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Am Freitag erstes Heimspiel im Achtelfinale

Vor dem Starbulls-Start in die Play-off-Runde: Welcher Hamburger könnte gefährlich werden?

In der Saison 2013/2014 spielte Hamburgs Torjäger Harrison Reed (links) noch für Crimmitschau gegen Rosenheim. Rechts Stephan Gottwald.
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In der Saison 2013/2014 spielte Hamburgs Torjäger Harrison Reed (links) noch für Crimmitschau gegen Rosenheim. Rechts Stephan Gottwald.
  • VonManfred Eder
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Die Starbulls empfangen die Crocodiles oder Rosenheim spielt im Achtelfinale der Play-off-Runde gegen Hamburg: Ein Duell, das es bisher in einem Punktspiel noch nicht gegeben hat. Auf einen Spieler müssen die Starbulls besonders aufpassen.

Rosenheim/Hamburg – Stammten die Play-off-Gegner aus dem Norden in den vorangegangenen Jahren (Ausnahme: Essen) stets aus Hannover, ist der diesjährige Kontrahent der Starbulls Rosenheim im Achtelfinale der Eishockey-Oberliga noch ein Stück weiter oben auf der Landkarte zu finden. Mit den Crocodiles Hamburg treffen die Starbulls erstmals in der Rosenheimer Eishockey-Geschichte auf ein Team aus der Hansestadt, die in der öffentlichen Wahrnehmung doch überwiegend zum Fußball tendiert.

HSV hat seit Jahrzehnten eine Eishockey-Abteilung

Dabei gibt es durchaus eine lange Eishockey-Tradition in Hamburg. Der Hamburger SV hat seit Jahrzehnten eine Eishockey-Abteilung, zeitweise gab es zwischen dem HSV und dem 1. EHC Hamburg, später Crocodiles, sogar Lokalderbys in der zweit- beziehungsweise dritthöchsten Spielklasse, und die Hamburg Freezers starteten 2002, als die Starbulls vorübergehend aus der überregionalen Eishockey-Landkarte verschwunden waren, mit der Lizenz aus München sogar in der DEL. 14 Jahre lang gehörten sie der Eliteklasse an, ehe Sponsor Phil Anschutz den Säckel zumachte und die Lizenz nach Bremerhaven weiterwanderte.

Hamburg bemühte sich um die Rosenheimer DEL-Lizenz

Die Crocodiles waren von 1997 bis 2000 sogar zweitklassig, doch als der Kauf der Rosenheimer DEL-Lizenz scheiterte (so gesehen doch ein Beziehungspunkt zwischen Rosenheimer und Hamburger Eishockey), ging es erst ein Level tiefer und dann (weiter unter dem Namen Crocodiles, aber unter dem Dach das alten Stammvereins Farmsener TV) in den Landesverband. Erst 2010 (als die Starbulls gerade den Sprung aus der Oberliga in die 2. Bundesliga geschafft hatten) tauchten die Crocodiles wieder in der Oberliga Nord auf und gehören dieser Klasse seitdem bis in die Gegenwart an, in jüngster Vergangenheit sogar recht erfolgreich. Nach der bis dato besten Platzierung (Dritter im Norden 2019/20) folgten im Vorjahr ein fünfter und heuer ein sechster Platz.

In der Saison 2015/2016 spielte Hamburgs Torjäger Harrison Reed (links) noch für Dresden. Das Bild zeigt ihn im Duell mit Tyler McNeely.

Die beiden Teams im Statistik-Vergleich

Die beiden Teams im Statistik-Vergleich: Von den 49 Punktrundenspielen im Norden gewannen die Hansestädter 31, verloren 18 und holten dabei 1,90 Punkte im Schnitt. Der Schnitt der Starbulls liegt bei 2,22, was vor allem an der besseren Auswärtsbilanz liegt. Da waren Snetsinger & Co. Ligenprimus (2,14 Punkte), während es für die Crocos nur zu 1,56 reichte. Die Heimbilanzen sind fast gleich: Rosenheim 2,30, Hamburg 2,25. Vorteile für Rosenheim gibt es auch in den Torstatistiken: Die Starbulls schossen im Schnitt 4,6 Tore und kassierten 2,6, die Crocodiles schossen 4,1 und kassierten 2,9.

Klare Unterschiede bei den Special Teams

Klare Unterschiede gibt es bei den Special Teams. Da waren die Starbulls mit 29,4 Prozent die Macht im Süden, während Hamburg im Norden mit 16,9 Prozent zu den schwächeren Teams (12. Rang) gehört. In Unterzahl waren die „Nordlichter“ mit 85,0 Prozent allerdings weniger anfällig als die Starbulls (79,2 Prozent). Vorteil Starbulls: Während die Crocodiles im eigenen Powerplay gleich sieben Shorthander zuließen, gestatteten die Starbulls als einziges Team beider Oberligen keinen einzigen! Allerdings gelangen den Hamburgern mit sechs Unterzahltoren doppelt so viel wie den Starbulls.

Mit 9,3 Strafminuten pro Match (nur unwesentlich mehr als die 8,0 der Starbulls) gehörten die Crocos zu den fairsten Teams des Nordens. Nur Vojtech Suchomer, der „Mann fürs Grobe“, auf Platz sechs und Verteidiger Jan Tramm sind in den Top 20 der bösen Buben zu finden.

Topscorer Harrison Reed, bester Bully-Spieler Sam Verelst

Unterschätzen sollte man die Crocodiles auf keinen Fall, auch wenn ihr Kader, besonders in der Abwehr, nicht die Tiefe ausweist wie der der Starbulls. Aber Topscorer Harrison Reed (77 Scorerpunkte) und weitere vier Stürmer mit mehr als 50 Punkten sind immer für Tore gut. Darunter befinden sich neben Sam Verelst, einem Belgier mit deutschem Pass und der besten Bully-Bilanz der gesamten Nord-Liga (fast 69 Prozent), auch zwei weitere Spieler, mit denen die Starbulls schon Bekanntschaft geschlossen haben. Den Schweden Victor Östling zum Beispiel sah man im Vorjahr im Dress des SC Riessersee (ein Treffer gegen Rosenheim), und Carl Zimmermann aus der dritten Reihe trug letztes Jahr mit drei Toren und zwei Assists für die Selber Wölfe maßgeblich dazu bei, die Starbulls aus dem Viertelfinale zu werfen.

Ein Hamburger spielte schon für die Starbulls

Ein Spieler hat sogar selbst eine Geschichte im Rosenheimer Dress: Dennis Reimer bestritt von 2010 bis 2012 76 DNL- und vier DEL2-Spiele und kam beim Nachwuchs auf 63 Scorerpunkte. Seit 2019 zählt er bei den Crocodiles nach sieben Jahren DEL2 zu den absoluten Oberliga-Leistungsträgern.

Victor Oestling (Crocodiles Hamburg) spielte schon mit Riessersee gegen Rosenheim.

Die Defensive spielt solide, bringt aber außer Thomas Gauch (40 Scorerpunkte) und Norman Martens (31) wenig Unterstützung für die Offensive. Torhüter Kai Kristian liegt zwar im Torhüterranking im Norden nur auf dem achten Platz (2.70 Gegentore pro Spiel), Experten zählen ihn aber zu den besten Keepern der Liga, was auch in der Fangquote von 90,7 Prozent (etwas höher als die beider Starbulls-Goalies) zum Ausdruck kommt.

Fazit: Nach Tabellenplatz und bisherigem Saison-Verlauf liegt die Favoritenrolle natürlich bei den Starbulls. Aber, auch ohne die Phrase von den „eigenen Gesetzen des Play-offs“ zu strapazieren: Von einer leichten Aufgabe oder gar einem „Selbstläufer“ sollte man im Rosenheimer Lager nicht träumen!

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