NACH CORONA-NACHWIRKUNGEN

Ein Check zum richtigen Zeitpunkt – Starbulls-Stürmer Kevin Slezak kämpft sich wieder heran

Zurück ins Spiel: Starbulls-Angreifer Kevin Slezak war nach knapp zwei Monaten Pause wieder im Rosenheimer Kader.
+
Zurück ins Spiel: Starbulls-Angreifer Kevin Slezak war nach knapp zwei Monaten Pause wieder im Rosenheimer Kader.

Nach 21 absolvierten Spielen stehen die Starbulls Rosenheim aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz der Eishockey-Oberliga Süd. Angreifer Kevin Slezak, in der vergangenen Saison ein Torgarant, hat davon allerdings nur sechs Partien bestritten, in denen er es auf fünf Scorerpunkte gebracht hat.

Rosenheim– Der 19-Jährige war aber nicht verletzt, sondern wurde vom Corona-Virus ausgebremst. Seine letzten Spiele waren Anfang Dezember in Landsberg und gegen Selb. Am vergangenen Sonntag stand der Kolbermoorer erstmals seit über einem Monat wieder auf dem Eis – die ersten Gegner beim Comeback: Landsberg und Selb! Warum sich die Pause so lange hinausgezögert hat und wie er die Zeit genutzt hat, erklärt Slezak im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion.

Sie standen bei den ersten drei Partien auf dem Eis, bevor das Corona-Virus kam. Dann war Quarantäne angesagt?

Kevin Slezak: Genau. Die ersten drei Spiele sind super gelaufen. Wir haben jedes gewonnen und haben gut gespielt. Dann sind mehrere Spieler, darunter auch ich, positiv auf das Corona-Virus getestet worden, also sind wir 14 Tage in Quarantäne gewesen, durften auch nicht trainieren und unsere Spiele sind verlegt worden.

Sie konnten sich aber soweit fit halten?

Slezak:Anfangs habe ich gar nichts gemacht, da ich Symptome gehabt habe, die auch eine Zeit angehalten haben und deshalb kein Risiko eingehen wollte. Wirklich richtig fit halten konnte ich mich also nicht.

Sie haben dann drei Partien verpasst, bevor Sie wieder spielten...

Slezak: Als unsere Zeit in Quarantäne vorbei gewesen ist, ist es mir noch nicht wirklich gut gegangen, daher musste ich noch länger pausieren. Bei den Spielen gegen Landsberg und Selb habe ich mich gut gefühlt und auch direkt wieder gepunktet.

Dann war aber auch schon wieder Schluss...

Slezak: Nach dem Spiel gegen Selb habe ich mit der Lunge Probleme gehabt. Am Tag darauf bin ich zum Kardiologen gegangen und es hat sich herausgestellt, dass ein Herzwert zu hoch ist. Es ist dann unklar gewesen, ob dieser Wert wegen dem Virus so hoch ist, oder ob das bei mir normal ist. Wegen des Verdachts auf Herzmuskelentzündung durfte ich dann vier Wochen lang keinen Sport mehr machen.

Mit einer Herzmuskelentzündung ist bekanntlich nicht zu spaßen. Hatten Sie Angst?

Slezak: Nein, mein Arzt kennt sich bei dem Thema gut aus und hat den Ball flach gehalten. Es war ja noch keine Herzmuskelentzündung, sondern nur eine Vorstufe. Es hätte aber durchaus schlimmer ausgehen können, wenn ich noch weitergespielt hätte. Ich habe mich also zum richtigen Zeitpunkt checken lassen.

Vier Wochen Sportverbot – Sie durften also nicht einmal Laufen gehen?

Slezak: Nein, gar nichts. Nach ein paar Wochen durfte ich bis zu einem Puls von 100 Radfahren. Aber diesen Wert hat man ja schnell erreicht.

Wie haben Sie die eishockeylose Zeit verbracht?

Slezak: Es ist teilweise schon sehr langweilig gewesen, aber ich hatte viel Zeit für mein Studium. Auch wenn es mir anders herum lieber gewesen wäre (lacht). Außerdem habe ich natürlich alle Starbulls-Spiele verfolgt. Ich habe das Spielen schon sehr vermisst.

Hatten Sie währenddessen auch Kontakt zur Mannschaft?

Slezak:Mit unserem Trainer John Sicinski bin ich fast täglich in Kontakt gewesen. Auch die Mannschaft hat mir ständig ihre Hilfe angeboten. Die Jungs haben mich in der Zeit sehr viel Unterstützung gegeben.

Für die Mannschaft liefen die Spiele relativ gut...

Slezak:Absolut. Die Jungs haben sich bisher super geschlagen und wir stehen auch nicht umsonst so weit oben in der Tabelle. Einerseits hat es mich riesig gefreut, aber andererseits willst du aber vor allem als Stürmer aufs Eis und deine Tore machen.

Zuletzt feierten Sie ihr Comeback. Seit wann dürfen Sie wieder trainieren?

Slezak:Bei meinem Termin am 11. Januar habe ich von meinem Arzt das ‚Go‘ bekommen, also bin ich direkt ins Training eingestiegen. Eigentlich hätte ich schon in Selb spielen können. Wir haben uns aber dazu entschieden, dass ich nicht gleich im Top-Spiel beim Tabellenführer ran muss.

Ihre Werte sind also wieder in Ordnung?

Slezak: Ja, es ist letztlich eine Herzmuskel-Beteiligung gewesen. Meine Werte sind also nicht immer so hoch.

Wie fühlten Sie sich beim Spiel gegen Landsberg?

Slezak:Es hat sich toll angefühlt, endlich wieder spielen zu dürfen. Aber ich habe gemerkt, dass ich konditionell viel aufholen muss. Ich habe ja quasi knapp zwei Monate keinen Sport gemacht und nur eine Woche trainiert.

Am Freitag im Spitzenspiel gegen Selb wäre ein guter Zeitpunkt für Ihr Tor-Comeback...

Slezak:Das wäre natürlich ein Traum (lacht). Aber das ist zweitrangig. Das Wichtigste ist ein Sieg.

Kommentare