Daniel Bichlmann in Äthiopien: „Ich konnte den afrikanischen Bergflöhen nicht mehr folgen“

Als Solist über die Ziellinie in Mekele:Der Siegsdorfer Daniel Bichlmann feierte in Äthiopien seinen ersten Saisonsieg.

Was für ein wunderbarer Saisonstart für Daniel Bichlmann: Der heimische Rennradfahrer aus Siegsdorf, der mittlerweile in Salzburg lebt, glänzte mit seinem Team Bike Aid bei der „Tour of Tigray“ in Äthiopien und feierte dabei sensationell bei der letzten der sechs Etappen den Tagessieg!

Mekele – „Ein sehr schönes Gefühl“, freute sich der 31-Jährige über seinen Erfolg. Es sei ein besonderer Moment gewesen, ergänzte der Profi, auch weil dieser die vielen Entbehrungen plötzlich so sinnvoll erscheinen ließ.

Das Rennen in Westafrika fand zum ersten Mal statt. „Weder mein Team noch ich wussten, was uns erwartet – im Nachhinein war es aber fast nur Gutes“, berichtete Bichlmann und geriet ins Schwärmen: Fasziniert hätten ihn die schöne Landschaft und die Freundlichkeit der Menschen.

Gleich vor dem Start der ersten Etappe von Dedebit nach Shire passierte ein Malheur. Drei der fünf Bike-Aid-Fahrer wurden schlichtweg im Hotel vergessen – darunter auch Bichlmann. „Das ging also schon einmal gut los“, lachte der Radprofi im Nachhinein. Ein Fahrer des Hotels bracht die drei dann noch zum Start. Wenig überraschend verlief für Bichlmann dann das Rennen: „Ich konnte den afrikanischen Bergflöhen direkt am ersten langen Berg nicht mehr folgen.“ Allerdings landeten seine Teamkollegen aus Kenia und Uganda auf den Plätzen eins, drei und vier, der Kenianer Suleman Kangali holte sich den ersten Sieg seiner Karriere!

Königsetappe über 130 Kilometer

Bei der zweiten Etappe nach Adwa Axum verteidiget der saarländische Rennstall die Positionen in der Einzelwertung wie auch in der Teamwertung zu verteidigen. Rennen Nummer drei war mit 130 Kilometern die Königsetappe. Sie führte nach Adigrat. Die Passhöhe der letzten Bergwertung befand sich auf 3100 Meter. Und auch diesmal behielt Bike Aid das Führungstrikot!

Die vierte Etappe nach Hawezen-Abi Adi war dann von Pleiten, Pech und Pannen geprägt. „Ein Reifenschaden zwang unseren Kapitän gleich zweimal zum Radwechsel. Irgendwie gelang es uns noch, unseren Leader zur Spitzengruppe aufschließen zu lassen und so den Tag zu retten.“ Auf der vorletzten Etappe nach Mekele, der Hauptstadt der Region, verlor das Team mehr als 15 Minuten und damit alle Hoffnungen auf den Gesamtsieg.

Auf dem Rundkurs der letzten Etappe hoffte der Siegsdorfer auf seine große Chance. „25 Kilometer vor dem Ziel nahm ich mein Herz in die Hand und griff entschlossen in einer Abfahrt an. Ich wollte den Sieg unbedingt.“ So fuhr er jubelnd über die Ziellinie: „Diesen Moment genoss ich in vollen Zügen – umringt von tausenden Zuschauern,“ erklärte Bichlmann. bst

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