Einen 4:1-Vorsprung noch verspielt

Am Boden bereinigt Fabian Zick diese gefährliche Situation für die Starbulls. Fotos Rabuser
+
Am Boden bereinigt Fabian Zick diese gefährliche Situation für die Starbulls. Fotos Rabuser

Kurioser Abend für die Starbulls Rosenheim mit unbefriedigendem Ausgang. Beim SC Riessersee unterlagen die Starbulls vor Rekordkulisse trotz früher 4:1-Führung noch mit 4:5 nach Verlängerung. Durch den mitgenommenen Zähler bleiben die Rosenheimer Tabellenführer der DEL 2. Ein Status, der im heutigen Heimspiel (19.30 Uhr) gegen die Lausitzer Füchse gefestigt werden soll.

Heute, 19.30 Uhr, gegen Lausitz

Kein Selbstläufer, haben sich die Weißwasseraner doch zuletzt als zuverlässige Punktesammler entpuppt, zudem mit dem Tschechen Pavel Brendl die spielerische Substanz erhöht. Brendl fehlte am Samstag gegen Ravensburg. Dennoch siegten die Sachsen in der Verlängerung. "Wir müssen uns gut darauf vorbereiten", wiegelte Rosenheims Trainer Franz Steer eine vermeintlich leichtere Aufgabe ab - zumal sich die Füchse im Rosenheimer Bau stets pudelwohl fühlten und oftmals Punkte mitnahmen.

Als Warnung dient den Starbulls freilich auch die Begegnung in Garmisch-Partenkirchen. Unter der Alpspitze wurden die Gäste für ihre steigende Passivität knallhart bestraft. Natürlich verlockt ein Vorsprung mit drei Toren Differenz zur beamtengleichen Verwaltertätigkeit. Sich selbst allerdings überhaupt nicht mehr am Kreativspiel zu beteiligen, war des Guten zuviel. "Wir hatten keinen vernünftigen Aufbau mehr", räumte Steer ein. Geschuldet einer nicht alltäglichen Chronologie: Schon nach 20 Sekunden brachte Tyler McNeely die Gäste mit dem ersten Angriff des Spiels in Führung. Riessersees famoser Schlussmann Bryan Hogan war vom vorangegangenen Schuss noch außer Gefecht, McNeelys Zweitversuch war kein Problem. Für den gut 400 Mann starken Anhang der Grün-Weißen war dies der Auftakt für ein freudenumwobenes Drittel, wenngleich der SCR 27 Sekunden später durch Lubor Dibelka ausglich. Zweimal Shawn Weller sowie Norman Hauner sorgten mit ihren Treffern für eine beeindruckende Effektivität. Sieben Schüsse, vier Tore - Respekt.

In die Rubrik Alltagsphysik fielen die Torerfolge der Rosenheimer allerdings nicht. Hauner etwa traf Hogan von der Torlinie aus exakt an jenem Eck der Schulter, der die wenigen Zentimter Freiraum zum Gehäuse preisgab. "Die Tore sind aus Unachtsamkeiten und schwachem Zweikampfverhalten gefallen", hielt SCR-Trainer Toni Krinner fest. Es sollte Krinners einziger Satz mit kritischem Inhalt bleiben. Franz Steer indes gab zu, der hohe Vorspung nach 20 Minuten wäre "eigentlich schmeichelhaft" gewesen.

Oft genug bleibt im Sport die Gerechtigkeit auf der Strecke. Nicht aber an diesem Abend, den die Mannschaft des SC Riessersee zusammen mit dem rappelvollen Stadion zelebrierte. Eine von zwei maßgeblichen Situationen war der 2:4-Anschlusstreffer der Gastgeber durch den jungen Florian Thomas. Er fiel noch im zweiten Drittel und eröffnete dem SCR die Option auf eine furiose Aufholjagd.

Die folgte dann auch. Maxi Kastner traf zum 3:4, fortan gab es kein Halten mehr. Einzig eine späte Strafe für den SCR sorgte für Schnappatmung auf den Rängen. Weit gefehlt. Jaroslav Kracik ließ sein Können aufblitzen, fuhr den Shorthander, zimmerte den Puck unter die Latte. "Natürlich bitter", befand Steer. Doch Rosenheim hatte sich längst in seine neue Rolle als Zuschauer gefügt. Zweiter Knackpunkt: Shawn Weller mutierte vom eingangs bärenstarken Scorer zum tragischen Held. Seine Strafe für unnötige Härte 16 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit ebnete dem SC Riessersee den Weg zum Zusatzpunkt. Morten Lie versenkte die Scheibe mit dem Rücken zu Pasi Häkkinen stehend unter dessen Schoner zum Siegtreffer.

Statistik: SC Riessersee - Starbulls Rosenheim 5:4 nach Verlängerung (1:4, 1:0, 2:0, 1:0). Tore: 0:1 (1.) McNeely/Weller, Weihager, 1:1 (1.) Dibelka/Regan, Eichinger, 1:2 (4.) Weller/Hauner, McNeely, 1:3 (13.) Hauner/McNeely, Weller, 1:4 (16.) Weller/Hofbauer, Hauner, 2:4 (37.) Thomas/Vollmer, Eichinger, 3:4 (46.) Maximilian Kastner/Lie, Bohmbach, 4:4 (59.) Kracik/Staltmayr, Regan, 5:4 (62.) Lie/Regan, Hogan; Schiedsrichter: Plitz; Strafminuten: Riessersee 4, Rosenheim 6 plus 10 Disziplinarstrafe für Auger; Zuschauer: 5131. rab

Kommentare