20 Jahre Starbulls Rosenheim

Die Starbulls und ihre Eishockeyfans: Beifall und Pfiffe – aber immer große Treue

Beeindruckende Choreographie: Die Starbulls-Fans sorgen in den Play-offs der Oberliga-Meistersaison 2009/10 für eine besondere Atmosphäre.
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Beeindruckende Choreographie: Die Starbulls-Fans sorgen in den Play-offs der Oberliga-Meistersaison 2009/10 für eine besondere Atmosphäre.
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  • Hans-Jürgen Ziegler
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  • Thomas Neumeier
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Egal ob in der Bezirksliga im Jahr 2000 oder in der 2. Liga: Auf ihre Fans konnten sich die Starbulls-Eishockeyteams schon immer verlassen. Die meisten Zuschauer kamen übrigens nicht zu einem Heim-Derby gegen Landshut.

Rosenheim – Egal, in welcher Liga in Rosenheim Eishockey gespielt wird, eines ist gewiss: Die Fans bleiben treu. Ob in der Bezirksliga oder in der DEL2 – auf ihren treuen Zuschauerstamm konnten sich auch die Starbulls in den 20 Jahren ihres Bestehens verlassen. „Die Situation im Rosenheimer Eishockey hat ja mehr zusammengeschweißt, als dass man auseinandergedriftet ist“, sagt Hans Neese, langjähriger Vorstand der „Mangfallgeier“, des größten Rosenheimer Eishockey-Fanclubs.

Rosenheimer Fans und ihre Choreos

20 Jahre Starbulls Rosenheim: Die Fans und ihre Choreos
20 Jahre Starbulls Rosenheim: Die Fans und ihre Choreos
20 Jahre Starbulls Rosenheim: Die Fans und ihre Choreos
20 Jahre Starbulls Rosenheim: Die Fans und ihre Choreos
Rosenheimer Fans und ihre Choreos

Hans Neese von den Mangfallgeiern: „Wir haben gesagt: Da müssen wir jetzt durch“

Er war im Jahr 2000 dabei, als sich die Star Bulls aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verabschiedeten und die Starbulls in der Bezirksliga neu anfangen mussten. „Wir waren zunächst auch ein wenig skeptisch, weil wir natürlich anderes gewohnt waren.“, sagt Neese. Die Fans hätten sich aber zusammengerauft. „Wir haben gesagt: Da müssen wir jetzt durch. Und dann hat sich das entwickelt.“ Als dann etliche Größen von einst beim Neuanfang die Schlittschuhe geschnürt haben, waren auch die aus der ersten Liga verwöhnten Fans mit dabei. „Der Wacki Kretschmer hat mich davor auch angerufen und gefragt, ob er das machen soll“, erzählt Neese.

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„Pan“ Weißenbach: „Wir brauchen dringend eine zweite Eisfläche“

Vom Oberhaus träumt der oberste Mangfallgeier nicht mehr. „Die zweite Liga langt für Rosenheim. Mehr bringen wir nicht zusammen, weil wir das Stadion dafür nicht haben und auch nicht bekommen werden.“ Auch „Pan“ Weißenbach, einer der beiden Fanbeauftragten der Starbulls, arrangiert sich mit der Eishalle. „Wir brauchen aber dringend eine zweite Eisfläche. Nur dann werden wir langfristig in der Lage sein, Nachwuchsförderung auf diesem Niveau zu betreiben.“

Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt

Weißenbach hat bei seinen ersten Stadionbesuchen gleich miterlebt, was den Rosenheimer Eishockey-Fan so ausmacht: „Das Besondere ist die Herzlichkeit, das gilt aber allgemein für die Region. Und dann ist der Rosenheimer Fan stets zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Also sehr extrem. Und der Rosenheimer Fan ist reisefreudig. Die Schatzmeister der anderen Vereine reiben sich die Hände, wenn die Starbulls aufkreuzen – die aktuelle Corona-Situation mal ausgenommen.

„Ich liebe dieses alte Stadion“, sagt Neese, „da ist Stimmung drin“

Trotz der Reisen: Am liebsten sind Neese und Weißenbach im eigenen Stadion, das zunächst Kathrein-Stadion hieß, dann Emilo-Stadion und nun Rofa-Stadion. „Ich liebe dieses alte Stadion“, sagt Neese, „da ist Stimmung drin“. Und auch Weißenbach, der als Fanbeauftragter auch möglichst viele Auswärtsspiele besucht, fühlt sich dort „am wohlsten, wo ich einen Kapuzenpulli, eine Jacke und eine Mütze brauche“.

Es gibt nur ein Derby: Gegen Landshut

Die Highlight-Spiele für die Starbulls-Fans sind natürlich die Derbys – allen voran die Duelle mit dem EV Landshut. „Wenn du Rosenheimer Fan bist, dann gibt es nur ein Derby: Gegen Landshut“, sagt Weißenbach. Für Neese käme auch noch der SC Rießersee in Frage, „da war die Stimmung auch gut“. Weißenbach bestätigt: „Garmisch hätte mal die Anwartschaft gehabt, ist in der Gunst der Fans aber gesunken, als sie damals nach zweieinhalb Minuten vom Eis gegangen sind. Da ist der Rosenheimer Fan nachtragend.“

Hart erkämpft: Trainer Franz Steer hatte es nicht leicht, wurde aber von den Fans mit Dank verabschiedet.

Hilfe für die Weißwasser-Fans nach einem Autounfall

Was der Starbulls-Anhänger noch dazu ist: hilfsbereit. Weißenbach erinnert an die Spendenaktion, als die Fans als Trikotsponsor auftraten. Oder an die Hilfe für die Weißwasser-Fans, die auf der Heimfahrt vom Spiel mit dem Auto verunglückt sind. „Da hat es nicht geheißen, was wir machen sollen, sondern: Wann legen wir los. Das macht mich dann einfach nur stolz, das Trikot anzuziehen und in der Kurve zu stehen.“

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Einzug ins DEL2-Finale sorgt für die Rekordbilanz – Zuschauermagnet Landshut

Das war fast klar: Die Saison 2011/12, als die Starbulls Rosenheim in die Play-off-Finalserie der DEL2 gegen den Erzrivalen EV Landshut eingezogen waren, war von der Zuschauergunst her die erfolgreichste Saison in 20 Jahren Starbulls. Dank der herausragenden Play-offs lockten Norm Maracle, Micky Rohner, Cory Quirk & Co. im Schnitt 3115 Zuschauer ins Rosenheimer Eisstadion – Top-Wert! Übrigens auch höher als der Schnitt in der letzten Spielzeit im Oberhaus: In der DEL-Saison 1999/2000 kamen im Schnitt 2942 Fans pro Begegnung.

1712 Zuschauer im Schnitt – in der Bezirksliga

Die ersten beiden Spielzeiten in der Zweitklassigkeit – die Saisonen 2010/11 und 2011/12 – der Höhepunkt in Sachen Zuschauerzuspruch. Die Jahre davor in der Oberliga verliefen hingegen eher durchschnittlich. Während der Start in der siebtklassigen Bezirksliga als sensationell zu bezeichnen ist – die 1712 Zuschauer im Schnitt bei den fünf Heimspielen hätten Platz fünf in der damaligen 2. Liga bedeutet –, gab es ein kleines Loch in den beiden Jahren darauf in der Landesliga und Bayernliga.

Die meisten Zuschauer in den letzten 20 Jahren waren beim ersten Finalspiel (Bild) gegen Peiting im Stadion.

Die Zuschauerzahlen in den letzten 20 Jahren

In der zweithöchsten Spielklasse hatte man nie die meisten Zuschauer in der Rangliste, sondern bewegte sich in der Zuschauertabelle zwischen den Rängen vier und neun. In der Oberliga führte man die Rangliste im Aufstiegsjahr 2009/10 sowie zuletzt in den drei Spielzeiten nach dem Abstieg an. Ansonsten stand man zwischen den Plätzen zwei und sechs, hatte aber stets mehr Fans als drei Zweitligisten. Die Zahlen:

  • Bezirksliga: Saison 2000/01 (Schnitt Hauptrunde 1712/Schnitt Play-offs 1225/Gesamtschnitt 1576).
  • Landesliga: Saison 2001/02 (Hauptrunde 1206/Play-offs 1005/Gesamt 1082).
  • Bayernliga: Saison 2002/03 (Hauptrunde 1408/Play-offs 2100/Gesamt 1530); Saison 2003/04 (Hauptrunde 1284/Play-offs 3550/Gesamt 1761).
  • Oberliga: Saison 2004/05 (Hauptrunde 1903/Play-offs 4009/Gesamt 2003); Saison 2005/06 (Hauptrunde 1848/Play-offs 2780/Gesamt 1900); Saison 2006/07 (Hauptrunde 1618/Pokalrunde 1479/Gesamt 1607); Saison 2007/08 (Hauptrunde 1696/Play-downs 1760/Gesamt 1705); Saison 2008/09 (Hauptrunde 2172/Play-offs 2862/Gesamt 2214); Saison 2009/10 (Hauptrunde 1950/Play-offs 3567/Gesamt 2324).
  • 2. Bundesliga/DEL2: Saison 2010/11 (Hauptrunde 2696/Play-offs 3354/Gesamt 2810); Saison 2011/12 (Hauptrunde 2571/Play-offs 4562/Gesamt 3115); Saison 2012/13 (Hauptrunde 2183/Play-offs 3599/Gesamt 2467); Saison 2013/14 (Hauptrunde 2453/Play-offs 2782/Gesamt 2531); Saison 2014/15 (Hauptrunde 2309/Play-offs 2542/Gesamt 2340); Saison 2015/16 (Hauptrunde 2519/Play-offs 3487/Gesamt 2640); Saison 2016/17 (Hauptrunde 2263/Play-downs 2531/Gesamt 2313).
  • Oberliga: Saison 2017/18 (Hauptrunde 2644/Play-offs 2567/Gesamt 2633); Saison 2018/19 (Hauptrunde 2293/Play-offs 2991/Gesamt 2384); Saison 2019/20 (Gesamt 2220).

Achtmal gegen Landshut unter den Top Ten

Und es ist auch klar, dass die meisten Fans ins Rosenheimer Stadion strömten, wenn es gegen Landshut ging: Unter den zehn Spielen mit den meisten Fans sind gleich acht Partien gegen die Niederbayern. Ganz vorne steht aber ein Spiel gegen den EC Peiting: Am 16. März 2010 sahen 6339 Fans einen 3:2-Sieg der Starbulls. Es folgten 6300 Zuschauer gegen Landshut (am 15. April 2012 und am 20. April 2012) sowie jeweils 5900 Fans gegen Landshut (am 7. Januar 2011 und 9. März 2012) sowie gegen Schwenningen (9. April 2012). Im BEV-Bereich lag die Bestmarke bei 5750 Zuschauern am 26. März 2004 gegen Landsberg.

Das Starbulls-Team bei der La-Ola-Welle vor ihren treuen Fans.

Auch Auswärtsrekorde bei Landshut-Spielen

Auch Auswärts-Rekorde haben mit Landshut zu tun. Und auch hier sind acht der zehn zuschauerträchtigsten Spiele gegen die Niederbayern – an der Spitze die Partie am 28. Dezember 2014, der 6500 Fans beiwohnten. Dahinter landeten Starbulls-Auftritte in Schwenningen am 7. April mit 5608 Zuschauern sowie beim SC Riessersee am 28. Dezember 2013 mit 5131 Fans. Im BEV-Bereich waren ebenfalls Spiele gegen Landsberg äußerst attraktiv. Der Top-Wert liegt hier bei 2755 Besuchern bei einem Rosenheimer Gastspiel am Lech.

Die wenigsten Heimzuschauer bei einem Landesligaspiel

Die wenigsten Heimzuschauer hatten die Starbulls in der Landesliga: 850 Fans sahen die Partie gegen Memmingen. Der Negativrekord in der 2. Liga lag bei 1048 Zuschauern am 20. Dezember 2011 gegen Bietigheim, in der Oberliga lag die Minuskulisse bei 1153 am 7. März 2008 im Heimspiel gegen Freiburg. Insgesamt hat es nur fünf Pflichtspiele gegeben, in denen weniger als 1000 Besucher ins Rosenheimer Eisstadion pilgerten.

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