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„Ich lebe gerade wie in einem Traum“

Es regnet Gold: Doppel-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl ist Triple-Europameisterin

Goldiges Lächeln: Doppel-Olympiasiegerin und Triple-Europameisterin Jessica von Bredow-Werndl präsentiert ihre Medaille nach dem Gewinn des Grand Prix Freestyle.
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Goldiges Lächeln: Doppel-Olympiasiegerin und Triple-Europameisterin Jessica von Bredow-Werndl präsentiert ihre Medaille nach dem Gewinn des Grand Prix Freestyle.

„Ich lebe gerade wie in einem Traum“, sagte Jessica von Bredow-Werndl nach dem Triple-Sieg bei der Europameisterschaft. Alle vergebenen Titel in der Dressur errang die Aubenhausenerin seit Juni.

von Sabine Neumann

Hagen am Teutoburger Wald – „Ich lebe gerade wie in einem Traum“, findet Jessica von Bredow-Werndl. Acht Goldmedaillen und alle vergebenen Titel in der Dressur hat die 35-jährige Aubenhausenerin mit der 14-jährigen Trakehnerstute TSF Dalera BB seit Juni bei Deutschen Meisterschaften, Olympischen Spielen und Europameisterschaften errungen. Das ist eine einmalige Leistung, auch weil Olympische Spiele und Europameisterschaften normalerweise nicht im selben Jahr stattfinden.

Nach den Dressur-Europameisterschaften in Hagen am Teutoburger Wald ist von Bredow-Werndl „sehr dankbar, glücklich und auch erleichtert“. Mit ihrem überragenden Grand Prix-Sieg (84,099 Prozent) hatte die Doppel-Olympiasiegerin mit ihrer „Dancing Queen“ entscheidend dazu beigetragen, dass die deutsche Mannschaft vor Großbritannien und Dänemark das erwartete Gold gewann. Am nächsten Tag im Grand Prix Special siegten die Weltranglistenersten mit zweieinhalb Prozent Abstand erneut vor Isabell Werth mit Weihegold OLD (81,702 Prozent) und der Dänin Cathrine Dufour mit Bohemian.

Isabell Werth auf Rang vier

Zu guter Letzt zelebrierte das Erfolgs-Duo aus Aubenhausen eine fantastische Kür und schien dabei so kraftvoll und mühelos, als könnte es gleich noch einmal von vorne beginnen. Mit 91,021 Prozent setzten sich von Bredow-Werndl und ihre „Zauberstute“ unangefochten an die Spitze vor Dufour mit Bohemian (88,436 Prozent) und der Britin Charlotte Dujardin mit Gio (87,246 Prozent). Isabell Werth spürte in der Prüfung, dass ihrer 16-jährigen „Weihe“ und auch ihr selbst die Kraft ausging. Die Weltranglisten-Zweiten kamen an diesem Tag auf den vierten Platz (84,896 Prozent).

Es geht im Dressursport um mehr als um Ehrgeiz und Erfolg. „Das Schöne ist, dass die Verbindung zwischen Dalera und mir immer stärker wird und das Vertrauen und das Selbstvertrauen von Dalera immer größer. Unabhängig von den Punkten war es von meinem Gefühl her unsere bisher beste Kür“, freute sich von Bredow-Werndl. Die Unterstützung durch ihr Team, die gesamte Familie und ihre langjährige Förderin Beatrice Bürchler-Keller hob sie hervor. „Unser Zusammenhalt ist großartig.“

Zuschauer waren zugelassen

Anders als in Tokio waren Zuschauer in Hagen willkommen und konnten live mitfiebern. Für manche Pferde, auch für TSF Dalera BB, war die beeindruckende Atmosphäre und die inzwischen ungewohnte Geräuschkulisse anfangs etwas irritierend, doch die Reiterinnen und Reiter genossen es, sich wieder vor Publikum präsentieren zu dürfen.

Das galt auch für Raphael Netz, der in Aubenhausen angestellt ist. Der 22-Jährige nahm an der Europameisterschaft für die U25-Reiter teil, die erstmals gemeinsam mit dem Championat der „Großen“ stattfand. 2020 hatte der Nachwuchsreiter mit Dior bereits EM-Silber mit der Mannschaft und Bronze im Grand Prix gewonnen. Diesmal ritt er den zwölfjährigen Rapphengst Elastico, der ihm von der Japanerin Akane Kuroki zur Verfügung gestellt wird. Wie seine „Chefin“ durfte sich Netz in Hagen über Team-Gold freuen. In der ersten Einzelentscheidung, dem Grand Prix, gelang ihm mit Elastico erneut eine persönliche Bestleistung (76,308 Prozent). Damit gewann das Paar sensationell eine weitere Goldmedaille.

Mit von Bredow-Werndls Musik auf Rang zwei

In der abschließenden Kür holten die neuen U25-Doppel-Europameister die Silbermedaille, knapp hinter Semmieke Rothenberger mit Flanell. Die Choreographie und die Musik zu Netz‘ U25-Freestyle hatte von Bredow-Werndl beigesteuert. Es war die Weltcup-Kür, die ihr vor gar nicht so langer Zeit mit Unee BB zum Durchbruch verholfen hatte.

Für den Dressurstall Aubenhausen und das „Team Aubi“ ist die Europameisterschaft ein überwältigender Erfolg. Fünf Gold- und eine Silbermedaille lautet die Bilanz. „Das ist die Bestätigung, dass wir auf einem richtig guten Weg sind“, stellte von Bredow-Werndl strahlend fest. Während TSF Dalera BB eine wohl verdiente Pause genießt, blieb ihrer Reiterin keine Zeit zum Ausruhen. Mit Ferdinand BB wurde sie ins Nationenpreis-Team für den CHIO Aachen berufen. Dort steht der erste große Auftritt ihres Nachwuchspferds im Dressurstadion bevor.

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