Das Wunder gab es nur im Halbfinale

Fu Yu präsentierte sich bei ihrem Debüt für Kolbermoor in starker Form.
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Fu Yu präsentierte sich bei ihrem Debüt für Kolbermoor in starker Form.

„Niemand verliert gerne ein Finale“, stellte Michael Fuchs klar. Der Tischtennis-Trainer des Damen-Bundesligisten SV-DJK Kolbermoor benötigte einen kurzen Moment, um das Endspiel des Final Four um die deutsche Pokalmeisterschaft in der Bundeshauptstadt zu verdauen.

Berlin– Zum dritten Mal in Folge hieß der Gegner TTC Berlin eastside, und wie schon vor zwölf Monaten in Pforzheim mussten die Damen aus Oberbayern mit dem Gewinn der Silbermedaille vorlieb nehmen.

Nach über drei Stunden feierten die Gastgeberinnen, vor gut vier Wochen in Linz bereits Champions-League-Sieger geworden, einen 3:2-Erfolg. 2019 hatte Kolbermoor, ebenfalls in Berlin, erstmalig triumphiert. Diesmal reichte es nicht zum Pokalsieg, „wenngleich durchaus Chancen für unsere Mannschaft vorhanden waren“, stellte Fuchs klar. „Wir werden aus dieser Niederlage die notwendigen Schlüsse für die Zukunft ziehen.“

Zwei Siege der portugiesischen Meisterin

Ihr Debüt im Kolbermoor-Trikot feierte Fu Yu, die in der vergangenen Saison noch für den alten und neuen Pokalsieger aktiv war. Die gebürtige Chinesin und zweifache portugiesische Meisterin präsentierte sich gegen ihren Ex-Klub in einer sehr starken Form. Sowohl Shan Xiaona (11:9 im fünften Satz) als auch Britt Eerland (3:0) hatten nicht den Hauch einer Chance. Doch die beiden Erfolge der Spitzenspielerin reichten nicht aus. Im Vorfeld der Begegnung hatten die Gäste ein wenig auf Kristin Lang gesetzt, die im Eröffnungseinzel auf Eerland traf. „Ich hatte Kristin durchaus einen Sieg zugetraut“, verriet Kolbermoors Coach im Nachgang. Doch die deutsche Nationalspielerin unterlag in vier Durchgängen. Auch Yuan Wan kassierte eine 1:3-Niederlage und musste der amtierenden deutschen Meisterin, Nina Mittelham, zum Sieg gratulieren.

Doppel verliert, enttäuscht aber nicht

Im alles entscheidenden Schlussdoppel besaßen Kristin Lang/Yuan Wan gegen Shan Xiaona/Nina Mittelham durchaus ihre Chancen. Im ersten Satz wurde eine 8:6-Führung noch aus der Hand gegeben. Durchgang zwei verlief bis zum 8:8-Unentschieden ausgeglichen. „Shan und Mittelham sind eingespielt. Das war nicht zu übersehen, wenngleich unser Doppel keinesfalls enttäuschte.“

Tischtennis-Wunder im Halbfinale gegen Schwabhausen

Dass Kolbermoor überhaupt das Endspiel erreichte, grenzte fast an ein Tischtennis-Wunder. Schließlich war das Halbfinale gegen den TSV Schwabhausen eigentlich schon so gut wie verloren. Das Team aus dem Landkreis Dachau lag mit 2:1 in Front, als Sabine Winter gegen Fu Yu mit 9:11, 11:7, 11:8, 10:12 und 10:4 führte. Die langjährige Kolbermoorer -Spielerin brachte den Vorsprung jedoch nicht nach Hause, ließ sechs Matchbälle liegen und verlor noch im fünften Abschnitt 10:12.

Durch diesen Erfolg von Fu, die das Eröffnungseinzel überraschend gegen Mateja Jeger verloren hatte, kam es überhaupt noch zum Schlussdoppel. Lang/Wan ließen den erstmals gemeinsam angetretenen Jeger und Mercedesz Nagyvaradi nicht den Hauch einer Chance. Zuvor hatte Kristin Lang einen wichtigen 3:0-Erfolg gegen Alina Nikitchanka eingefahren und damit die Aufholjagd eingeläutet. „Das war ein wahnsinniger Spielverlauf“, kommentierte Fuchs nach dem errungenen Final-Einzug.

Für den SV-DJK Kolbermoor mit Kristin Lang, Yuan Wan, Svetlana Ganina, Fu Yu und Trainer Michael Fuchs gab es am Ende die Silbermedaille.
Yuan Wan haderte im Finale mit der Niederlage im Einzel und im abschließenden Doppel.

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