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GEMISCHTE GEFÜHLE BEI DEUTSCHEN PILOTEN

Eisspeedway: Russische Dominanz und starke Fahrten von Markus Jell

Markus Jell (vorne), der für den MSC Teisendorf antritt, zeigte sich in Russland in hervorragender Form.
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Markus Jell (vorne), der für den MSC Teisendorf antritt, zeigte sich in Russland in hervorragender Form.

Mit gemischten Gefühlen sind die heimischen Eisspeedway-Piloten vom Grand Prix in Russland zurückgekehrt. Während Markus Jell, der für den MSC Teisendorf startet, zufrieden sein konnte, war der Reit im Winkler Luca Bauer enttäuscht. Erdrückend war hingegen die Dominanz der russischen Fahrer.

von Walter Hohler

Togliatti– Die gewohnte russische Dominanz und gemischte Gefühle bei den beiden deutschen Piloten gab es beim Eisspeedway-Grand-Prix in Togliatti (Russland). Denn während der für den MSC Teisendorf fahrende Markus Jell (Altfraunhofen) mit dem neunten Gesamtplatz sehr zufrieden sein konnte, war Luca Bauer (Reit im Winkl) nach seinem 16. Platz enttäuscht.

„Das war katastrophal„

„Das war katastrophal“ berichtet der 22-Jährige. Zwar konnte er zum Auftakt des ersten Renntags „noch an Jasper Iwema vorbeikommen, da konnte ich noch mithalten. Aber die anderen Läufe waren direkt schlecht“ – was nach seiner Ansicht für beide Tage galt.

Dabei war er sogar frühzeitig nach Russland angereist und hatte in Ufa noch trainiert. „Da lief es gut, obwohl es gut minus 25 Grad hatte.“ Im Grand Prix aber verkrampfte Bauer einmal mehr und konnte sein Potenzial nicht ausschöpfen.

An der Grenze hartnäckig geblieben

Das gelang dafür Markus Jell: „Ich bin sehr zufrieden. Dabei war die Anreise schon etwas schwierig. Eigentlich wollten sie uns an jeder Grenze abweisen – aber wir sind hartnäckig geblieben“, berichtet er. Der Aufwand lohnte sich: „Ich habe im Training gleich gemerkt, dass das Paket gut passt. Das gab mir ein gutes Gefühl.“

Das war besonders wichtig, weil der 38-Jährige in der Vorbereitung überhaupt kein Eistraining absolvieren konnte. Das machte sich am ersten Wettkampftag zunächst auch bemerkbar: „Beim ersten Start ist mir die Kupplung verbrannt, beim zweiten Lauf wollte ich Franz Zorn innen überholen und bin über die blaue Linie gekommen“ – so wurde er disqualifiziert und war zweimal punktlos geblieben. In den folgenden drei Auftritten aber sicherte sich Jell fünf Punkte. Das bedeutete Rang zehn in der Tageswertung und damit sieben WM-Punkte.

An seine gute Form knüpfte er auch am folgenden Tag an: „Da wollte ich meine Fehler wettmachen – und das ist mir auch gut gelungen.“ Der Pilot des MSC Teisendorf holte sich sieben Zähler, und es war sogar noch mehr drin: „Im letzten Lauf wollte ich noch an Andrej Schischegow vorbei – aber der war halt mächtig schnell.“

Drittbester Westeuropäer

Dennoch: Jell erhielt als Achter der Tageswertung neun WM-Punkte. So kam er auf 16 Zähler und war als WM-Gesamtneunter hinter den österreichischen Routiniers Franz Zorn (Saalfelden/5.) und Harald Simon (Pfaffenschlag/7.) der drittbeste Westeuropäer im Feld.

An der Spitze dominierten die Russen, wobei insbesondere das Quartett mit Titelverteidiger Daniil Iwanow, dem 2020er-Vize-Weltmeister Dimitri Khomisewitsch, dem WM-Dritten von 2020, Dinar Walejew, sowie Igor Konjonow (Vize-Weltmeister 2017) das Geschehen bestimmte. Weil die WM diesmal ausschließlich an einem Ort ausgetragen wurde – sämtliche anderen GP-Veranstaltungen waren bereits zuvor wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden – „sind die Russen heuer noch härter gefahren als sonst“, zeigt sich Bauer beeindruckt. Khomisewitsch hatte am ersten Tag das Finale der vier punktbesten vor Konjonow, Walejew und Iwanow zu seinen Gunsten entschieden und sich damit 20 WM-Zähler gesichert. Auch in den Vorläufen des zweiten Tages imponierte er mit der besten Punktzahl (14) – gemeinsam mit Walejew. Doch im Finale der vier Punktbesten stürzte Khomisewitsch, und als Tagesvierter (14 Punkte) war für ihn der Titel verloren. Da Walejew die Tageswertung diesmal vor Konjonow und Iwanow gewann, lagen nun Walejew und Konjonow in der WM-Gesamtwertung gleichauf. Sie mussten ein Stechen austragen – und das entschied der 25-Jährige aus Ufa zu seinen Gunsten.

„Brutal, wie die gefahren sind“

„Das war brutal, wie die gefahren sind“, lobt Bauer – und verweist auch gleich auf den entscheidenden Vorteil der russischen Piloten. „Die sind seit Ende November jedes Wochenende bei irgendeinem Rennen im Einsatz, da hast du dann auch entsprechende Fahrpraxis.“

Für den Reit im Winkler wäre nun noch die Europameisterschaft in Tomaszow Mazowiecki (Polen) auf dem Plan gestanden. Die Gastgeber zogen in Erwägung, statt am 13. März schon eine Woche früher die Titelkämpfe auszutragen – doch nun fiel eine andere Entscheidung: „Die EM wurde abgesagt“, berichtet Jell, der wie Bauer einen Startplatz gehabt hätte. Als neuer Termin ist nun der 4. Dezember 2021 vorgesehen. Auch für Bauer gilt es daher, abzuwarten. Für seine Rennen im kommenden Winter „hoffe ich, dass es diesmal endlich wieder gut läuft – denn so macht es keinen Spaß“, klagt der 22-Jährige.

Der WM-Endstand:

  • 1. Dinar Walejew 36 WM-Punkte + 3 (Sieg im Stechen)
  • 2. Igor Konjonow 36 +2 (Niederlage im Stechen)
  • 3. Dimitri Khomisewitsch 34
  • 4. Daniil Iwanow, alle Russland 30
  • 5. Franz Zorn, Saalfelden 22
  • 6. Nikita Toloknow, Russland 22
  • 7. Harald Simon, Pfaffenschlag 21
  • 8. Andrej Schischegow, Russland 18
  • 9. Markus Jell, Altfraunhofen 16
  • 10. Aki Ala-Riihimäki, Finnland 14
  • 11. Andrej Anissimow, Russland 12
  • 12. Lukas Hutla, Tschechien 11
  • 13. Pawel Nekrassow, Kasachstan 6
  • 14. Andrej Divis, Tschechien 6
  • 15. Jasper Iwema, Niederlande 5
  • 16. Luca Bauer, Reit im Winkl 3
  • 17. Ilja Kriwonoschko, Russland 0

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