Mit Mitchell, Kumeliauskas und Fröhlich: Die Starbulls endlich mit einem zweiten Paradesturm

Dreimal durfte Michael Fröhlich am Wochenende über seine eigenen Tore wie das 2:0 gegen Weiden jubeln. Ziegler

So wie der dritte Teil der Punkterunde (Motto: Starbulls gegen Nordbayern) begonnen hat, so könnte er aus Sicht der Rosenheimer Eishockeyspieler durchaus weitergehen: Mit einem Sechs-Punkte-Wochenende, erst dem zweiten der laufenden Saison.

Von Manfred Eder

Rosenheim – Lediglich Mitte Oktober blieb einmal bei Spielen gegen Lindau und in Höchstadt die komplette Punktezahl in Rosenheim, ansonsten waren immer Verluste zu beklagen, darunter auch schon zwei sieglose Wochenenden mit Penalty- bzw. Overtime-Niederlagen in Weiden und gegen Riessersee (zwei Punkte) Anfang November sowie erst kürzlich mit der Niederlagen in Sonthofen und im Penalty-Schießen gegen Memmingen (ein Punkt). Ganz leer ging man allerdings noch nie aus.

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Als Dritter Anführer des „Hauptfeldes“

Glück Teil 1 für Weiden und den starken Torhüter Daniel Filimonow: Der Puck springt von der Latte zurück ins Spielfeld.

Durch das Sechs-Punkte-Wochenende haben John Sicinskis Jungs wieder einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Nach der „Allgäu-Pleite“ noch auf Rang sechs, stehen sie aktuell wieder auf Rang drei. Aber! Als Dritter sind sie lediglich der Anführer des „Hauptfeldes“, wie man beim Radsport sagen würde, hinter den beiden inzwischen doch schon ein Stück enteilten Spitzenteams Memmingen (zehn Punkte Vorsprung) und Deggendorf (acht Punkte). Und dieses Hauptfeld liegt immer noch extrem eng zusammen, nämlich mit nur drei Zählern Differenz zwischen dem Dritten und dem Siebten.

Regensburg gilt als Mannschaft der Stunde

Eine einzige Niederlage kann also bei ungünstigem Verlauf wieder ein Abrutschen um drei oder vier Ränge bilden! Und selbst Lindau als Achter hat nur sechs Punkte Rückstand auf die Starbulls. Lediglich auf die außerhalb der Top Acht befindlichen Sonthofen, Selb und Weiden hat man mit zehn bis zwölf Punkten ein halbwegs beruhigendes Polster. Doch wie schnell sich auch von dort ein Aufstieg bewerkstelligen lässt, beweist nicht zuletzt Regensburg (auch noch zweimal Gegner der Starbulls), das sich vom Abstiegsrundenplatz Elf binnen drei Wochen wieder auf den fünften Rang vorgearbeitet hat und derzeit zurecht als Mannschaft der Stunde gilt.

Weiden ist ein willkommener Punktelieferant

Gegen Weiden konnte man durchaus (nicht nur aus statistischer Sicht) einen Sieg erwarten, erwiesen sich doch die Oberpfälzer in sechs Gastspielen seit dem Rosenheimer Abstieg stets als willkommener Punktelieferant an der Mangfall, und das mit einer Ausnahme (1:3) auch meist relativ chancenlos: 2:7, 5:8, 1:6 und heuer noch torlos 0:5 und 0:6 lautet die ernüchternde Bilanz aus Sicht der Blue Devils. Dass Baindl & Co. auch in Selb die volle Punktzahl erringen können, war dagegen so nicht abzusehen. Zwar siegten die Starbulls heuer auch beim ersten Match in der Porzellanstadt, aber in den vergangenen beiden Spielzeiten zogen sie stets den Kürzeren (dreimal glatt, einmal im Penalty-Schießen).

Michael Fröhlich mit drei Toren am Wochenende

Glück Teil 2 für Weiden: Der Verteidiger kratzt die Scheibe gerade noch von der Linie.

Wie wertvoll der 16 Spiele lang fehlende Michael Fröhlich für die Starbulls ist, zeigte sich deutlich an diesem Wochenende. Mit den beiden Legionären Mitchell und Kumeliauskas bildet er einen zweiten Paradesturm neben Höller-Baindl-Zick, und seine beiden Treffer in Selb (auch seinen ersten hatte er vor seiner Verletzung gegen die Wölfe erzielt) trugen wesentlich dazu bei, dass Josh Mitchells Comeback gleich zu einem Vier-Punkte-Traum wurde. Kumeliauskas, der Dritte im Bunde, war bei seiner Verpflichtung ja als „Tormaschine“ angekündigt worden und wird diesem Prädikat bisher durchaus gerecht. Nur in drei seiner bisher elf Spiele für Rosenheim traf er nicht ins Schwarze, dafür dreimal gleich doppelt. Und auch wenn er einmal nicht als Torschütze auffällt (wie am Sonntag gegen Weiden), so legt er wenigstens für seine Nebenleute auf, so dass er noch kein einziges Mal im grünweißen Dress punktlos blieb!

Doppeltorschütze Michael Baindl

Paradesturm Nummer zwei sorgte am Sonntag ebenfalls wieder für Aufsehen. Erstmals nach sechs Spielen (drei davon verletzt) trat Michael Baindl wieder einmal als Doppeltorschütze in Erscheinung, und Alexander Höller, Kumeliauskas‘ Vorgänger als „Tormaschine“, brachte sein Team wieder einmal als Erster auf die Anzeigetafel. Interessant: Elfmal in den ersten zwölf Heimspielen schossen die Starbulls das erste Tor der Partie, und bereits viermal war Höller dafür verantwortlich. Und dass dies jeweils erst zwischen der 9. und der 16. Minute der Fall war, zeigt, dass die Starbulls heuer keine ausgesprochenen Schnellstarter sind. Überhaupt beginnen Rosenheimer Spiele eher gemächlich.

In den ersten sechs Spielminuten fielen bisher insgesamt erst zehn Tore (je fünf für und gegen die Starbulls). Anders sieht es da nach Wiederanpfiff aus. Baindl am Sonntag gegen Weiden und Zick vor zwei Wochen gegen Regensburg trafen 20 beziehungsweise 17 Sekunden nach der ersten Pause, während nach der zweiten Pause eher der Gegner flott in die Gänge kommt: 5:0 lautet die Bilanz für den Gegner bisher in den ersten beiden Spielminuten des Schlussdrittels.

Lukas Steinhauer beim Gegentorschnitt Dritter

Lukas Steinhauer konnte am Sonntag bereits seinen vierten Shutout der laufenden Saison feiern und ist, anders als beim Gegentorschnitt (Dritter mit 2,72) in dieser Hinsicht die Nummer Eins der Liga. In beiden Spielen gegen Weiden blieb er ebenso ohne Gegentreffer wie gegen Höchstadt und Füssen.

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