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20-Jähriger mit Ein-Jahres-Vertrag

Ein Radsportprofi aus Großkarolinenfeld: Ludwig Stadler wechselt zum Team Santic-Wibatech

Der 20-jährige Ludwig Stadler (Mitte) ist jetzt Profi- Radsportler.
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Der 20-jährige Ludwig Stadler (Mitte) ist jetzt Profi- Radsportler.
  • VonLeon Simeth
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Jetzt wird es ernst: Der Großkarolinenfelder Radsportler Ludwig Stadler darf sich jetzt Profi nennen. Der 20-Jährige hat einen Einjahresvertrag beim Passauer Team Santic Wibatech erhalten.

Großkarolinenfeld –Nach zuvor einem Jahr in der Amateurmannschaft dieses Teams, wurde der Großkarolinenfelder Radsportler Ludwig Stadler nun ins Profi-Segment übernommen. Was nun auf ihn zukommt, wie er sein Studium mit dem Radsport kombiniert und was er sich von der kommenden Saison erwartet, erklärt Ludwig Stadler im Interview mit der OVB-Sportredaktion.

Herr Stadler, wie kam der Wechsel zustande?

Ludwig Stadler: Ich bin vor einem Jahr zum Amateurteam Wibatech Bayern/RSV Passau gewechselt, da es mit meinem vorherigen Verein (Next Level Racing) einige Diskrepanzen gab. Mir hat das vergangene Jahr auf jeden Fall getaugt, die Harmonie war intern gut. Von dem her war es perfekt, dass mir jetzt der Vertrag angeboten.

Im Grunde ist es kein wirklicher Teamwechsel. Dennoch gibt es einige Veränderungen...

Stadler: Es gibt strukturell einige Veränderungen. Jetzt brauchen wir mehr Material, da brauchst du einfach einen hervorragenden Sponsorenhintergrund. Wir haben die gleichen sportlichen Leiter wie zuvor und haben uns von der Mannschaftsstärke von 14 auf zehn Fahrer reduziert – vier Bayern und sechs Polen. Wir werden eingleisig fahren, also nur ein Rennprogramm mit knapp 80 Renntagen, die dann auf das Team aufgeteilt werden. Die älteren Fahrer kommen da schon auf knapp 40 Renntage, aber ich als jüngerer werde wohl weniger fahren.

Wie ist das letzte Jahr verlaufen?

Stadler: Das letzte Jahr war mit den ganzen Bestimmungen schon schwierig, vor allem weil die Conti-Mannschaften einen Vorteil hatten. Diese hatten das erste Rennen am 1. März und ich erst im Mai. Aber ab Juni war es dann relativ normal, ich bin doch auf 34 Renntage bis Oktober gekommen.

Wie oft sehen Sie Ihre Teamkollegen?

Stadler: Unsere bayerischen Fahrer sind alle relativ nah zusammen. Wir schauen immer, dass wir mit den Polen gut durchmischen. Natürlich gibt es eine sprachliche Barriere, aber alle können englisch und man versteht sich. Mittlerweile ist es üblich, ein internationales Team zu haben, man kann sich vom Wissen her einfach super ergänzen. Wir profitieren da auf jeden Fall von unseren polnischen Fahrern. Wir sind ab und zu gemeinsam im Trainingslager, aber ich befinde mich in der Prüfungsphase und bin anfangs noch nicht dabei.

Wie kombinieren Sie Ihr Studium mit dem Training?

Stadler: Das lässt sich gut verbinden. Ich trainiere circa 15 bis 20 Stunden pro Woche und bin da recht flexibel. Zurzeit ist eh fast alles von zu Hause. Mit Rosenheim habe ich eh eine super Lage, da ich sofort in den Bergen bin und die Wege nach Österreich und Italien nicht weit sind.

Das ändert sich auch in Zukunft nicht?

Stadler: Das ist erst mein erstes Semester und es wird auch in Zukunft gut klappen. Das wird auch vom Team so gewollt, dass man neben dem Radfahren noch etwas macht. Und wenn ich mal eine Prüfung habe und ein Rennen nicht schaffe, ist das auch kein großes Drama. Zudem konzentrieren sich die Renneinsätze hauptsächlich auf die Wochenenden.

Wo macht das Team aktuell Trainingslager?

Stadler: Wir sind in Calpe in Spanien. Das ist relativ angesagt zurzeit, da es noch nicht so überlaufen ist. Dort haben wir ein Haus für zehn Personen gemietet und versorgen uns selber. Das ist das Beste, – auch vom Zusammenhalt her. Wir kochen, trainieren und wohnen gemeinsam. Das Trainingslager ist bis 20. Februar geplant. Ich werde nach meiner letzten Prüfung hinfliegen.

Ludwig Stadler im Trikot des Teams Santic Wibatech.

Wie sieht Ihr Training in der Regel aus?

Stadler: Das richtet sich eher nach den Einheiten, im Winter ist viel Grundlage angesagt, da gehe ich auch Laufen oder Skilanglaufen. Meistens ist das ein Dreierblock: Die ersten beiden Tage Intervalle auf bergigen Terrain – da hat man seine Ruhe – und dann eine lange Grundlageneinheit.

Was macht am meisten Spaß?

Stadler: Auf jedem Fall Intervalle, bei den Grundlagen ist man dann schon mal fünf bis sechs Stunden unterwegs.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre erste Profi-Saison?

Stadler: Auf jeden Fall deutlich mehr Rennen. Die Erwartungen sind jetzt auch höher, das ist jetzt einfach der Beruf. Man muss auch abliefern, aber es gibt keinen großen Druck im Team. Es wird so kommuniziert, dass wir nicht gewinnen müssen, sondern können.

Machen Sie sich selbst Druck?

Stadler: Dieser ist natürlich immer da als Leistungssportler, man möchte immer besser sein. Ich glaube aber, dass es nicht maßgeblich zum Erfolg führt, wenn man es zu verbissen angeht.

Haben Sie Wünsche im Bezug auf den Radsport?

Stadler: Es wäre schön, wenn es ein paar Rennen mehr in Deutschland geben würde. In Italien oder Polen wird der Radsport ganz anders gelebt. Die Akzeptanz in Deutschland muss sich ändern und nicht immer im Hinterkopf haben, dass man als Radsportler gleich als Dopingsünder abgestempelt wird. Der Sport ist mittlerweile so professionell geworden, dass es sehr schwierig geworden ist. Ich glaube, der Radsport ist in Deutschland auf einem guten Weg.

Sie sind jetzt Profi. Was versteht man darunter?

Stadler: Auf der Ebene, auf der wir fahren, leben schon einige Fahrer komplett davon. Als U23-Fahrer, wie ich es bin, kann man jetzt nicht davon leben. Ich wohne bei meinen Eltern, aber es ist auf jeden Fall eine der besten Unterstützungen. Uns werden alle Reisen, Übernachtungen und Materialien finanziert. Und da schon kommt eine gute Summe zusammen. Radsport ist sehr kostenintensiv, das ist mittlerweile eine reine Materialschlacht.

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