Die „Unersetzbare“ bleibt zumindest bis Jahresende – dann verlässt Brunckhorst Wasserburg

Wasserburgs Trainerin Sidney Parsons würde Svenja Brunckhorst gerne zurückhalten – die schreit aber geradezu nach einer neuen Herausforderung.
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Wasserburgs Trainerin Sidney Parsons würde Svenja Brunckhorst gerne zurückhalten – die schreit aber geradezu nach einer neuen Herausforderung.

Wasserburgs Führungsspielerin Svenja Brunckhorst nimmt eine neue Herausforderung an: Im 3X3-Basketball will sich die 28-Jährige für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio qualifizieren.

Wasserburg– Ein lachendes und ein weinendes Auge, das beschreibt wohl am besten, was die folgende Nachricht bei den Verantwortlichen der Basketballabteilung ausgelöst hat: Die bisherige Kapitänin der Wasserburger Basketball-Damen, Svenja Brunckhorst sucht sich noch einmal eine neue Herausforderung und wird dem Bundesligisten vom Inn nur noch bis zum Jahresende zur Verfügung stehen.

Der Grund: Brunckhorst will sich für die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr qualifizieren – und zwar im 3X3-Basketball. Das Drei-gegen-Drei ist dann zum ersten Mal in der Geschichte olympisch. Und die 28-jährige Wasserburgerin steht im Perspektivkader des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) – gemeinsam mit Jennifer Crowder (24, Göttingen), Ama Degbeon (24, Umea/Schweden), Sonja Greinacher (28, Gdynia/Polen), Stefanie Grigoleit (30, Moncalieri/Italien), Katharina Müller (26, Frankenberg), Emma Stach (23, Pecs/Ungarn), Alexandra Wilke (23/Marburg).

Deutschlands erster 3X3-Court in Hannover

Ursprünglich wäre Brunckhorst seit dem 1. September in Hannover gewesen und hätte dort die Herausforderung 3X3 angenommen. In der niedersächsischen Landeshauptstadt wurde kürzlich der erste offizielle 3X3-Court Deutschlands gebaut, die Olympia-Kandidaten sind eigentlich ab September für elf Monate in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, um sich voll und ganz auf ihren Sport konzentrieren zu können. Nun sieht der Plan vor, dass sich Brunckhorst im September in Hannover befindet, dann wieder nach Wasserburg zurückkehrt und bis zum Jahresende – also geplant die ganze Vorrunde – für die Damen vom Inn in der Bundesliga spielen kann. Das kommt, weil der Basketball-Weltverband (FIBA) vor ein paar Tagen einige Meisterschaften und Turniere abgesagt hat. „Daraufhin hat mir der DBB die Option gegeben, mich doch noch einmal für drei Monate einem Team anzuschließen, damit ich nicht auf eine Wettkampfsituation verzichten muss. Für mich war es von Anfang an klar, dass ich dann weiterhin für Wasserburg spielen will“, so Brunckhorst.

Schwere Entscheidung für Brunckhorst

„Mir ist die Entscheidung definitiv nicht leicht gefallen und ich habe sehr lange gebraucht und überlegt – auch, weil die Saison wegen Corona so abrupt zu Ende war und nicht fertig gespielt wurde“, erzählt die 28-Jährige. „Dass ich jetzt noch einmal die Möglichkeit habe, für Wasserburg aufzulaufen, freut mich sehr, da ich voll hinter dem Konzept in Wasserburg stehe und somit doch noch einmal ein Teil davon sein kann.“

Die Chance, in einer neuen Sportart zu den Olympischen Spielen zu fahren, wolle sie unbedingt nutzen: „Ich wollte noch einmal eine Veränderung und etwas Neues probieren. So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben und der Verein, mein Heimatverein, hat mich immer voll und ganz unterstützt. Dafür bin ich dem Verein sehr dankbar!“ Ein entscheidender Punkt sei für Brunckhorst gewesen, „dass ich Teil von etwas Neuem sein kann, das jetzt so langsam in Deutschland aufgebaut wird und großes Potenzial für die Zukunft hat. Ich werde es nochmal so richtig genießen, das ein oder andere Spiel vor heimischer Kulisse in der Badria-Halle zu spielen, bevor es dann im Januar nach Hannover geht.“

Brunckhorst unersetzbar für das Team von Sidney Parsons

Wie es dann genau ab Januar für die 3X3-Athleten ablaufen wird, ist noch nicht ganz klar. Brunckhorst: „Das kommt natürlich auch so ein bisschen auf die Situation bezüglich Corona an. Es kann sein, dass wir hauptsächlich trainieren, um uns für die Qualifikation für Olympia vorzubereiten. Es kann aber auch sein, dass wir die ein oder anderen Turniere in Deutschland und Europa spielen werden.“

Sidney Parsons, Trainerin der Wasserburger Damen, sagt: „Svenni ist unersetzbar für unser Team – als Spielerin und als Person. Deshalb freue ich mich sehr, dass sie vorerst weiterhin ein Teil des Teams bleibt. Aber natürlich werden wir sie ab Januar dann sehr vermissen! Ich unterstütze sie voll und ganz bei ihrer Entscheidung für 3X3 und bin gespannt, was sie damit noch alles erreichen wird.“ ms

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