Mit drei Schulaufgaben nach Dresden: TSV Mühldorf will dem VC erste Heimniederlage bescheren

Ein starker Mühldorf Block muss die Angreifer von Dresden am Samstag zermürben.Dazu starke Aufschläge. Mayer istdavon überzeugt, dass die Mühldorf mit drei Punkten die Heimreise aus Sachsen antreten. Enzinger

Fünf Stunden hin, fünf Stunden zurück: Lange Fahrtzeiten bestimmen den ersten Spieltag für die Volleyballer des TSV Mühldorf in diesem Jahr. Nach Dresden geht es am heutigen Samstag, knapp 450 Kilometer. Viel Zeit bleibt da buchstäblich auf der Strecke. Trainer Michi Mayer schlägt diese mit Korrigieren tot.

Mühldorf – „Ich habe drei Schulaufgaben zu verbessern. Mir wird auf der Straße also nicht langweilig!“, berichtet der Realschullehrer, der seine Hausaufgaben, was das Training der Mannschaft betrifft, lange vor dieser langen Fahrt erledigt hat. Denn die volleyballfreie Zeit – das letzte Punktspiel fand am 14. Dezember statt – nutzten die Mühldorfer, um sich mit Testspielen in Form zu bringen.

Nach einem sehr guten Testspiel gegen den Zweitligisten Schwaig folgte aber ein weniger erfreuliches Freundschaftsspiel gegen den Ligakonkurrenten und Tabellenletzten TSV Niederviehbach. Der war am Freitag vor einer Woche zum Test nach Mühldorf gekommen und rein gar nichts schien zu funktionieren. Fabian Bartsch und Thomas Brandstetter ließen die gewohnte Durchschlagskraft im Angriff vermissen. Diagonalspieler Nelson konnten nahezu keine Akzente setzen. Dazu kein Block und ein nur mäßig effektiver Aufschlag.

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Trainer Mayer war entsprechend aus dem Häuschen, nahm sich den ein oder anderen Spieler zur Brust, nachdem die Mühldorfer mit 1:4 unter die Räder gekommen waren. Vielleicht der Dämpfer zur richtigen Zeit? Mayer nickt, denn beim letzten Test, am Mittwoch gegen den Zweitligisten aus Unterhaching herrschte wieder eitel Sonnenschein. „Die Stimmung war viel besser“, bezeugt auch Außenangreifer Fabian Bartsch.

Tatsächlich waren die Mühldorfer zwei Sätze lang sogar oben auf, gewannen die beiden ersten Durchgänge, bevor Abschnitt drei an Unterhaching ging. „In Satz vier dann haben sie uns abgeschossen“, berichtet Mayer, der den erst 15-jährigen Nachwuchsspieler Kilian Nennhuber Spielzeit auf der Außenposition für Fabian Bartsch gönnen wollte. Auch Mittelblocker Charles Kahn sollte wieder Praxis erhalten, nachdem er von seiner Sprunggelenksverletzung endgültig genesen war.

Die Leistung gegen Haching reichte Trainer Mayer, um mit entsprechend viel Zuversicht am Samstagmorgen ins Auto zu steigen. Denn die Marschroute für den Tabellenführer aus der Innstadt, der bislang erst zwei von elf Spielen verloren hat, ist klar: Gewinnen, um das Ziel Meisterschaft so schnell wie möglich zu zementieren.

In Dresden ist das keine einfache Aufgabe. Denn die Spieler der Elbflorenz sind zu Hause bis dato ungeschlagen. Gegen Deggendorf musste Dresden einst zwei Sätze abgeben, gegen Zschopau einen. Ansonsten hielten sich die Sachsen schadlos. „Ziel muss es sein, die starken Außenangreifer aus dem Spiel zu nehmen“, weiß Mayer aus dem Hinspiel.

Eine besondere Rolle fällt dabei den Mittelblockern Iven Ferch, Nico Philipeit und Flo Gschwendtner zu, die im Block ihren Mann stehen müssen, aber auch mit platzierten Aufschlägen den Gegner in die Knie zwingen sollen.

. Der bessere Eindruck im Abschlusstraining am Freitag zählt auch bei der Entscheidung, wer als Diagonalspieler angreifen wird: Nelson oder Fabian Liemer? „Nelson macht zehn Punkte, dann aber fallen ihm acht Punkte in Feld.“ Fabian Liemer ist für drei Punkte gut, dafür passiert ihm nur ein Fehler, vergleicht Mayer, der sich noch nicht entschieden hat, Stärken und Schwächen.

Der Weg zum Sieg führt nach Ansicht Mayers über das Service. Fabian Bartsch und Alexander Brandstetter sind für die harten Aufschläge zuständig. „Wenn wir mit den Aufschlägen nicht punkten, verlieren wir!“, meint Mayer kurz und knapp. Er aber ist zuversichtlich, will mit einem Sieg der Konkurrenz klar vor Augen führen, über welche Mannschaft die Entscheidung um den Aufstieg führen wird. Aktuell hat Mühldorf mit einem Spiel Rückstand einen Zähler Vorsprung auf den Verfolger Friedberg, fünf sind es sogar gegen dem Dritten aus Deggendorf. Und selbst wenn es nicht zum Punktgewinn reichen sollte, weiß Mayer sehr wohl, dass sich die Verfolger auch noch gegenseitig die Punkte nehmen werden in der verbleibenden Punkterunde.

Viel rechnen will Mayer jetzt aber noch nicht, da noch neun Spiele bevorstehen. Dann lieber Punkte bei den Schulaufgaben zusammenzählen, wenn es auf die stundenlange Reise hin und zurück geht. Und Noten verteilen – hoffentlich gibt es dann auch Bestnoten für die Volleyballer. je

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