philipp Herrmann (FC Ingolstadt 04 II), Steffen Krautschneider (FC Pipinsried).

14 Tore:Michael Bachhuber (FC Deisenhofen).

13 Tore:Thomas Rudolph (TSV Schwabmünchen).

12 Tore:Thomas Stowasser (SSV Jahn Regensburg II).

11 Tore:Robin Ungerath (TSV Wasserburg).

10 Tore:Marco Finster (FC Deisenhofen).

9 Tore:Matthias Haas (TSV Wasserburg), Achim Speiser (TSV Kottern).

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