Bei einem 2:0 ist fast schon alles klar

Verteidiger Dennis Schütt feierte am vergangenen Wochenende seine Premiere im Starbulls-Trikot. Ziegler

Rosenheim – Gut, dass nach der Vorrunde die Punkte nicht gestrichen wurden!

Denn dann wären die Starbulls nicht nach wie vor auf dem dritten Tabellenplatz zu finden, sondern nur auf Rang fünf, wie Regensburg und Riessersee mit ausgeglichenem Punkteverhältnis. Die Topteams der ersten zwei Meisterrunden-Wochenenden sind Memmingen mit zehn von zwölf Punkten und Deggendorf (acht). Etwas überraschend hat sich auch Selb dazugesellt, das mit neun Punkten in dieser fiktiven Tabelle sogar auf dem zweiten Rang läge. Von einem Fehlstart kann man dagegen bei Peiting (noch ohne Sieg) und Weiden sprechen; beide haben erst drei Punkte aus vier Spielen.

Dass es für die Starbulls bisher nicht zu mehr reicht, liegt daran, dass man an die Dominanz der Heimauftritte (inzwischen sieben Siege in Folge) auswärts nicht annähernd anknöpfen kann und nach dem Sieg in Weiden zuletzt dreimal mit leeren Händen zurückkam. Dabei wäre am Freitag in Regensburg durchaus ein Punktgewinn oder gar ein Sieg drin gewesen. Aber zum einen scheiterte man wie gemeldet gleich dreimal am Gestänge („kein Spiel ohne Metall“ scheint derzeit die Devise zu sein), zum anderen gestattete man den Eisbären nicht nur den Umschwung im Schlussdrittel mit vier Toren in gut zwölf Minuten, sondern ließ sich da auch schon nach 47 Sekunden „verladen“, nachdem man auch zu Spielbeginn schon in der zweiten Minute in Rückstand geraten war.

Stichwort Schlussdrittel: Da ist ein Detail gegen Füssen recht interessant. Nur vier Treffer gelangen dem Aufsteiger in den bisherigen drei Spielen gegen die Starbulls, und alle vier fielen jeweils im letzten Spielabschnitt! Schade um Luca Endres‘ möglichen Shutout, den er sich durch einige Klasse-Saves vor allem gegen Ende des Matches redlich verdient hätte.

Um auf den Spielbeginn zurückzukehren: Erst zwölfmal in den bisherigen 36 Spielen schoss der Gegner das erste Tor. Und viermal war es wie in Regensburg Josh Mitchell, der danach den ersten Rosenheimer Treffer entgegensetzen konnte. Gegen Füssen musste kein Ausgleich her; da war Michael Fröhlich in seinem Kurzauftritt bis zum verletzungsbedingten Ausscheiden der Schütze des 1:0, aber spektakulärer als sein Treffer war die grandiose Vorarbeit von Enrico Henriquez-Morales, der sein Spiel in den letzten Wochen definitiv auf ein höheres Level gehoben hat. In den bisherigen vier Spielen der Meisterrunde war er mit je drei Toren (davon zwei in Unterzahl) und Assists drittbester Scorer hinter Mitchell und Fröhlich (je sieben Punkte), und in zehn der letzten elf Begegnungen war er als Torschütze oder Vorbereiter an Starbulls-Treffern beteiligt!

Überhaupt haben Sicinskis Mannen, so komisch das klingt, in Unterzahl sogar eine positive Bilanz in der Meisterrunde. Henriquez‘ beiden Shorthandern steht nämlich nur ein einziges gegnerisches Powerplaytor (in Regensburg) gegenüber, sodass sie in bisher 23 Unterzahlsituationen öfter selber getroffen haben als der nummerisch überlegene Gegner! Im eigenen Powerplay haben sie zwar auch bereits ein Gegentor zugelassen, selber aber in 20:37 Minuten deren vier erzielt. Mitchell und Kevin Slezak teilen sich die vier Überzahltore brüderlich; dieses Wochenende war Slezak in beiden Partien erfolgreich. Überhaupt ist er die große Überzahl-Kanone bei den Starbulls. Obwohl er 14 Spiele wegen seiner Verletzung verpasste, führt er die Powerplay-Charts mit sieben Treffern vor Alexander Höller (sechs), Michael Baindl und Josh Mitchell (je fünf) an. Weitere zwei Tore stehen für ihn durch entscheidende Penaltys zu Buche; bei Fünf gegen Fünf traf er dagegen erst zweimal.

Pech am Freitag, dass in Abwesenheit von Torjäger Kumeliauskas im fünften Saisonspiel zwischen Regensburg und Rosenheim das vielbejubelte Kontingent-Duo der Oberpfälzer erstmals so richtig dominierte. Nikola Gajovsky hatte in zwei Partien gefehlt und in den beiden weiteren nur ein Assist geschafft, Richard Divis in vier Spielen nur je ein Tor und eine Vorlage. Diesmal aber waren die beiden mit zusammen sechs Scorerpunkten die entscheidenden Faktoren.

Auch wenn es am Schluss (auch wegen der Strafzeiten) gegen Füssen noch einmal knapp wurde: Statistisch gesehen war die Partie praktisch schon mit dem 2:0 entschieden. Zahlen dazu? In 14 Begegnungen lagen die Starbulls heuer auf eigenem Eis mit zwei Toren Differenz in Führung, in neun Partien in fremder Halle. In den Heimspielen gingen sie dabei nie leer aus, verloren nur zweimal noch in der Overtime. Und sogar auswärts gewannen sie acht der neun Matches, in denen sie 2:0 oder vergleichbar geführt hatten. Lediglich in Peiting konnten sie eine schnelle 2:0-Führung nicht über die Zeit bringen und verloren schließlich 5:7.

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