Bei den Eishockey-Siegen gegen Lindau und Höchstadt: Erste Starbulls-Doppelschläge

Große Chance im Heimspiel gegen Lindau durch die vierte Sturmreihe: Kilian Steinmann scheiterte nach Vorarbeit von Henry Wellhausen (hinten) mit seiner Direktabnahme am Lindauer Keeper. Ziegler

Frage: Was haben Red Bull München und Starbull Alexander Höller gemeinsam? Die Antwort: Für beide rissen an diesem Wochenende beeindruckende Serien.

Rosenheim –Die roten Bullen aus München verloren am Donnerstag nach neun Siegen zum Saisonstart erstmals in der DEL (1:5 in Straubing), der „Sternenbulle“ Alexander Höller aus Rosenheim schoss am Freitag gegen Lindau ausnahmsweise kein Tor und blieb am Sonntag in Höchstadt punktlos. Sportartübergreifend noch ein dritter Leidensgenosse: Jürgen Klopps FC Liverpool musste in der Premier-League nach acht glatten Siegen auch erstmals einen Punkt abgeben.

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Höllers „Mini-Flaute“ hat den Starbulls nicht geschadet

Den Starbulls hat Höllers „Mini-Flaute“ nicht geschadet, denn nachdem in den ersten sieben Begegnungen außer ihm nur sechs weitere Spieler getroffen hatten, kamen in den beiden letzten Partien gleich vier neue dazu: Gegen Lindau erst Tobias Draxinger nach zuvor fünf Assists, später Enrico Henriquez und Dimitri Litesov mit ihren ersten Scorerpunkten überhaupt. Und in Höchstadt krönte Fabian Zick sein Comeback-Wochenende mit seinem ersten Tor.

Nun sind noch drei Stürmer mit regelmäßiger Eiszeit und vier Verteidiger ohne Torerfolg, darunter überraschenderweise Max Vollmayer, der aber dennoch als unermüdlicher Antreiber seiner Kameraden unersetzlich ist und nach Josh Mitchell (zwölf) die meisten Tore vorbereitet hat, nämlich deren elf.

Fünf runter, sechs hoch

Durch die beiden Siege des Wochenendes rückten John Sicinskis Jungs gleich um sechs Tabellenränge nach oben, von Neun auf Drei. Zur Erinnerung: Eine Woche zuvor waren sie noch nach nur zwei Punkten aus zwei Spielen um fünf Ränge abgerutscht. Ja, so eng geht es derzeit zu in der Oberliga Süd; auch nach neun Spieltagen beträgt der Unterschied zwischen dem dritten und dem neunten Platz mickrige zwei Punkte.

Sicher könnte man sagen, die beiden Schlusslichter der Tabelle kamen als Aufbaugegner für die Starbulls gerade recht, und ja, das spielerische Niveau war in beiden Partien nicht sonderlich hoch, aber Lindau bewies am Sonntag zum Beispiel beim Sieg gegen Regensburg, dass es auch Teams von weiter oben in der Tabelle schlagen kann.

Entscheidend für die volle Punkteausbeute war sicherlich, dass die Starbulls in der Defensive (inclusive Torhüter Steinhauer, vor allem beim Alleingang des Lindauers Chaumont, der zum 1:1 hätte führen müssen) wesentlich sicherer standen und es vermieden, durch „Minutenschlaf wie gegen Selb, Peiting oder Füssen unnötig Punkte abzugeben.

Und wieder traf Zick gegen Höchstadt

Im Gegenteil: Endlich konnte man auch mal dem Gegner deprimierende Doppelschläge versetzen, so den Islanders mit dem 2:1 und 3:1 binnen 66 Sekunden und den Alligators mit den beiden entscheidenden Treffern im Powerplay binnen knapp zweieinhalb Minuten. Überraschend: Erst ganze viermal in den neun Spielen der laufenden Spielzeit hatten es Baindl & Co. geschafft, zwei Tore in weniger als drei Minuten zu erzielen. Im Vorjahr standen zu diesem Zeitpunkt schon sieben solcher Doppelschläge in der Bilanz, darunter gleich zwei im Auftaktspiel gegen Memmingen und ein Doppelpack binnen 43 Sekunden in Regensburg.

Gewinner des Wochenendes war neben Steinhauer natürlich Fabian Zick, der auf Anhieb agierte, als wäre er nicht sieben Monate lang weg gewesen. Am Freitag blieb ihm sein „Einstandsgeschenk“ in Form von Scorerpunkten noch versagt, am Sonntag aber gelang ihm mit einem für ihn typischen Konter zum 3:1 die endgültige Entscheidung. Die letzten fünf Play-off- und die ersten sieben Spiele der jetzigen Saison hatte er verpasst, seinen letzten Treffer hatte er 8. März erzielt – beim 8:1-Sieg gegen Höchstadt.

Auswärtsstark

Sehr interessant: Während die Rosenheimer Punktebilanz in eigener Halle nur ausgeglichen ist (zwei Siege, zwei Niederlagen), hat kein Team außer den überragenden Deggendorfern (vier Siege in der Fremde mit mindestens vier Toren Differenz) auswärts mehr Punkte geholt als die Starbulls (zehn Punkte bei zwei glatten und zwei Penalty-Siegen bei nur einer Niederlage, und die bei den „überirdischen“ Deggendorfern)! Überhaupt agieren die Starbulls auswärts souveräner als zuhause. Während sie in den vier Heimspielen bisher nur zweimal zu irgendeinem Zeitpunkt der Spiele einen Zwei-Tore-Vorsprung zustande brachten, gelang ihnen dies in vier der fünf Auswärts-Begegnungen. Und: Immer wenn sie mit zwei Toren Abstand führten, gewannen sie auch, wenn auch zweimal nur im Penalty-Schießen.

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