Erster zweistelliger Erfolg in der Fremde – Meier und Henriquez treibende Offensivkräfte

Starbulls-Neuzugang Tobias Meier (links) war mit drei Treffern maßgeblich daran beteiligt, dass die Rosenheimer Eishockeyspieler in Passau den ersten zweistelligen Oberliga-Sieg in fremder Halle errangen.
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Starbulls-Neuzugang Tobias Meier (links) war mit drei Treffern maßgeblich daran beteiligt, dass die Rosenheimer Eishockeyspieler in Passau den ersten zweistelligen Oberliga-Sieg in fremder Halle errangen.

Dem Corona-Virus ist gelungen, woran zuvor Weiden, Höchstadt und Passau scheiterten: die beeindruckende Auftakt-Serie der Starbulls zu stoppen beziehungsweise zumindest zu unterbrechen. Ob es Deggendorf gelungen wäre, wenn das Starbulls-Gastspiel dort stattgefunden hätte, ist schwer zu sagen.

Rosenheim – Dem Corona-Virus ist gelungen, woran zuvor Weiden, Höchstadt und Passau scheiterten: die beeindruckende Auftakt-Serie der Starbulls Rosenheim zu stoppen beziehungsweise zumindest zu unterbrechen. Ob es Deggendorf gelungen wäre, wenn das Starbulls-Gastspiel dort stattgefunden hätte, ist schwer zu sagen. Zu unterschiedlich waren die Leistungen des Mitfavoriten aus Niederbayern zu Saisonbeginn: Einem 6:2 in Lindau folgte ein 0:2 gegen Weiden auf eigenem Eis, wobei Ex-Starbulls-Goalie Luca Endres im ersten Punktspielauftritt für sein neues Team gleich ein Shutout gelang.

Meiste Tore in der Oberliga

Die Starbulls selbst jedenfalls haben nach einem Ausrutscher letzte Saison (nach zwei Auftaktsiegen Niederlagen im dritten und vierten Saisonspiel) wieder zurückgefunden zu ihrer Oberliga-Tradition neuester Zeit: neun Punkte aus den ersten drei Partien. 2018 hieß das Torverhältnis dabei 15:10, ein Jahr davor 13:2 und nun sogar 20:5! Und diese 20 Treffer sind ligaweit die meisten, obwohl den Starbulls zwei Spiele auf die normale Zahl fehlen.

Ob die Starbulls wirklich so stark aufspielen, wie die nackten Zahlen suggerieren, oder ob Höchstadt und besonders Passau zu schwach waren, um den Gegner richtig zu fordern, wird sich zeigen, wenn Sicinskis Mannen nach der unfreiwilligen Spielpause hoffentlich wieder aufs Eis dürfen. Tatsache ist aber, dass auch gegen einen schwachen Gegner in fremder Halle ein zweistelliges Ergebnis nicht einfach so „im Vorbeigehen“ eingefahren wird. Und hätten die Starbulls da schon gewusst, dass die Freitagspartie ausfallen würde, und sich nicht im letzten Drittel mit einem einzigen Treffer merklich zurückgehalten, wer weiß, ob nicht ein Rekordsieg für die Ewigkeit herausgesprungen wäre!

10:2 in Passau toppt bisherigen Rekord aus der Mondi-Hilger-Ära

Aber auch so toppt das 10:2 vom vergangenen Dienstag, das erste zweistellige Ergebnis in fremder Halle, den bisherigen Rekord-Auswärtssieg von 8:1 in Füssen vom 20. Februar 2007, also aus der Mondi-Hilger-Ära, noch um ein Törchen Differenz. Kurios: Mit dem gleichen Ergebnis verloren die Starbulls elf Monate zuvor gegen den EV Ravensburg bei der bis dato einzigen zweistelligen Niederlage auf eigenem Eis. Drei Spieler, die in diesem Sommer ihre Rosenheimer Karriere beendet haben, waren in je einer dieser Begegnungen damals mit von der Partie: Matthias Bergmann und Michael Fröhlich bei der Rekord-Niederlage, Daniel Bucheli beim nunmehr überbotenen Rekordsieg.

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Weiterer Rekord mit der 6:2-Führung nach dem ersten Drittel

6:2 hieß es am vergangenen Dienstag schon nach dem ersten Drittel, und man könnte meinen, auch dies sei ein Rekord. Ist es auch, aber nur bedingt, nämlich fürs Anfangsdrittel. Seit dem Abstieg 2017 konnten die Starbulls nie mehr als vier Tore in den ersten 20 Minuten erzielen (4:0 beim 7:2-Sieg gegen Sonthofen im Dezember 2018), aber sowohl beim 11:3 gegen Miesbach (7:1 im Mittelabschnitt) als auch beim 9:0 gegen Füssen letztes Jahr (6:0 im letzten Drittel) gewannen die Rosenheimer ein einzelnes Drittel noch deutlicher. Einer der Leidtragenden dieses Matches war übrigens Neuzugang Tobias Meier, der diesmal aber mit drei Treffern und einem Assist „federführend“ beim Sieg in Passau war. Irgendwie gleicht sich halt alles wieder aus!

Meier und Henriquez sind die absoluten Antriebskräfte

Tobi Meier und Enrico Henriquez sind in Abwesenheit von Kapitän Michael Baindl überhaupt die treibenden Kräfte in der Rosenheimer Offensive. Trotz der Spielabsagen liegen sie derzeit noch immer weit vorne in der ligaweiten Scorertabelle, vor ihnen außer dem Peitinger Martin Hlozek nur Spieler, die ein oder zwei Partien mehr bestritten haben. Und auch in der Plus-Minus-Tabelle, wo die Anwesenheit bei eigenen und gegnerischen Toren gegeneinander aufgerechnet wird, haben nur die beiden Regensburger Peter Flache und Jakob Weber eine größere Plus-Bilanz.

Regensburg kommt am besten durch die Krise

Regensburg ist momentan das Team, das am besten durch die Krise kommt. Zwar belegen die „drei R“ (Regensburg, Rosenheim, Riessersee) immer noch die obersten drei Tabellenränge, doch wie Rosenheim haben die Eisbären bisher keinen einzigen Punkt abgegeben und durch ihre fünf Siege nun den Spitzenplatz inne. Riessersee hat zwar einen Punkt mehr als die Starbulls, aber in der kompletten Zahl von Spielen auch schon mehrere Zähler auf der Minusseite. Und die Selber Wölfe werden nach ihrer Auftaktniederlage gegen Regensburg zunehmend ihrer Rolle als Topfavorit gerecht und haben nach Pluspunkten die Starbulls sogar überholt.

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