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Play-off-Viertelfinale Spiel 3

Starbulls Rosenheim gehen nach 2:0-Führung unter – Fünf Gegentore im letzten Drittel

Der Anfang vom Ende: Der Ex-Rosenheimer Thomas Reichel (Nurmmer 27) erzielte aus dem Nichts den 1:2-Anschlusstreffer
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Der Anfang vom Ende: Der Ex-Rosenheimer Thomas Reichel (Nurmmer 27) erzielte aus dem Nichts den 1:2-Anschlusstreffer

War es kollektives Versagen, waren es unglückliche Umstände, waren die Hannover Scorpions einfach besser? Diese Frage stellen sich nach der 2:6-Niederlage der Starbulls Rosenheim am Dienstagabend in Hannover. Vor allem die Leistung im letzten Drittel ist kaum zu erklären.

Von Helmut Anschütz und Hans-Jürgen Ziegler

Mellendorf – Auf der Heimfahrt von Hannover nach Rosenheim in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mussten sich die Starbulls-Spieler eine Frage immer wieder gestellt haben: Wie konnten wir dieses Spiel in Hannover mit 2:6 verlieren? 2:0 führten die Starbulls im Spiel 3 der Play-off Viertelfinal-Serie in Hannover und das hochverdient. Hannover war bis dahin chancenlos.

Da war die Starbulls-Welt noch in Ordnung: Maxi Vollmayer jubelt über die 1:0-Führung durch Curtis Leinweber (rechts).

Mit einer Führung ins letzte Drittel

Nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 gingen die Rosenheimer zwar noch mit einer Führung in das letzte Drittel, doch dann brachen sie innerhalb von fünf Minuten total ein und kassierten vier Tore en suite. Treffer, die alle vermeidbar waren.

Jetzt müssen die Rosenheimer am Freitag das Heimspiel gegen die Scorpions gewinnen, ansonsten ist die Saison vorbei.

Dramatische Wende im Schlussabschnitt

Was für eine dramatische Wende zwischen den Hannover Scorpions und den Starbulls Rosenheim! Scheinbar sicher führten die Bayern 2:0 in der Mellendorfer „Hus-de-Groot-Eisarena“, um dann zu Beginn des letzten Drittels vier Tore in fünf Minuten zu „fressen“. So wurde aus der Führung noch eine heftige 2:6 (0:0, 2:1, 0:5)-Niederlage.

Während Starbulls-Coach Sicinski auf seine bewährten Reihen setzen konnte, war Scorpions-Trainer Dieter Reiß gezwungen umzustellen. Robin Thomson und Jan Pietsch fehlten verletzungsbedingt, sodass die Wedemarker nur vier Verteidiger hatten. Zur Abhilfe beorderte Reiß Brad Ross als fünften Abwehrspieler in die Defensive, während er in der Offensive wie in Rosenheim die Wolfsburger DEL-Förderlizenzler Jan Nijenhuis und Thomas Reichel als Außen mit Center Mike Hammond brachte.

Zurückhaltender Start beider Teams

Möglichst wenig riskieren – das schien wie im ersten Spiel in Mellendorf das Motto beider Teams zu sein. Sowohl die Niedersachsen als auch die Bayern agierten vorsichtig, zurückhaltend. Die erste nennenswerte Chance ergab sich für Tyler Gron nach sechs Minuten, doch der Ex-Zweitligaakteur setzte die Scheibe rechts am Tor von Rosenheims Keeper Andreas Mechel vorbei.

Auf der anderen Seite hatte Manuel Edfelder nach einem Konter die Führung auf dem Schläger, doch auch dies wurde nichts. Irgendwie nahm die Partie bis zu einer kleinen Keilerei zwischen Julian Airich und Zack Phillips kaum Fahrt auf – beide mussten auf die Strafbank, wo auch Trattner knapp zwei Minuten vor Drittelende Platz nehmen musste: Zu viele Spieler bei den Scorpions auf dem Eis. Nullnummer nach 20 Minuten, wobei Rosenheim in der Defensive total sicher stand. Da war noch mehr möglich…

Starbulls-Tore durch Höller und Slezak

Vor allem auf Seite der Gäste! Nur knapp zwei Minuten dauerte es bis zur Führung der Starbulls: Kevin Slezak zog von der blauen Linie ab und Curtis Leinweber fälschte ab zum 0:1. Und erneut nur 69 Sekunden danach hieß es sogar 2:0 für das Sicinski-Team. Alex Höller chipte die Scheibe aus spitzem Winkel rechts vom Tor stehend in die lange Ecke.

Irreguläre Tore von Hannover und Rosenheim

Von den Scorpions war offensiv dagegen fast nichts zu sehen, sie bauten viel zu wenig Druck auf. Bis Nijenhuis von der blauen Linie abzog und Reichel den Rebound zum 1:2 verwertete, wobei der Puck über Mechel in den Kasten flog – eine Co-Produktion der Wolfsburger DEL-Grizzlys.

Allerdings: Zuvor gab es einen klaren Cross-Check von Hammond in den Rücken eines Rosenheimers. Danach besaßen die Starbulls zwei Topchancen durch Alexander Höller und Kevin Slezak, die beide allein auf Jaeger zufuhren und beide verfehlten das Tor. Da war das 3:1 möglich. Aufregung 102 Sekunden vor Drittelschluss: Hofbauer bugsierte die Scheibe mit der Hand ins Scorpions-Tor – irregulär, kein vermeintliches 1:3!

Jetzt wurden die Scorpions giftig

Dafür nur 96 Sekunden nach Wiederbeginn der Ausgleich für die Wedemarker! Andy Reiß, 2010 unter Trainer Hans Zach mit den früheren Scorpions Deutscher Meister, netzte einen Abpraller zum 2:2 ein – was die Scorpions wieder giftig machte. Allerdings gab es zunächst wieder beste Chancen für Rosenheim durch Höller und Vollmayer.

Zack Phillips gegen ganz Hannover: Der Rosenheimer Stürmer wollte sich den Hannoveraner Julian Airich schnappen.

Wieder trafen die Ex-Rosenheimer

Wie es geht zeigte Hannover: Innerhalb der folgenden fünf Minuten legten sie drei weitere Treffer durch den Rosenheimer Christoph Koziol (per Bauerntrick), Patrick Klöpper und Nijenhuis zum 5:2 nach. Spiel total gedreht! Torwart Christopher Kolarz ersetzte Mechel im Starbulls-Kasten. Mit einer Traum-Kombination über Hammond und Nijenhuis machte Reichel das halbe Dutzend voll. Wenn man so will: Scorpions-Coach Reiß hat den zweiten Play-off-Sieg aus der 1. Liga von Kooperationspartner Wolfsburg geholt – Reichel und Nijenhuis kamen zusammen auf sechs Scorerpunkte.

Tore: 0:1 (21:57) Leinweber (Slezak, Krumpe), 0:2 (24:06) Höller (Daxlberger, Edfelder), 1:2 (30:10) Reichel (Nijenhuis), 2:2 (41:36) Reiß (Nijenhuis, Valery Trabucco – 4-4), 3:2 (43: 40) Koziol (Heinrich), 4:2 46:06) Klöpper (Heinrich, Just), 5:2 (46:40) Nijenhuis (Hammond), 6:2 (53:02) Reichel (Nijenhuis, Hammond),

Schiedsrichter: Berger/Schmidt – Zuschauer: 912 –Strafminuten: Scorpions 16 – Starbulls 10

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