„Einfach nur der Wahnsinn“ – WM-Titel für Hard Enduro-Spezialist Manuel Lettenbichler

Manuel Lettenbichlergewann das Getzen-Rodeo vor tausenden von begeisterten Zuschauern. Future7Media

Manuel Lettenbichler von der MTG Kiefersfelden ist der neue Weltmeister der World Enduro Super Series (WESS). Mit einer überzeugenden Leistung gewann der Kiefersfeldener Hard Enduro Spezialist beim „Getzen-Rodeo“ in Grießbach im Erzgebirge das Finale der „World Enduro Super Series“ und damit auch die WESS-Gesamtwertung.

Grießbach– Die Voraussetzungen zum WESS-Titelgewinn waren für den Kiefersfeldener Manuel Lettenbichler mehr als ideal. Mit seiner klaren Führung nach sieben von insgesamt acht Wertungsläufen, musste er das Getzen-Rodeo eigentlich nur noch in Wertung beenden.

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Der Tagessieg war Lettenbichlers Ziel

Doch damit wollte sich der ehrgeizige Kiefersfeldener aber nicht zufrieden geben. Nachdem er im Vorjahr dieses in zwei Teilen ausgetragene Hard-Enduro-Rennen schon einmal gewonnen hatte, war auch diesmal der Tagessieg sein Ziel. Der Start zum zweistündigen „Getzen-Race“ für alle 66 Starter erfolgte pünktlich mit einem Kanonenschlag. Unter riesigen Jubel der Fans holte sich Manuel Lettenbichler den Etappensieg vor dem Polen Taddy Blazusiak und dem Briten Jonny Walker. Damit war „Letti“ der WESS-Titel schon sicher, war er doch schlechtestenfalls 20. der Tageswertung, denn die besten 20 Fahrer des Vormittagsrennens durften dann am Nachmittag noch einmal zum „Getzen-Champ“ antreten.

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Finale war an Spannung kaum zu überbieten

Dieses Finale über 80 Minuten plus eine Runde war dann an Spannung kaum mehr zu überbieten. Manuel Lettenbichler übernahm sofort wieder die Führung vor Blazusiak und Alfredo Gomez aus Spanien. Während andere Fahrer noch in der ersten Runde waren, hatte der Kiefersfeldener bereits einen riesigen Vorsprung aufgebaut und begann mit den ersten Überrundungen. Selbst Spitzenfahrer wie Jonny Walker oder Erzbergsieger Graham Jarvis (Großbritannien ) mussten sich überrunden lassen. Zur Rennmitte holte Blazusiak aber immer mehr auf.

Am „Brutzelrand“ die Führung wieder zurückgeholt

Kurz vor Rennende hatte er das Hinterrad von „Letti“ erreicht und konnte mit einer anderen Linienwahl sogar kurz vorbeiziehen. Doch der Inntaler ließ nicht locker und holte sich am „Brutzelrand“, einer besonders kniffeligen Stelle des Rundkurses die Führung wieder zurück. Lettenbichler bog somit als Erster in den finalen Red-Bull-X-Loop unmittelbar vor dem Ziel ein, einem felsdurchsetzten, schon zu Fuß kaum bezwingbaren Steilhang. Blazusiak folgte auf Sichtweite, während der Dritte, Gomez aus Spanien weit zurücklag. Das Drama traf nun Blazusiak, als seine KTM nach einem gewaltigen Abflug und der Landung an einem Baum nicht mehr anspringen wollte.

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Unter der Augens des Vaters ins Ziel

Lettenbichler hatte nun alle Zeit der Welt, um unter den Augen seines Vaters Andreas die letzten Meter des X-Loops zu bewältigen. Gomez der als einziger noch in der gleichen Runde wie die beiden Führenden war, schaffte es somit auf den letzten Metern, Blazusiak noch von Platz zwei der Tageswertung zu verdrängen. Die WESS-Gesamtwertung gewann Manuel Lettenbichler vor Alfredo Gomez und Jonny Walker. Blazusiak wurde Vierter und Jarvis Fünfter.

„Die vielen Fans haben mich ins Ziel getragen“

Lettenbichler nach dem Rennen: „Ich bin überglücklich mit dem erneuten Triumph bei meinem Heimrennen. Die vielen Fans haben mich ins Ziel getragen. Bei der Siegerehrung konnte ich die Tränen kaum zurückhalten. Nach diesem harten Rennen und der langen Saison den WESS-Enduro-Weltmeistertitel einzufahren ist einfach nur Wahnsinn.“ sc

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