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Das Dutzend wird voll

Im letzten Länderspiel war mit Mike Modano (Mitte) ein echter Top-Star auf dem Rosenheimer Eis zu finden und von den deutschen Spielern auch nur schwer zu halten. Foto Ziegler
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Im letzten Länderspiel war mit Mike Modano (Mitte) ein echter Top-Star auf dem Rosenheimer Eis zu finden und von den deutschen Spielern auch nur schwer zu halten. Foto Ziegler

Etwas mehr als 27 Jahre dauert sie, die Länderspiel-Geschichte im Rosenheimer Eisstadion. Am Donnerstag, 31. März 2011, steht gegen Österreich (Beginn 19.45 Uhr) der zwölfte internationale Vergleich einer deutschen Nationalmannschaft auf Rosenheimer Eis auf dem Programm - die DEB-Auswahl macht also das Dutzend voll und möchte die durchaus positive Bilanz von bislang sieben Siegen und vier Niederlagen ausbauen.

Den Anfang machte das bislang torreichste Spiel: Am 17. März 1974 trafen Deutschland und Japan aufeinander, nach einem 5:6-Rückstand bis zur 53. Minute gewann die deutsche Auswahl von Trainer Gerhard Kießling noch mit 9:6. 6000 Zuschauer sahen den Sieg und der damalige Rosenheimer OB Dr. Steinbeißer lobte: "Das Publikum war einmalig."

Nach dem Jubel folgten keine zwei Jahre später Pfiffe, als die DEB-Truppe von Trainer Xaver Unsinn am 24. Januar 1976 vor 3000 Besuchern nur ein mageres 5:4 gegen Rumänien erzielte - damals erahnte noch keiner der Augenzeugen, dass die deutsche Mannschaft nur wenige Wochen später bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck die Bronzemedaille gewinnen sollte...

Knapp fünf Jahre danach gastierte die Nationalmannschaft wieder einmal in Rosenheim und besiegte Polen am 27. November 1981 vor 5700 Zuschauern mit 6:4. Ebenfalls recht torreich verlief das vierte Länderspiel auf Rosenheimer Eis am 27. März 1983: Gegen Italien gab es vor 3700 Besuchern einen 8:5-Erfolg. Einer der Torschützen war Ernst Höfner, der diesmal als Assistenzcoach an der Bande stehen wird. Kurios: Wegen der starken Sonneneinstrahlung ließ der Schiedsrichter zwecks Chancengleichheit nach der Hälfte des letzten Drittels die Seiten wechseln.

Dass Rosenheim in den 80er-Jahren eine absolute Eishockey-Macht war, zeigt sich daran, dass von 1983 an bis 1987 jedes Jahr ein Länderspiel in der Innstadt ausgetragen wurde. Am 29. Januar 1984 gab es den bislang höchsten Erfolg, als man die kanadische Olympia-Auswahl vor 6200 Zuschauern mit 7:0 in die Knie zwang - vor dem letzten Drittel hieß es übrigens 1:0 für die deutsche Mannschaft.

Dem höchsten Sieg folgte allerdings ein Jahr später, am 7. April 1985, auch die höchste Niederlage: Vor 6500 Zuschauern hatte die DEB-Auswahl dem Star-Ensemble aus der Sowjetunion nicht viel entgegenzusetzen und musste mit 1:8 die Segel streichen. Dreifacher Torschütze für die "Sbornaja" war Wladimir Krutow, der auch den deutschen Debütanten Uwe Krupp einige Male entwischte. "Die haben mich ein paar Mal ganz schön ausgespielt", hatte der jetzige Bundestrainer nicht nur gute Erinnerungen an sein erstes Länderspiel. "Für die anschließende Weltmeisterschaft bin ich dann nicht nominiert worden", erzählt Krupp.

Es folgten zwei weitere Niederlagen - diesmal allerdings bei knappen Auseinandersetzungen: Am 8. April 1986 unterlag die deutsche Mannschaft (mit zehn Rosenheimer Spielern im Team) der Auswahl Kanadas vor 3200 Zuschauern mit 3:4. Und am 11. April 1987 gab es eine 4:6-Niederlage gegen die "Tre Kronors" aus Schweden.

Danach musste Rosenheim über zwölf lange Jahre warten, ehe die Nationalmannschaft sich wieder einmal für ein Länderspiel die Ehre gab: Am 13. November 1999 stand man dem Nachbarn Österreich gegenüber; die Mannschaft von Trainer Hans Zach feierte vor 4051 Zuschauern einen 3:1-Erfolg und Ausrichter Rosenheim bekam großes Lob seitens des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB): "Rosenheim hat gezeigt, dass es Länderspiele ausrichten kann", so Sportdirektor Franz Reindl. Unter den Torschützen war übrigens Jürgen Rumrich, diesmal an der Seite von Krupp und Höfner als Assistenzcoach für das deutsche Team mitverantwortlich.

Und so hat sich das deutsche Nationalteam auch in der neueren Rosenheimer Eishockey-Geschichte seit Gründung der Starbulls schon zweimal an der Mangfall verewigt: Am 13. April 2002 ging es erneut gegen Österreich. Wieder traf Jürgen Rumrich und 5500 Fans sorgten beim 4:1 für mächtig Stimmung im Stadion.

Das jüngste Match in der Rosenheimer Länderspielhistorie hatte - abgesehen vom Spiel 1985 gegen die UdSSR die meisten Stars auf dem Eis: Am 28. April 2005 trafen Deutschland und die USA aufeinander. Der Kader der Gäste hatte insgesamt über 7400 Spiele in der nordamerikanischen Profiliga NHL auf dem Buckel, darunter waren Top-Stars wie Goalie Rick diPietro, Verteidiger-Riese Hal Gill oder die Stürmer Mike Modano und Doug Weight. Beide Teams absolvierten zuvor schon ein mehrtägiges Trainingslager in Rosenheim. Vor 5400 Besuchern gewann die Auswahl der Vereinigten Staaten letztlich mit 3:1, obgleich NHL-Spieler Christian Ehrhoff Deutschland in Führung geschossen hatte. "Wir kommen gerne wieder nach Rosenheim", hatte Reindl damals verkündet - er hat Wort gehalten. tn

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