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Erste Hauptversammlung in Rosenheim nach vier Jahren

„Finanziellen Wahnsinn machen wir nicht mit“ - Wie die Starbulls trotzdem in die DEL2 aufsteigen wollen

Bleiben an der Spitze des Vereins: (von links) Hans-Peter Schwarzfischer, Marcus Thaller und Christian Hötzendorfer.
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Bleiben an der Spitze des Vereins: (von links) Hans-Peter Schwarzfischer, Marcus Thaller und Christian Hötzendorfer.
  • VonFranz Ruprecht
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Finanziell hui, sportlich pfui – so lässt sich die Bilanz der Starbulls Rosenheim, vorgestellt auf der Jahreshauptversammlung, zugespitzt zusammenfassen. Denn das primäre Ziel – der Aufstieg in die DEL2 – hat der Club verfehlt. Nun soll ein neuer Anlauf erfolgen – allerdings nicht zu jedem Preis.

Rosenheim – Vier Jahre sind seit der letzten Jahreshauptversammlung der Starbulls Rosenheim vergangen. Nach einem zweijährigem, coronabedingten Verzug hatte der Vereine daher jetzt umfangreiche Vorstandsberichte im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum (Kuko) mit den Komplexen Eishockeybilanz, Stadion-Modernisierung und Ausblick abzuarbeiten. Schließlich umfasste der Rückblick vier Spielzeiten von 2018 bis 2022.

So blickten die Starbulls auf turbulente Zeiten und mehr als schwierige Jahre – nicht nur auf dem Eis – zurück. Dreimal war das Eishockey-Team in diesem Zeitraum im Viertelfinale der Play-Off-Runde ausgeschieden. Dazu kam der coronabedingte Ausfall in der Saison 2019/2020. „Wir wollen rauf, lieber heute als morgen. Es ist aber nicht planbar, extrem viele Faktoren spielen mit“, versuchte Starbulls-Vorsitzender Marcus Thaller die sportlichen Enttäuschungen der vergangenen Jahre in Worte zu fassen.

Vereinsspitze wiedergewählt

Stabilität hat sich der Vorstand nach eigenen Angaben auf die Fahnen geschrieben – und will dieses Ziel auch in der Zukunft verfolgen. Bei der Neuwahl wurden Thaller, der zweite Vorsitzende Christian Hötzendorfer und dritter Vorsitzender Hans-Peter Schwarzfischer in ihren Ämtern einstimmig wiedergewählt. „Wie gut die Vorstandschaft den Verein durch das ,Horror-Corona-Jahr‘ geführt hat, verdient größten Respekt“, sagte Moderator Peter Dürr, der zum erweiterten Vorstand gehört. Schlaflose Nächte hätten sie gehabt und sich oft die Frage gestellt, ob und wie es überhaupt weiter geht, gaben die Vorstandsmitglieder zu. Nur durch das „hervorragende Zusammenspiel zwischen Vereinsführung, Spielern, Mitarbeitern und der treuen Begleitung der Sponsoren“ sei diese schwierige Zeit zu überwinden gewesen.

Thaller hob im Nachwuchsbereich das „hervorragend Engagement“ der Trainer und ihrer Teams hervor. „Bis auf die DNL-Mannschaft spielen alle Altersgruppen in den Topligen. Deutschlandweit sind wir wohl der einzige Verein, von dem derzeit mit Philipp Grubauer und Lukas Reichel zwei ehemalige Starbulls in der NHL spielen.“ Das U15-Team sei aktuell zudem Deutscher Vizemeister. Bernd Biberger, langjähriger Jugendtrainer, wurde nach zwölf Jahren mit einem Dankespräsent verabschiedet.

Lobte die Zusammenarbeit zwischen Verein und Stadt: Oberbürgermeister Andreas März.

Über die aktuelle Situation bei der ersten Mannschaft war zu entnehmen, dass der Markt mit deutschen Spielern leer sei, eine überhitzte Gehaltsstruktur vorherrsche, als Folge ein dritter Kontingentspieler genehmigt wurde und die Integration von Talenten im Wettbewerb schwierig sei.

„Das Viertelfinale ist zu wenig“

Das erklärte Ziel ist der Aufstieg in die DEL 2 – was allerdings auch Ziel vieler anderer Mannschaften ist. „Wir haben das Potential, das Viertelfinale ist zu wenig. Wir wollen im Profi-Eishockey antreten, aber die Faktoren müssen stimmen. Den finanziellen Wahnsinn wie manch andere machen wir nicht mit“, unterstrich Thaller. „Finanziell steht der Verein stabil da, wie selten zuvor, denke ich“, sagte er. Wesentlich sei dabei der Komplettabbau der Überschuldung von ehemals 504 830 Euro, das Anlagevermögen, das verachtfacht worden ist, die Stabilität durch „Diversifizierung der Geschäftsbereiche“ und den „Ausbau von planbaren Umsätzen“, insbesondere im Bereich Sponsoring.

Stadt zahlt kräftig mit

Hötzendorfer ging umfassend auf die Sanierung und Modernisierung des Rofa-Stadions ein. 14,4 Millionen Euro fließen von der Stadt Rosenheim, unter anderem für den Brandschutz, die LED-Beleuchtung, die Sound-Anlagen und für die ausstehende Dachsanierung. Enthalten ist dabei die Sonderförderung vom Bund über 2,2 Millionen, was laut Verein die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig mit angestoßen hatte. Die Investitionen von Vereinsseite, beispielsweise für die Bulls-Lounge, den „28 Fantreff“, die LED-Wall oder die neuen Kabinentrakte, betragen etwas über zwei Millionen Euro.

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März meinte, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Vorstandschaft noch nie so gut funktioniert hätte, wie in den vergangenen Jahren. „Wir können schon stolz sein, was wir bisher gemeinsam geschafft haben. Die Starbulls haben Strahlkraft und sind Leuchtturmprojekt.“.

Ehe eine allgemeine Fragerunde einsetzte, wollte der wiedergewählte Vorstand ein Meinungsbild von den 150 Mitgliedern zu Überlegungen über die Möglichkeit einer Auslagerung des Profispielbereichs. Letztendlich wurde der Vorstand einhellig über die Prüfung verschiedener Modelle beauftragt, die dann zu gegebener Zeit vorgestellt werden sollen.

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