NACH DEM WELTCUP

Eisschnelllauf: Inzeller haben Quali für Weltmeisterschaft in Heerenveen sicher

Katja Franzen lieferte auf der 500-Meter-Strecke stets neue Bestzeiten ab.
+
Katja Franzen lieferte auf der 500-Meter-Strecke stets neue Bestzeiten ab.

Einen gelungenen Auftritt hatte das Eisschnelllauf-Team vom DEC Inzell beim Weltcup im niederländischen Heerenveen: Mit vielen persönlichen Bestzeiten sicherten sich zwei Routiniers und zwei Jungspunde die Qualifikation für die Weltmeisterschaften. Die noch offene Trainerposition im deutschen Verband lässt das Inzeller Aushängeschild über einen Wechsel grübeln.

Heerenveen/Inzell– Rundherum zufrieden ist der verantwortliche Trainer der Inzeller Eisschnellläufer, Andreas Kraus, mit dem Abschneiden seiner Sportler beim zweiten Weltcup in Heerenveen. „Für unsere zwei jungen Läuferinnen war es neben einer schönen Erfahrung auch eine erneute Steigerung ihrer Leistung mit neuen persönlichen Bestzeiten. Unsere beiden Routiniers konnten wieder überzeugen“, bringt es Kraus auf den Punkt. Besonders erfreut ist er darüber, dass sich alle seine Athleten für die Weltmeisterschaft ab 11. Februar qualifiziert haben. Diese findet ebenfalls im niederländischen Eisschnelllauf-Mekka statt.

Dufter sieht sich über 1000 Meter nah dran

Seine aktuell gute Form bestätigte erneut Joel Dufter, der sich mittlerweile auch auf der 500-Meter-Distanz steigern konnte. So belegte er in der A-Gruppe in 34,96 Sekunden den 16. Platz. Einen Tag später musste er in der B-Gruppe die Sprintstrecke bestreiten und gewann diese in 35,10 Sekunden. Auf seiner Lieblingsstrecke, den 1000 Metern, kam der 25-Jährige auf den neunten Platz in einer Zeit von 1:08,68 Minuten. „Leider habe ich in der Schlussphase etwas gepatzt und ein paar Plätze hergeschenkt“, sagt Dufter. Er fügt hinzu, dass die Weltspitze bis zum dritten Platz sehr dicht von den Zeiten her beisammen ist. Nur die beiden Spitzenläufer bewegen sich in einer anderen Welt. Bei seinen Leistungen über 500 Meter sprach der Inzeller von soliden Läufen mit schönen Zeiten.

Eine weitere Steigerung erlebte auch Katja Franzen, die in der A-Gruppe über 500 Meter die Ränge 17 (38,94 Sekunden) und 21 in persönlicher Bestzeit von 38,76 Sekunden absolvierte. Über die 1000-Meter-Strecke kam sie in der B-Gruppe auf den vierten Platz. „Ich merke, dass ich jede Woche lerne, noch besser mit den Bedingungen umzugehen. Vor allem das Umfeld tut mir gut. Auf der 500-Meter-Strecke konnte ich jedes Mal eine neue Bestzeit laufen. Da konnte ich weitere Details verbessern, es macht richtig Spaß“, so die 31-Jährige. Verbesserungen sieht sie noch über 1000 Meter, außerdem haderte sie dort mit der Streckenreihenfolge und sprach von einem nicht optimalen Wettkampf. „Bis zur WM in zwei Wochen werde ich weiter versuchen an den technischen Details zu arbeiten, um einen weiteren Schritt zumachen.“

Junge Sportlerinnen sammeln Erfahrung

Eine Doppelbelastung mit dem langen Aufenthalt in der „Blase“ in Heerenveen hat Anna Ostlender zu bewältigen. Neben Training und Wettkampf muss die 18-Jährige am PC ihren Schulunterricht bestreiten, schließlich schreibt sie in diesem Jahr ihr Abitur. „Sportlich bin ich mit meinen beiden 500-Meter-Läufen sehr zufrieden. Vor allem freut mich die neue persönliche Bestzeit von 39,22 Sekunden. Auf jeden Fall noch ausbaufähig sind die 1000 Meter. Ich bin aber schon ein wenig müde von den ganzen Läufen. Jetzt kann ich mich aber regenerieren“, freut sie sich.

Weitere Nachrichten zum Sport in der Region finden Sie hier.

Ostlender erreichte über die 500-Meter-Strecke in der A-Gruppe den 23. und 24. Platz und über 1000 Meter den zehnten Rang in der B-Gruppe. „Bei den jungen Sportlerinnen ist es mir wichtig, dass sie Erfahrung sammeln. Ich schaue daher mehr auf die Zeiten als auf die Platzierungen“, so Andreas Kraus. Der Inzeller Trainer weiter: „Natürlich steht uns noch viel Arbeit bevor. Zur Weltspitze dauert es Jahre.“

Eine ähnliche Entwicklung wie Ostlender macht auch Josephine Heimerl durch. Sie verbesserte ihre Zeit über 1000 Meter erneut auf jetzt 1:18,41 Minuten und belegte damit den fünften Platz in der B-Gruppe, knapp hinter Franzen. Über die 1500 Meter kam Heimerl ebenfalls in der B-Gruppe auf den achten Rang in 2:01,83 Minuten. „Ich habe mich auf allen Strecken gegenüber der Vorwoche verbessern können. Für diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar und werde versuchen, bei der WM meine Bestleistungen wieder abrufen zu können“, so die 20-Jährige.

Wechsel nach Holland als Option für Dufter

Neben dem sportlichen Geschehen interessiert die deutschen Sportler aber auch, wer zukünftig die vakanten Trainerposten besetzen wird. Vor allem Joel Dufter wartet hier auf eine baldige Entscheidung, da der Vertrag mit seinem Coach Danny Leger von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) nicht mehr verlängert wurde. „Ich muss mir das dann anschauen und auch ein Gespräch mit dem neuen Mann führen. Natürlich lasse ich die Option offen, mich einem Team in den Niederlanden anzuschließen. Diese Entscheidung lässt uns der Verband ja offen“, so der 25-Jährige. shu

Mehr zum Thema

Kommentare