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„Dann pfeif ich barfuß“

Rebekka Redinger ist seit 2012 auch als Schiedsrichterbeobachterin für den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) tätig.

Am Rande des Spielabbruchs war die Partie in der Fußball-Kreisliga 1 zwischen der SG Tüßling-Teising und dem FC Grünthal. In der zwölften Minute verletzte sich der Schiedsrichter. Am Ende sprang Rebekka Redinger ein – unter ungewöhnlichen Umständen.

Tüßling – Bei bestem Fußballwetter und sommerlichen Temperaturen wurde das Punktspiel auf der Sportanlage in Tüßling angepfiffen. Vor circa 120 Zuschauern – unter ihnen die Schiedsrichterbeobachterin Rebekka Redinger vom SV Gendorf-Burgkirchen – ging Schiedsrichter Kevin Mayer in der zwölften Spielminute zu Boden. „Ich habe bereits früh gemerkt, dass es ihm nicht sonderlich gut geht, da er sich ständig an die Füße fasste“, schildert Redinger. Das Spiel musste unterbrochen werden. Auch eine Behandlung durch die Betreuer der Heimmannschaft führte zu keiner Besserung, Mayer konnte die Partie nicht mehr fortsetzen – und das Spiel (Zwischenstand 0:0) stand auf der Kippe. Während die Zuschauer noch rätselten und die Mannschaften sich auf dem Feld warmhielten, begann für die Verantwortlichen die Suche nach einem Schiedsrichter. „Sollte ein neutraler Schiedsrichter unter den Anwesenden sein, der die Leitung des Spiels übernimmt, können die beteiligten Vereine dagegen nichts einwenden. Ist kein neutraler Schiedsrichter zu finden, obliegt es den beiden Mannschaften, sich auf einen Sportkameraden zur Leitung des Spiels zu einigen. Findet jedoch keine Einigung statt, führt dies unweigerlich zu einem Spielabbruch und damit einhergehender Spielwiederholung“, so Kreis-Schiedsrichter-Obmann Josef Kurzmeier.

Weil man keinen Schiedsrichter auf die Schnelle auftreiben konnte, übernahm Rebekka Redinger, die bereits seit 2006 als Schiedsrichterin für den BFV tätig ist, die Spielleitung. Allerdings hatte sie ihre Schiri-Bekleidung nicht eingepackt und vor Ort. „Ich zog mir dann nur schnell die Hose und das T-Shirt von Kevin an, die Schuhe und Stutzen waren leider zu groß“, berichtet Redinger. Da die Zeit aufgrund der einbrechenden Dunkelheit und dem fehlenden Flutlicht drängte, konnte die Burgkirchenerin nicht nach Hause fahren und ihre Ausrüstung holen. Deshalb dachte sie sich: „Dann pfeif ich einfach barfuß.“

Und so wurde die Begegnung dann auch fortgesetzt. Redinger war gleich gefordert, denn kurz nach Wiederanpfiff erzielten die Grünthaler die 1:0-Führung. Die ehemalige Bezirksliga-Schiedsrichterin war trotz fehlender Schuhe voll auf der Höhe. Bis zur Halbzeit leitete sie die Partie barfuß und in zu großen Klamotten – und hatte noch zwei weitere Treffer zum 1:2-Pausenstand zu notieren. Durch ihre unkomplizierte Art und spontane Bereitschaft, das Spiel zu pfeifen, verhinderte die erfahrene Schiedsrichterin, dass das Fußballspiel abgebrochen wurde. Zur zweiten Halbzeit lieferte ihr Mann ihre Ausrüstung dann nach Tüßling. So konnte sie die restlichen 45 Minuten der überaus fairen Kreisligapartie – es gab nur eine Gelbe Karte – souverän in ihrer eigenen Ausrüstung zu Ende bringen. Grünthal erzielte noch einen weiteren Treffer und siegte am Ende mit 3:1. Und die Schiedsrichter-Leistung blieb letztlich ohne Beobachtungsnoten.

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