Die Ansteckungsgefahr bei der Anreise im Auto ist größer als im Tischtennis-Doppel

Wolfgang Hundhammer (Abteilungsleiter SB DJK Rosenheim): „Wir konnten in den Ferien unter den Hygieneauflagen sogar zweimal trainieren. Ein bisschen schade finde ich es, dass keine Doppel gespielt werden.“ Erlich
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Wolfgang Hundhammer (Abteilungsleiter SB DJK Rosenheim): „Wir konnten in den Ferien unter den Hygieneauflagen sogar zweimal trainieren. Ein bisschen schade finde ich es, dass keine Doppel gespielt werden.“ Erlich

Corona hat auch im Tischtennissport in den letzten Wochen und Monaten für viel Unruhe gesorgt. Nach dem Saisonende geht es jetzt wieder los – allerdings ohne Doppel. Bei einer OVB-Umfrage meinte ein Vereinsvertreter: „Die Ansteckungsgefahr bei der Anreise im Auto ist größer als im Doppel“

Rosenheim/Mühldorf – . Nach einer Präsidiumssitzung des Bayerischen Tischtennis-Verbandes kam die erlösende Nachricht: Ab sofort darf wieder wettkampfmäßig Tischtennis gespielt werden. Einzuhalten sind aber die vorgegebenen Hygienevorschriften und lokale Vorschriften. Beschlossen wurde auch, dass unter anderem keine Doppel gespielt werden und lokale Vorgaben zu beachten sind.

Für BTTV-Präsident Konrad Grillmeyer steht dabei die Gesundheit im Vordergrund. Er führte unter anderem aus, dass Tischtennis sowohl von älteren Spielerinnen und Spielern betrieben wird, die zur Risikogruppe zählen und denen das Doppelspiel zu gefährlich sei. Man nehme deren Bedenken sehr ernst. Weitere Bedenken waren lokale Auflagen und auch die Begrenzung von Aktiven in der Halle.

Als Ersatz für die fehlenden Doppeln werden dafür alle Einzelspiele durchgespielt, was zu kuriosen Ergebnissen führen kann. Zuschauer hingegen sind erst ab 19. September wieder zugelassen.

Die OVB-Sportredaktion hat sich bei den heimischen Tischtennisvereinen umgehört und nach der Stimmung gefragt:

Günther Lodes (stellvertretender Abteilungsleiter SV DJK Kolbermoor):„Es ist natürlich sehr schön, dass wir wieder trainieren können. Bislang durften nur die Kaderspieler trainieren. Für uns fand vor kurzem sogar eine Hygieneschulung statt. Zuschauer können wir erst wieder ab 19. September begrüßen, sofern sich nichts ändert. Auch nicht durch mögliche Vorgaben der Stadt Kolbermoor. Die Begrenzung liegt dann bei 200 Besuchern, die wir dementsprechend aber unterbringen können. Man muss hier aber vorerst von Woche zu Woche schauen. Was die Doppel anbelangt, die nicht gespielt werden können, ist zumindest der Seniorenbereich eher froh.

„Wir wissen nicht so recht, wo wir leistungsmäßig stehen

Antonio Golemovic (Trainer und Mannschaftsführer Herren SV DJK Kolbermoor): „Unsere Spieler waren alle heiß auf das erste Training. Trainiert haben wir so gut wie gar nicht außer einem Lehrgang. Der einzige, der schon regelmäßig den Schläger in der Hand hatte, war Luis Kraus. Wir wissen also gar nicht so recht, wo wir leistungsmäßig stehen. Was die Doppel betrifft, ist es aus Vereinssicht für uns nicht schlecht, da das unser drittes Paarkreuz positiv beeinflusst. Da sich die Mannschaftsstärke in den nächsten Jahren ändert, könnte dies sogar zu einer positiven Entwicklung beitragen, da die Spieler dann zu mehr Begegnungen kommen“.

Wolfgang Hundhammer (Abteilungsleiter SB DJK Rosenheim): „Nach einer so langen Pause ist ein komisches Gefühl, das es wieder losgeht. Wir sind noch gar nicht in diesem Rhythmus drin. Insgesamt sind aber über die Situation froh. Wir konnten in den Ferien unter den Hygieneauflagen sogar zweimal trainieren. Ein bisschen schade finde ich es, dass keine Doppel gespielt werden. Mit den Doppeln kommt kann man sich in das Spiel eingewöhnen. Da wir jetzt erst nach dem 19. September unsere ersten Begegnungen haben können wir es zwar verschmerzen, dass bis dahin keine Zuschauer erlaubt sind. Aber es macht schon einiges aus, wenn man Unterstützung hat.“

„Kein Doppel – für uns kein Nachteil“

Hans Wiesböck (Abteilungsleiter TuS Bad Aibling): „Unser Glück war, dass es sich bei unserer Turnhalle um eine Stadtturnhalle handelt. So durften wir unter Auflagen in zuerst drei, dann in zwei Gruppen trainieren. Es ist sehr gut, dass die Saison wieder beginnt. Allerdings sind keine Zuschauer zunächst zugelassen. Dass kein Doppel gespielt wird, ist zumindest für uns kein Nachteil“.

Josef Kellerer (Abteilungsleiter TV Feldkirchen): „Die Auflagen für die Fortsetzung des Spielbetriebes hätte ich mir schlimmer vorgestellt. Insgesamt ist es aber gut, dass die Saison beginnt. Mir gefällt nicht, dass keine Doppel gespielt werden. Die eine oder andere Begegnung ist dann eine Trainingseinheit. Und dass vorerst keine Zuschauer in die Halle dürfen, halte ich ein wenig für übertrieben“.

Benno Neumeier (Jugendbetreuer TV Feldkirchen): „Wir hatten das Glück, dass wir in den Ferien unter Vorgabe der Hygienevorschriften trainieren konnten. Es waren mehrheitlich Kinder da. Die älteren Spieler haben größtenteils darauf verzichtet, ins Training zu kommen und wollen, so lange Corona vorherrscht auch auf das Training verzichten. Was das fehlende Doppelspiel anbelangt, bin ich auf einer Seite nicht ganz begeistert. Auf der anderen Seite spielen die Mädchen, dadurch, dass alles durchgespielt wird, jetzt sogar mehr“.

Michael Stöckl (Abteilungsleiter TSV 1864 Haag): „Wir haben derzeit keine verfügbare Halle, da es sich um eine Kreishalle handelt. Im August konnten wir mit Sondergenehmigung und den Hygienemaßnahmen trainieren. Dass kein Doppel gespielt wird, ist für manchen sicherlich ein Vorteil“.

„Bei uns dürfen sich in der Halle derzeit nur 15 Personen befinden“

Jürgen Klein (Abteilungsleiter VfL Waldkraiburg): „Wir können seit Dienstag wieder trainieren, allerdings unter strengen Auflagen. Das Jugend- und Erwachsenentraining verschiebt sich jedoch am Trainingstag. Für die Meisterschaftsspiele wurde und wird nach Lösungen gesucht. Bei uns dürfen sich in der Halle derzeit nur 15 Personen – die Auflage wurde von der Stadt Waldkraiburg vorgegeben – befinden. Die Punktspiele müssen wir gegebenenfalls auf drei Platten austragen. Dass derzeit keine Doppel gespielt werden, haben wir teilweise als positiv aufgenommen“.

Michael Moser (Abteilungsleiter TSV Neumarkt-St. Veit):„Seit Mittwoch trainieren wir wieder. Wir sind froh, dass es weitergeht. Nächste Woche finden die Meisterschaftsspiele regulär statt. Dass keine Doppel gespielt werden, ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung. Da muss man nochmals nachjustieren“.

„Wir konnten auch in den Ferien unter Auflagen trainieren“

Dieter Fritzenwenger (stellvertretender Abteilungsleiter TSV Gars): „Für uns war die Situation insgesamt recht gut. Wir konnten auch in den Ferien unter Auflagen trainieren. Insgesamt sind wir aber froh, dass die Saison wieder beginnt. Dass der BTTV die Doppel verboten hat, ist einerseits nachvollziehbar. Andererseits sitzt man bei Vierermannschaften bei der Anreise zu einem Auswärtsspiel gemeinsam in einem Auto. Hier wäre die Gefahr der Ansteckung wahrscheinlich etwas größer als im Doppel“.

Antonio Golemovic (Trainer SV DJK Kolbermoor): Wir wissen also gar nicht so recht, wo wir leistungsmäßig stehen“.

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