Interview

„DFB-Pokal wäre ein Traum“: Wacker-Co-Trainer Harry Mayer aus Prien hofft auf Qualifikation

Auf der Trainerbank fokussiert: Der Priener Harry Mayer ist Co-Trainer und Scout bei Wacker Burghausen.
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Auf der Trainerbank fokussiert: Der Priener Harry Mayer ist Co-Trainer und Scout bei Wacker Burghausen.

Am 8. August nahm er zum ersten Mal als Co-Trainer auf der Bank des Regionalligisten SV Wacker Burghausen Platz: Harry Mayer aus Prien, seinerzeit vom Kreisligisten TuS Traunreut gekommen, sah damals einen 2:1-Testspielsieg bei der U18 von Red Bull Salzburg.

VON CHRISTIAN SETTELE

Prien/Burghausen – Hohen Aufwand zu bewältigen und schwierige, teils auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen – das ist der 38-Jährige gewohnt, da er als Oberhaupt einer Großfamilie und Abteilungsleiter einer Spedition auch abseits der Salzach ein ansprechendes Umfeld zu managen hat.

Im Interview blickt Mayer, der zuvor Stationen beim TuS Prien, SB Rosenheim (zweite Mannschaft, Co-Trainer und U19), ASV Grassau und eben TuS Traunreut hatte, nicht nur auf etwa vier Monate bei Wacker zurück, sondern er spricht auch über seinen Aufgabenbereich und die Ziele für 2021.

Harry Mayer: Zunächst muss ich sagen, dass es ohne meine Frau Sarah nicht gehen würde. Sie hält mir da komplett den Rücken frei. Bei uns daheim dreht sich eigentlich alles um Fußball. Wenn ich mal nicht im Training bei Wacker bin, dann bin ich auf dem Priener Sportplatz und schaue meinen Zwergen beim Training oder Spiel zu. Arbeitstechnisch kann ich mir das ganz gut einteilen, auch wenn es ab und zu sehr lange Tage werden. Zum Training fahre ich zusammen mit Leo (Cheftrainer Haas, d. Red.) – da reden wir eigentlich nur über Fußball. So vergeht die Zeit im Auto wie im Flug.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Leo Haas und den anderen Mitgliedern des Trainerstabs?

Mayer: Mit den Ergebnissen sind wir größtenteils schon zufrieden, auch wenn wir lieber öfter zu Null gespielt hätten. Leo ist ein Vollblutprofi und toller Mensch, der echt nichts dem Zufall überlässt. Er ist einfach fußballbesessen – wahrscheinlich verstehen wir uns gerade deswegen so gut. Die Zusammenarbeit mit den anderen Trainern ist echt super. Ronald (Schmidt) und Toni (Zeidler) haben mich super aufgenommen und wir haben echt viel Spaß miteinander. Toni ist für die Keeper zuständig und macht das überragend. Ronald und ich unterstützen Leo in allen Belangen. Jeder von uns bringt sich da voll ein. Da kann es dann sogar schon mal vorkommen, dass Ronald und ich sogar im Training die Sturmspitzen vom Sparringsteam sein müssen.

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Sie sind ja auch fürs Scouting zuständig. Wie darf man sich das vorstellen?

Mayer: Da ich in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein sehr gute Verbindungen habe, werden mir sehr oft interessante Spieler zugetragen, die ich mir dann live anschaue. Im Anschluss bespreche ich mit Leo, ob das passen könnte. Im positiven Fall werden diese Spieler dann zum Probetraining eingeladen. Die andere Sache ist, dass man Gegner beobachtet: Das kann einerseits vor Ort sein, in der Regionalliga ist das aber auch online möglich.

Die Saison ist im Prinzip gelaufen, geht es jetzt nur noch um die DFB-Pokal-Teilnahme?

Mayer: Rechnerisch sind wir noch nicht ganz durch, insofern werden wir jedes Spiel sehr ernst nehmen, damit wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Eine DFB-Pokal-Teilnahme wäre natürlich für alle ein Traum, aber bis dahin ist der Weg sehr weit und hart. Wenn ich mir die Kader so anschaue, sind da Schweinfurt und Bayreuth die Favoriten.

Ist das Niveau in der Regionalliga nach der langen Pause im Sommer gesunken?

Mayer: Ich finde nicht, dass das Niveau gesunken ist. Bis zum ersten Pflichtspiel hatten wir mehr als zehn Wochen Vorbereitung. Somit waren die Jungs topfit, da eine normale Vorbereitung nur sechs Wochen dauert. Die größte Hürde war eher die mentale Komponente, da wir immer wieder bis zum tatsächlichen Neustart vertröstet wurden. Ich ziehe den Hut vor den Jungs, wie sie das gemeistert haben.

Welche Ziele muss sich Wacker aus Ihrer Sicht fürs neue Jahr setzen?

Mayer: Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen, die jungen Spieler weiterentwickeln und in der Frühjahrsrunde vielleicht für die eine oder andere Überraschung sorgen.

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Wenn Sie drei Fußballwünsche beim Christkind frei hätten, wie würden die aussehen?

Mayer: Erstens, dass die Spieler, Trainer, Betreuer und ihre Familien gesund bleiben. Zweitens, dass endlich wieder ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb herrscht. Und drittens, dass wir uns entsprechend weiterentwickeln, um in der nächsten Saison eine gute Rolle in der Regionalliga zu spielen.

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