Endlich das erste Verteidigertor

Das erste Rosenheimer Verteidigertor in dieser Saison: Beppo Frank schiebt den Abpraller souverän ein. Fotos Ziegler
+
Das erste Rosenheimer Verteidigertor in dieser Saison: Beppo Frank schiebt den Abpraller souverän ein. Fotos Ziegler

Gab es an den ersten beiden Wochenenden für die Starbulls Sieg und Niederlage in schöner Regelmäßigkeit, sah es diesmal mit zwei Siegen wesentlich besser aus. Auf den Tabellenstand wirkte sich dies zwar nicht aus, denn wie vor einer Woche steht man auf Platz fünf, aber punktemäßig ist man der Tabellenspitze (vier Punkte Abstand) näher als einem Nicht-Play-off-Platz (fünf).

Auf die Freiburger Wölfe trafen die Starbulls am Freitag zum ersten Mal seit dem 27. Februar 2011, aber es hat sich wenig verändert. Wieder gab es für die Breisgauer nichts zu holen, genau so wie in allen vier Begegnungen der Spielzeit 2010/11, als die Starbulls als Liga-Neuling hervorragend abschnitten, während Freiburg als Tabellenletzter absteigen musste. 21:10 lautet das Torverhältnis inzwischen, und Christoph Mathis, der am Freitag überragend hielt, war auch damals schon dabei - allerdings nur als Ersatz, während er heuer die unangefochtene Nummer eins ist. Damals kassierte er während eines 20-Minuten-Einsatzes drei Gegentore. Überhaupt kein Gegentor kassierte diesmal sein Gegenüber, Lukas Steinhauer im Rosenheimer Kasten, ein willkommener Gegensatz zu seinem ersten Spiel in Dresden, wo er bekanntlich viermal bezwungen wurde (das fünfte Gegentor fiel als Empty-Net-Goal). Im Vorjahr hatte er in der Oberliga für den EHC Klostersee bereits dreimal sein Tor sauberhalten können. Steinhauer hat jetzt ebenso viele Shutouts im Starbulls-Tor wie Patrick Ehelechner und Frederic Cloutier, Timo Herden bereits drei. Rekordhalter ist aber Pasi Häkkinen vor Norm Maracle (acht- beziehungsweise fünfmal zu null). Zwischen dem letzten Bietigheimer Tor und dem Anschlusstreffer der Füchse am Sonntag lagen immerhin 101 Minuten ohne Gegentor, die achtlängste Serie der Rosenheimer Zweitliga-Historie. Nicht schlecht für das jüngste Goalie-Duo der Liga!

Der erste Shutout ist also abgehakt; ebenso das erste Verteidigertor. Beppo Frank, in den ersten vier Spielen noch ohne Scorerpunkt, versenkte den Puck "eiskalt" im leeren Tor zum 2:0 gegen Freiburg. Noch in keiner der fünf vorangegangenen Zweitliga-Saisonen hatte es so lange gedauert bis zum ersten Tor eines Blueliners. Im Vorjahr traf Max Renner in Spiel vier, Beppo Frank selbst schoss 2013 gleich im zweiten Match den ersten Verteidigertreffer. Und Andi Paderhuber war sogar für das allererste Tor überhaupt nach dem Aufstieg verantwortlich. Die restlichen beiden "Blueline-Auftakttreffer" gelangen überraschenderweise Nico Senger, der nicht gerade zu den regelmäßigen Scorern zählte. 2011 war er im vierten Spiel erfolgreich, 2012 konnte er wie Paderhuber sogar den Saison-Torreigen eröffnen. Frank ließ übrigens seinem ersten Scorerpunkt dann in Weißwasser gleich drei weitere (Assists) folgen!

Tyler McNeely mit

Vier-Punkte-Spiel

Als wesentlich heißeren Scorer kennt man Tyler McNeely. Sonntag vor einer Woche riss zwar seine saisonübergreifende Serie von zwölf Punkten in sieben Spielen, letzten Freitag aber machte er so weiter, wie er eine Woche zuvor aufgehört hatte: mit einem Vier-Punkte-Spiel. Gegen Crimmitschau war er mit einem Hattrick plus einer Vorlage Hauptverantwortlicher für den Sieg, gegen Freiburg war er an allen Treffern beteiligt, obwohl er "nur" einen einzigen erzielte. Der aber hatte es in sich! Wie schon gegen die Eispiraten verwandelte McNeely einen Penalty-Schuss, den er bei eigener Unterzahl herausgeholt hatte! Und noch besser: gegen Freiburg sogar in doppelter Unterzahl! Überhaupt scheint bei McNeely die Chemie mit David Vallorani ähnlich gut zu stimmen wie in seinem ersten Jahr mit Shawn Weller.

Wie schon gegen Crimmitschau fielen die Starbulls-Treffer bei den Füchsen im Bündel (und das fast ohne Powerplay). Nur 3:40 Minuten lagen zwischen den drei Toren zur Führung; zum schnellsten Dreierpack gegen die Eispiraten waren 2:15 Minuten nötig. Und diesmal übernahmen das Toreschießen nicht die "üblichen Verdächtigen" McNeely und Vallorani (gleichauf auf Rang drei der Liga-Scorer), nein, es trafen auch neben C.J. Stretch mit Dominik Daxlberger und Manuel Edfelder auch zwei der ganz Jungen. Jugendstil auch in der Defensive: Christoph Gottwald und Gustav Veisert, letztes Jahr noch in der DNL tätig, fanden sich am Sonntag aufgrund von Verletzungen (Lindlbauer, Thalhammer) und der Ausleihe von Max Renner nach Straubing sogar in den "Regular Six" wieder. Aber Vertrauen in die Youngster ist bei den Starbulls ja nichts Neues!

Kommentare