Ungewöhnliche Schuss-Statistik beim Starbulls-Heimsieg: 24:28 Schüsse, 7:3 Tore

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Das Rosenheimer Tor zum 5:2 gegen Regensburg durch Tadas Kumeliauskas
  • Thomas Neumeier
    vonThomas Neumeier
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Für Zuschauer, die Tore sehen wollen, haben die Heimspiele der Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga Süd aktuell hohen Unterhaltungswert. Jüngste Beispiele: Der 9:0-Sieg über Füssen, die 5:6-Niederlage gegen Deggendorf und am Freitag Abend der 7:3-Erfolg über Regensburg.

Das zweite Tor von Rosenheims Stürmer Simon Heidenreich (rechts) zum 6:2-Zwischenstand gegen die Eisbären Regensburg.

Rosenheim – Starbulls-Trainer John Sicinski hatte seine Mannschaft „die ganze Woche“ vor Regensburg gewarnt, die Oberpfälzer seien wesentlich besser als der aktuelle Tabellenplatz. Am Tag vor dem Spiel kam noch eine weitere Komponente hinzu: Regensburg trennte sich von Coach Igor Pavlov. „Das bedeutet auf alle Fälle neuen Ehrgeiz“, wusste Sicinski. Als neuer Coach der Eisbären kam Maximilian Kaltenhauser, zuvor U17-Trainer in Regensburg und lange Jahre Nachwuchscoach bei den Starbulls. Einst spielten Sicinski und Kaltenhauser in Passau in einem Team.

"Das 7:3 spiegelt den Spielverlauf nicht wider"

Letztlich blieben die Punkte in Rosenheim, die Warnungen des Rosenheimer Trainers waren aber nicht umsonst: „Regensburg hat Qualität, das 7:3 spiegelt den Spielverlauf nicht wider“, resümierte Sicinski. Die Torschussbilanz gibt ihm zudem recht, denn am Ende standen 24:28 Versuche auf dem Zettel. Dass es mit dem Sieg geklappt hat, lag an der wesentlich besseren Chancenverwertung, und dass „wir unsere Hausaufgaben gemacht haben“, wie es der Starbulls-Coach zufrieden benannte.

Starbulls nutzten Stellungsfehler der Eisbären

Zwei Tore in einem Pflichtspiel für die 1. Mannschaft der Starbulls dürften für Simon Heidenreich auch eine Premiere gewesen sein.

Max Kaltenhauser hatte es nicht einmal eine Minute hinter der Spielerbank gehalten, dann stieg er auf die Bank, um bessere Sicht und mehr Auslauf zu haben. „Die Jungs haben super gekämpft“, meinte er, haderte aber mit den Gegentoren: „Da sind mehrere nach dem ähnlichen Muster gefallen. Das passiert halt, wenn man zu viel will.“ Dadurch seien die Stellungsfehler entstanden, die von den Starbulls genutzt wurden.

Es gab mehrere Schlüsselmomente

Es gab mehrere Schlüsselmomente, die für die Hausherren sprachen. Nach Michael Baindls Kracher zur Führung und dem 2:0 von Simon Heidenreich hatte Peter Flache mit zwei Toren binnen 54 Sekunden für Regensburg egalisiert. Danach dauerte es aber exakt eine Minute, eine Maximilian Vollmayer nach herrlichem Baindl-Zuspiel die neuerliche Führung besorgte. Dann dauerte es nach Wiederbeginn 17 Sekunden, ehe Fabian Zick auf 4:2 stellte.

Vor dem 5:2 den Schiedsrichter angeschossen

Chance vom Doppeltorschützen Simon Heidenreich

„Und beim 5:2 schießen wir den Schiedsrichter an und Rosenheim kann kontern“, haderte Kaltenhauser. Tadas Kumeliauskas ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. Mit Heidenreichs zweitem Treffer war die Partie gelaufen, im letzten Drittel verkürzte Felix Schwarz noch, ehe Daniel Bucheli den Endstand besorgte - und Sicinski erfreute: „Heidenreich und Bucheli waren eigentlich unsere vierte Reihe. Ich freue mich, dass sie mit drei Toren großen Anteil am Sieg hatten.“

Statistik: Starbulls Rosenheim - Eisbären Regensburg 7:3 (3:2, 3:0, 1:1).Starbulls: Endres (Steinhauer) - Bergmann, Vollmayer; Draxinger, Krumpe; Reiter, Linden (Enk) - Höller, Baindl, Zick; Wellhausen, Kumeliauskas, Mitchell; Litesov, Daxlberger, Henriquez; Bucheli, Heidenreich.

Tore: 1:0 (15.) Baindl/Bergmann, Zick, 2:0 (17.) Heidenreich/Bucheli, Reiter, 2:1 (18.) Flache/Keresztury, 2:2 (18.) Flache/Heider, Gulda, 3:2 (19.) Vollmayer/Baindl, Linden, 4:2 (21.) Zick/Höller, 5:2 (27.) Kumeliauskas/Vollmayer, 6:2 (37.) Heidenreich/Baindl, Mitchell, 6:3 (56.) Schwarz/Schwamberger - SH1, 7:3 (58.) Bucheli/Daxlberger, Heidenreich; Schiedsrichter: Gossmann; Strafminuten: Rosenheim 10, Regensburg 10; Zuschauer: 2106.

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