Dominik Homsek ist Cheftrainer des SV Inngau: „Skifahren war und ist mein Leben“

Der Inngau-Cheftrainermit seinen erfolgreichen U16-Inngau-Buben Sebastian Weiss, Benedikt Kagleder und Simon Widmesser (von links). Schmid

Einen Winter hat Dominik Homsek als Cheftrainer des SV Inngau hinter sich gebracht. Mit der Premiere zeigte sich der 28-Jährige durchaus zufrieden.

Von Thomas Neumeier Rosenheim– „Wir haben mit Sebastian Weiss und Carolin Rettenwender zwei Athleten im älteren Jahrgang, die in die Jugend aufsteigen. Auch mit den jüngeren Jahrgängen haben wir Stockerlplätze eingefahren. Das war schon gut, sagt Dominik Homsek , 28-jähriger Cheftrainer des SV Inngau.“

Die guten Resultate waren Balsam für die Seele

Für Homsek waren die guten Resultate auch Balsam für die Seele. Denn: „Druck war immer da“, bekennt der noch junge Coach. Immerhin war er als Nachfolger von Günter Gerhard aufgerückt, der nachweislich hervorragende Arbeit geleistet hatte. „Günter ist seit 35 Jahren Trainer und hatte auch im Weltcup gearbeitet. Er hat einfach brutale Erfahrung mit eingebracht“, bewunderte Homsek – und sagt deshalb auch: „Die Grundstruktur bei uns ist weiter von ihm, und das werden wir auch nicht ändern. Da wären wir ja schön blöd, wenn das in den letzten Jahren schon gut gelaufen ist.“

Nahe an den jungen Sportlern dran

Homsek bringt seine Persönlichkeit mit ein – und seine Erfahrungen. „Wenn du lange gefahren bist und den Zirkus auch selbst mitgemacht hast, das ist schon sehr wichtig. Meine Zeit ist noch nicht so lange her, deshalb bin ich noch nahe an den jungen Sportlern dran und tue mir da relativ leicht.“ Seine Erfahrungen hat er reichlich gemacht: 2009 war der Inntaler, der für den ASV Großholzhausen aktiv war, beim European Youth Olympic Festival am Start und gewann Bronze im Slalom. Den Sieg holte sich der Schweizer Justin Murisier (2017 WM-Sechster in der Kombination), auf den Rängen elf und 13 landeten Filip Zubcic und Zan Kranjec, in der abgelaufenen Saison Dritter und Vierter im Riesenslalom-Weltcup. Damals ausgeschieden waren so prominente Namen wie Aleksander Aamodt Kilde, der sich in diesem Winter den Gesamtweltcup sicherte, Mathieu Faivre (2017 Mannschafts-Weltmeister) und das deutsche Aushängeschild Stefan Luitz. „Mit Stefan habe ich noch brutal guten Kontakt, wir treffen uns auch mal an Silvester und sind auch schon gemeinsam im Urlaub gewesen“, erzählt Homsek, „auch mit Linus Strasser bin ich noch ein bisschen in Verbindung“.

Etliche Verletzungen stoppten Dominik Homsek

Letztlich stoppten etliche Verletzungen die Ambitionen des Inntalers. „Irgendwann muss man dann abwägen, ob es dir das noch wert ist“, sagt Homsek. Trotzdem spricht er von einer „tollen Zeit“ – trotz der vielen Entbehrungen. „Du gibst schon einiges auf, viele Freundschaften gehen flöten.“ Klagen will er aber nicht: „Wir sind brutal viel rumgekommen, ich bereue gar nichts.“

Er gibt aber zu, dass er kurz nach der Entscheidung, seine Karriere zu beenden, vom Skifahren nicht mehr viel wissen wollte. „Das war dann eher Nebensache.“ Homsek macht eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik – und bekommt irgendwann wieder Lust auf die beiden Bretter. „Nach ein paar Monaten habe ich die Skilehrerausbildung gemacht, und dann auch meinen Trainerschein.“ Denn: „Skifahren war und ist mein Leben!“

Auch im Sommer gibt es genug zu tun

Und dieses Leben findet seit einem Jahr als Cheftrainer des SV Inngau statt. Dominik Homsek ist also nicht nur für die Betreuung der U16-Mannschaften zuständig. „Ich muss schauen, dass alle anderen Bereiche auch laufen. Im Winter ist das eine Sieben-Tage-Woche, auch im Sommer gibt es genug zu tun.“ Homsek muss seine Trainer für den U14- und U12-Bereich organisieren, bestreitet Fortbildungen und Klausuren, ist mit Skimarken und Ausrüstern in Verbindung und macht die Jahresplanung für alle alpinen Mannschaften des SV Inngau. „Dazu gehört die Trainingsplanung, aber auch die Reservierung von Strecken oder Hotels und die Reiseplanung.

Homsek: „Wir müssen aktuell von Woche zu Woche planen“

In der aktuellen Situation ist dies natürlich doppelt und dreifach schwierig. „Man kann derzeit noch gar nicht sagen, wann man wo mit einer ganzen Mannschaft zum Training darf. Wir müssen aktuell von Woche zu Woche planen“, sagt Homsek, der an seine Sportler individuelle Trainingspläne verschickt hat und oft auch mal Training per Videokonferenz macht. „Vielleicht gibt es ja für die Kadersportler bald Sondergenehmigungen“, so der Inngau-Chefcoach, einen „weltweit brutalen Andrang“ der Ski-Teams auf die Gletscher erwartet, sofern es grünes Licht für die Trainingsmöglichkeiten gibt. Für seine Schützlinge hat Homsek, der als weitere Inngau-Trainer den Bruder Andreas Homsek sowie Lina Müller und Benedikt Pfob aufbieten kann, zumindest schon einmal die Skihalle in Neuss für mehrere Tage Ende Juni reserviert. Spätestens dann soll der Start für eine erfolgreiche zweite Saison unter seiner Regie erfolgen.

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