Eishockey-Oberliga Süd

Mutige Füssener wehren sich lange: Am Ende siegen die Starbulls Rosenheim mit 5:2

Der Schuss von Dominik Kolb (hinten rechts) ist noch abgefälscht worden und findet den Weg zur Rosenheimer 3:2-Führung ins Füssener Tor.
+
Der Schuss von Dominik Kolb (hinten rechts) ist noch abgefälscht worden und findet den Weg zur Rosenheimer 3:2-Führung ins Füssener Tor.
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
    schließen

„Das war wirklich schwer“, lautete der erste Kommentar von John Sicinski nach dem Heimspiel seiner Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga Süd. Der Gast vom EV Füssen machte den Rosenheimern das Leben dank eines mutigen und couragierten Auftritts mächtig schwer.

Rosenheim – Gegen mutige Füssener behielten die Starbulls am Montagabend doch die Oberhand und holten mit einem 5:2-Erfolg die Punkte. Die Mannen aus dem Allgäu hatten sich einiges vorgenommen: „Wir wollten mutig sein, frech sein. Das haben wir super umgesetzt“, meinte EVF-Coach Andi Becherer, der feststellte: „Wir konnten den Gegner über weite Strecken des Spiels ärgern.“ Das fing schon mit der ersten gelungenen Aktion an, denn bereits nach 57 Sekunden war Jonas Stettmer im Starbulls-Tor erstmals geschlagen, als Marc Besl vom linken Bullykreis aus beherzt ins lange Eck traf.

Tobi Draxinger (nicht auf dem Bild) erzielte nach kurzer Behandlungspause das 4:2.

Erst ein Überzahlspiel brachte den Hausherren den Ausgleich

Die Starbulls schüttelten sich und kamen zu Chancen: Timo Bakos, Dominik Daxlberger und zweimal Simon Heidenreich scheiterten aber am Füssener Goalie. Erst ein Überzahlspiel brachte den Hausherren den Ausgleich, Heidenreich verwertete einen Querpass von Kyle Gibbons direkt. Und nur 70 Sekunden später lagen die Starbulls vorne, weil Daxlberger vor dem Tor nachstocherte und Maxi Vollmayer den Abpraller unbehelligt verwerten konnte. „Wir haben uns zurückgekämpft“, befand Sicinski.

Zwei Füssener Strafzeiten brachten die Starbulls wieder ins Spiel zurück

Füssen setzte den Starbulls, teilweise auch mit unfairen Mitteln, hart zu. Für den Crosscheck an Tobi Draxinger erhielt Dropmann zwei Minuten.

Auch nach dem zweiten Drittel lagen die Rosenheimer vorne – wie sie das gemacht hatten, wusste ihr Trainer allerdings nicht so recht: „War Füssen so stark oder war es für uns ein Drittel zum Vergessen?“ In der Anfangsphase stand Stettmer im Blickpunkt, weil er mehrmals den Ausgleich des Altmeisters verhinderte. Als dann Nikita Neumann völlig ungedeckt doch das 2:2 markierte, war das nur gerecht. „Mit mehr Scheibenglück hätten wir auch in Führung gehen können“, meinte Becherer. Allerdings brachten zwei Füssener Strafzeiten die Starbulls wieder ins Spiel zurück: Alex Höller und Michael Baindl hatten Chancen zum dritten Treffer, der fiel dann etwas glücklich, als ein EVF-Spieler einen Schuss von Dominik Kolb unhaltbar abfälschte.

Das Tor zum 2:1 für die Starbulls gegen Füssen durch Maxi Vollmayer.

„Wir haben das sehr clever gespielt.“

War Sicinski mit dem zweiten Durchgang seiner Mannen nicht einverstanden, so bereitete ihm das Schlussdrittel wieder Freude: „Wir haben das sehr clever gespielt.“ Bis auf einen Alleingang von Besl, den Stettmer entschärfte, ließen die Starbulls in der Defensive, in der Benedikt Dietrich verletzt fehlte und von Förderlizenzspieler Garret Pruden ersetzt wurde, nichts anbrennen. Das 4:2 durch Tobias Draxinger war dann quasi schon eine Vorentscheidung, Daxlberger legte dann noch den fünften Treffer drauf, als die Füssener ihren Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt hatten.

Meier gegen Meier: Füssens Maximilian Meier gegen seinen Bruder Tobias Meier, der im Vorjahr noch in Füssen spielte.

Gäste-Coach mit Schiedsrichter-Entscheidungen nicht einverstanden

Ein wichtiger Aspekt für den Sieg war für den Rosenheimer Coach, dass sein Team gegen das stärkste Powerplay der Liga von der Strafbank fern blieb. Gäste-Coach Becherer zeigte sich mit den Schiedsrichter-Entscheidungen nicht einverstanden, bemängelte eine fehlende Gleichmäßigkeit bei der Strafzeitenvergabe. Immerhin gab es sieben Strafen gegen seine Mannen. Dass es aus den vielen Powerplays nicht mehr Ertrag als den einen Treffer zum 1:1 gegeben hat, kritisierte Sicinski: „Die Scheibe ist gut gelaufen, aber wir schießen einfach zu wenig.“ Er merkte an, dass das Überzahlspiel aktuell das Hauptaugenmerk sei. „Wir müssen da mutiger werden“, verlangt er. Die nächste Gelegenheit zu einer Verbesserung gibt es bereits am Mittwoch, wenn die Starbulls zum Jahresabschluss in Peiting gastieren.

Großartige Rettungstat von Starbulls-Keeper Jonas Stettmer, der den 3:3-Ausgleich verhinderte.

Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – EV Füssen 5:2 (2:1, 1:1, 2:0). Starbulls: Stettmer (Mechel) – Draxinger, Pruden; Kolb, Gottwald; Vollmayer, Krumpe; Beck – Meier, Stanik, Heidenreich; Daxlberger, Leinweber, Gibbons; Bakos, Baindl, Höller; Bosecker, Bauer, Steinmann.
Tore: 0:1 (1.) Besl/Payeur, 1:1 (17.) Heidenreich/Gibbons, Leinweber – PP1, 2:1 (18.) Vollmayer/Daxlberger, Krumpe, 2:2 (29.) Naumann/Burghart, Velebny, 3:2 (34.) Kolb/Leinweber, Meier, 4:2 (48.) Draxinger/Baindl, Höller, 5:2 (60.) Daxlberger/Leinweber, Krumpe – ENG; Schiedsrichter: Altmann und Kapzan; Strafminuten: Rosenheim 2, Füssen 14.

Kommentare